Traumberuf- Fluch und Segen zugleich?!?

Tja, so recht weiß ich gar nicht, wie ich anfangen soll. So langsam möchte ich auf meinem Blog doch etwas mehr Persönlichkeit einbringen.  Schließlich besteht mein Leben nicht nur aus Produkttests.  Auch wenn das testen toll ist ☺

Alles hat 2008 angefangen, als ich stolz sagen konnte „ich werde Krankenschwester „. Meine Mama war damals seht stolz darauf, sie war Altenpflegerin. 2011 war ich ausgelernt und durfte mich nun „examinierte Gesundheits – & Krankenpflegerin“ nennen.

Seither ist viel passiert.  Ich bin direkt nach der Lehre auf eine internistische Station gekommen. Hämatologie/ Onkologie, meist betreute ich Leukämie Patienten. Von 18 bis 80 und älter, alles war dabei. Man hat viel Leid gesehen aber auch viele tolle Momente erlebt. Man hat den Mensch hinter dem Patienten kennengelernt. Auch wenn ich das private strikt vom beruflichen trenne und auch damals getrennt habe. Eine junge Dame hat es von Anfang an in mein Herz geschafft. Mit ihr habe ich auch jetzt noch guten Kontakt und ich kann stolz sagen, dass sich hieraus eine sehr gute Freundschaft entwickelt hat. Allerdings ist es die erste und sicherlich auch die letzte „Patientin“, die es geschafft hat „Schwester Sarah“ auch privat kennenzulernen.

Trotz de nötigen Distanz kann eigentlich ziemlich sicher sagen, dass ich diesen Job sehr gern gemacht habe. Natürlich hat man immer mal Momente dabei, wo man sich denkt, darauf hätte man verzichten können.  Sind wir ehrlich, mit so einer Erkrankung ist es nicht jedem gegönnt, lange zu leben. Viele habe ich auch bis zum Ende gepflegt.  Dennoch habe ich in dem Fachgebiet gern gearbeitet.

Leider gab es dennoch einen Haken… mein Arbeitsvertrag. Ich habe in einer großen Klinik in Dresden gelernt, wurde hier auch übernommen (arbeite auxh jetut noch da) und dennoch hat man es zustande bekommen, mich abermale mit einer „Befristung“ abzuspeisen. Von 3 Monatsverträgen bis zu ein Jahresverträgen. Es war alles dabei. 2015 habe ich mich dann dazu durchgerungen, das Fachgebiet zu wechseln.

Im Team hat sich viel verändert, nicht alles zum positiven. Beruflich bin ich hier nicht weiter gekommen. Meine Onkologische Fachweiterbildung wurde mit aufgrund der Vertragsmodalität verwährt. Ich war damals 24 Jahre, hatte also noch viel vor mir, so wie nun auch. Ich wollte eine Festeinstellung und mehr dazu lernen. So bin ich dann innerbetrieblich in die Notaufnahme gewechselt.  Hier werden Neurologische und Internistische Patienten betreut. Viel Arbeit lag nach dem Wechsel vor mir. Viel neues gab es dazu zu lernen.

Man war ich stolz, dass ich zu diesem Team gehöre. Von allen kann man nur dazu lernen, die Atmosphäre war locker und lässig. Das Patientenaufkommen war immer hoch aber gemeinsam haben wir es geschafft. 2 Jahre später schaffen wir es zwar immer noch aber die Stimmung ist anders.

Warum?

Tja, ich weiß es nicht.  Zum einen gibt es irgendwie mehr Patienten (oder scheint es nur so) , alle werden immer kränker. Zum anderen hat man irgendwie mehr Stress. Das Gesundheitswesen gibt sein übliches dazu. Wenig Personal, Überstunden, Stress, Wechsel im Team, kurze Dienstwechsel. Ich habe meinen Job ergriffen, um anderen zu helfen, für sie da zu sein! Leider fehlt meist dazu die Zeit.

Leider sind auch die Patienten zunehmend gestresster. Viele Patienten müssen mit langen Wartezeiten leben! Immer mehr Bagatellfälle kommen in die Notaufnahmen, weil sie denken, es geht schneller. Jedem muss und soll man gerecht werden.

Zusätzlich hat man auch noch ein Privatleben. Alles will miteinander vereinbart werden. Ich bin froh, dass ich nach der Arbeit meist gut abschalten kann. Aber um welchen Preis macht man das alles?

Man schleppt sich täglich zur Arbeit, macht in ein bis zwei Tagen frei nach 6-7 Diensten all das, was liegen bleibt und geht wieder arbeiten.  Natürlich ich Schichten.  Hier muss ich aber von Glück reden, dass es mir von meiner Chefin ermöglicht wird, mehr Spätdienst und Nachtdienst zu machen.  Ich bin kein Frühmensch 😂

Der Frust der Kollegen und der Patienten frustriert einen selbst dennoch immer mehr.

2008 habe ich gesagt, Krankenschwester , mein Traumberuf. Aber würde ich das heute noch sagen? Ich bin nun fast 26 Jahre.  Habe noch keine Familie, möchte sicherlich irgendwann Kinder haben, ein Haus bauen und mit meinem Mann glücklich sein. Aber möchte ich mir mein Leben lang diesen Stress geben? Auch nun warte ich immer noch auf meine Fachweiterbildung. Wo mich der Weg hinführt, das wird man sehen.

Die Frage, ob ich heute zufrieden bin mit dem, was ich mache, ist schwer zu beantworten.  Eine eindeutige Antwort JA oder NEIN gibt es da wohl nicht.

Ich sehe dennoch einiges positiv. Durch den Wechsel habe ich meinen festen Vertrag und das wohl beste an der Notaufnahme ist mein Mann.  Ohne diesen Wechsel hätten wir uns nieee kennen und lieben gelernt. Und darüber bin ich sehr froh!!!

Sicherlich hat jeder Job auf seine Art und Weise Stress… aber gerade im Gesundheitswesen muss jeder Handgriff sitzen!

Heute soll es an der Stelle erst einmal genug zu diesem Thema sein.

Wie ist es denn bei euch? Seid ihr zufrieden mit dem, was ihr beruflich macht? Wie bekommt ihr Familie und Beruf unter einen Hut?? Sind unter meinen Lesern vielleicht auch Krankenschwestern?

Ich freue mich über eure Kommentare.

Eure Sarah.

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. knutschimund sagt:

    Hallo Sarah, ich bin da etwas außen vor, da ich Selbständig bin und hier ist natürlich das Gute, ich kann mir alles Frei einteilen, Dafür ist bei mir nicht gleich Feierabend, ich kann nicht wie alle anderen Arbeitnehmer nach der Arbeit nach Hause gehen und alles ruhen lassen. Ich muss viel rechnen das alles klappt, Rechnungen bezahlen, planen etc. Manchmal wünschte ich es wäre anders, aber mein baby will ich natürlich auch nicht aufgeben. Es macht mir auch ja auch Spaß und ich habe so viele nette Kundinnen und manche sind schon 7 Jahre bei mir, das ist der Wahnsinn. LG

    Gefällt 1 Person

    1. ossilinchen sagt:

      Aber trotz allem Stress ist es toll, was eigenes zu haben, wenn alles läuft 😍 Und darauf kannst du stolz sein 😙😙😙

      Gefällt 1 Person

  2. reytschel sagt:

    Sehr schön reflektierter Beitrag 😉Über Umwege bin

    Gefällt 1 Person

    1. ossilinchen sagt:

      Danke dir. Ich hätte da noch weiter ausholen können, aber da werden sicher noch Berichte folgen 🙃

      Gefällt mir

  3. Astrid Scholz sagt:

    Hallo Sarah ,ich kann dich verstehen . Alles im Leben bringt auch Hürden mit sich . Ich habe in der Drogerie gelernt . Und heute bin ich mitlerweile 25Jahre in der Gastronomie .Das kam nachdem meine Mutter an Krebs erkrankt ist ,so bin ich da reingerutscht ….praktisch als Aushilfe . Dann wurde es mehr und ich bin dageblieben . Mein Sohn war zu der Zeit 11 Jahre und meine Mutter ist verstorben. So bin ich dageblieben hat u. Macht noch spass . Dann wurde es schlimmer mit meiner Schwiegermutter die bei uns im Haus lebte, Alters dement , und erkrankte am magenkarzinom . Somit der zweite pflegefall in der Familie für mich . Ich habe es gern gemacht aber ich kann schlecht abschalten. Und hatte schlaflose Nächte . Dachte manchmal ,das ist nun dein Leben . Kommt da noch was anderes ,ja es kam anders . Mein Mann erkrankte an Pankreas kazinom . Seltene Art würde in göttinge opperiert Uni . Das war eine sehr schwere Zeit für uns alle . Nach einer Behandlung aus Amerika die mein Mann bekam die die er verkraften musste! Und natürlich war mein Sohn ja auch noch da um den ich mich sorgte wie er das verkraftet. Meine Schwiegermutter kam leider ins heim , weil ich das nicht mehr schaffte zuhause . Nach der Behandlung von meinem Mann in etwa ein halbes Jahr Chemo und Bestrahlung . Könnten wir etwas aufatmen, Nein so sollte es nicht sein . Meine Schwiegermutter verstarb . Es ging eine Weile gut , dann müsste mein Mann in Schmerztherapie wegen seinem scheuerman an den wirbeln . Opperieren wollte keiner ,er hätte gelähmt sein können. Und so ging es weiter bis nach zwei Jahren der Rückschlag kam Meta… zwischen der Lunge und rilppenfell. Wasser dann ins Krankenhaus op Und so weiter . Chemo bestr…wieder . Er hat es bis zur silberhochzeit geschafft . Dann waren fünf Jahre rum Und nichts hat mehr geholfen . Mein Sohn hat mit 19 seinen Vater verloren u. Heute nach zehn Jahren kann er damit umgegehen . Weisst du Sarah man möchte gern sein Leben schön gesttallten mit einem Traum Job und Familie ,Haus Kind . Ich sage heute Familie ist eigentlich das schönste hab und gut als alles Geld der Welt . Aber gewünscht hätte ich mir doch einen Beruf heute wo ich ein besseres auskommen habe . Und nicht immer kämpfen muss um jeden Preis .Und denoch bin ich glücklich weil ich nach vorne schau Und nur das gute sehe ,habe einen lieben Sohn Liebe Freunde Und das zählt . Ich wünsche dir und deinem Mann (zukünftigen ) Alles Liebe und gute für eure Zukunft . Das ihr das richtige für euch entscheidet. Ganz lieben Gruss Astrid

    Gefällt 1 Person

    1. ossilinchen sagt:

      Danke liebe Astrid für deine lieben und ausführlichen Worte. Danke dafür. Man man, da habt ihr viel erlebt 🙃 Meine Mama und Oma ist ja auch tot, wie du weißt. Familie ist das wichtigste. Aber ringsrum muss es doch auch stimmen. Aber ich habe einen wundervollen Mann und seine Familie ist toll ❤❤ Fühl dich gedrückt 😙😙

      Gefällt mir

  4. reytschel sagt:

    Ok, nochmal: also schöner Beitrag! Ich bin über Umwege in mein Berufsziel (Personalabteilung) gekommen. Im öffentlichen Dienst. Da bin ich mir auch manchmal unschlüssig. Ich habe sehr gute Arbeitsbedingungen, aber die Bezahlung in der freien Wirtschaft ist halt besser…

    Gefällt 1 Person

    1. ossilinchen sagt:

      Ja das stimmt wohl. Aber man muss sich wohl fühlen. Und wenn das stimmt ist die Bezahlung zwar wichtig aber nicht alles oder? Schönen Abend dir 😍😙

      Gefällt 1 Person

      1. reytschel sagt:

        Ja,das stimmt ☺

        Gefällt 1 Person

  5. britti sagt:

    Ein sehr interessanter Beitrag. Ich bin seit 25 Jahren in einer „Behörde“ im öffentlichen Dienst, mal mehr mal weniger zufrieden, wie es halt ein Großteil der Bevölkerung auch ist. Ob ich mir den Beruf damals als ich angefangen habe zu lernen ausgesucht hätte, kann ich nicht sagen. Da stand doch tatsächlich „Kinderkrankenschwester“ ganz weit oben auf meiner Liste. Hätte seinerzeit auch einen Ausbildungsplatz bekommen. Aber im nachhinein habe ich mich eben für einen Bürojob bzw. eine dementsprechende Ausbildung entschieden. Ich wünsche dir eine schöne Restwoche. Liebe Grüße, britti

    Gefällt 1 Person

    1. ossilinchen sagt:

      Danke für deinen Kommentar meine Liebe 😚 manchmal wünsche ich mir auch, ins Büro gegangen zu sein. Aber es ist ja nicht immer alles schlecht. Es machen eher die Umstände… Liebe Grüße 😚

      Gefällt 1 Person

      1. britti sagt:

        Stimmt, das Problem mit den Zeitverträgen kenne ich nur zu gut. Bevor ich einen Festvertrag bekam, hat es ca. 6 Jahre und etliche „Verlängerungen“ gedauert.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s