Was im Leben ist wichtig?

Meine Kindheit, wenn ich daran zurück denke, dann denke ich an tolle Momente bei meiner Oma auf dem Dorf, an viel Unsinn, den ich mit meiner Schwester gemacht habe und an eine Zeit ohne Internet und Handy.

Was sehe ich, wenn ich heute auf der Straße so entlang gehe? Kids und natürlich auch Erwachsene mit Handys in der Hand. Teenies, die vormittags um 10 vor Aldi und Co mit Kippe und Bierflasche sitzen und „quatschen“. Oder 18 Jährige, die stark alkoholisiert bei mir auf Arbeit in der Notaufnahme aufschlagen, vom Rettungsdienst gebracht und sich einfach mehr als daneben benehmen. Um letzteres soll es heute nicht gehen, denn ich vermute mal, dass euch Krankenhausgeschichten eher weniger interessieren.

Viel mehr möchte ich den Blick etwas kritisch auf Instagram lenken und den Blick fürs wesentliche mal wieder schärfen.


Zugegeben, das ganze ich manchmal überspitzt, denn nicht alle Kinder müssen darauf verzichten, viel auf dem Land zu sein oder auf dem Spielplatz zu sein. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass die „Jugend“ heutzutage gar keine Vorstellungen mehr von den Dingen hat, die schön sind. Scheinbar ist im Mittelpunkt stehen, Anerkennung bekommen und sich zu präsentieren bei manchen wichtiger.

Was frage ich mich dabei? Wohin das noch führen soll. Wie soll irgendwann mal mein Kind aufwachsen und wie wachsen die Kinder auf, die noch alles vor sich haben. Werden sie die Wertschätzung von kleinen Dingen haben, wie ich sie beigebracht bekommen habe? Sicherlich spielt die Erziehung da eine große Rolle aber Social Media, Druck durch Freunde und Umgänge ab dem Kindergarten kann man eben nur bedingt beeinflussen. Auch hier möchte ich darauf hinweisen, dass es keinesfalls überall so ist aber es sind Gedanken, die ich mir so mache!!!

Warum müssen Kinder mit 2 Jahren ein Tablet zum „spielen“ haben? Warum müssen sich viele im Social Media präsentieren, manchmal auch von einer Seite und mit einem Leben, was man gar nicht führt. Warum auch immer das Thema „Rich Kids“ in letzter Zeit so präsent ist, ich begutachte das ganze sehr kritisch. Glücklicherweise kann ja jeder, vor allem auch auf Instagram entscheiden, wem er folgt. Und so kann ich glücklicherweise sagen, dass ich in meiner Liste nur Menschen habe, deren Profile ich gern folge und wo ich so etwas nicht erlebe!

Aber was ich mich wirklich frage, warum müssen sich vor allem Teenager in Social Media Plattformen präsentieren, mit dem Goldlöffel im Mund daherkommen und alles zeigen getreu dem Motto“Schaut, was ich habe?“ Ich finde es toll, wenn manche in Prunk und Protz aufwachsen dürfen, ich persönlich halte aber von so einem Leben nix. Nichts machen und Mama und Papa zahlen. Wertschätzung, Arbeit und der Umgang mit Geld fallen da hinten runter. Manchmal frage ich mich, ob die Leute gerade auf Insatgram einfach nur Bestätigung und Anerkennung haben wollen.

Bilder kann man so leicht manipulieren. Erst letzte Woche habe ich eine lustige Reportage gesehen. Dort kann man Fotos machen lassen, die aussehen, als wäre man in einem Luxus Flieger. Was es nicht alles gibt dachte ich mir als erstes!

Aber was hat das Thema mit mir und euch zu tun? Nichts!
Ich möchte aber einfach mal wieder darauf aufmerksam machen, dass die kleinen Dinge schön sind! Das was man hat und worauf man stolz sein kann, dass man es sich aufgebaut hat. Liebe, Gesundheit, Freundschaft… das sind Werte die man sich mit sämtlichen Geld der Welt nicht kaufen kann! Darauf sollte man stolz sein.

Auch wenn ich stolz auf mein neu gekauftes Auto bin oder auf mein Gehalt, ja ich freue mich, dass es mir gut geht aber für mich kein Grund mich online mit dem zu präsentieren, was ich habe. Geld ist vergänglich und dieses „mir geht es finanziell gut“ ist toll aber nicht das wichtigste!
Stattdessen freue ich mich über selbstgeschriebene Briefe, die man heute nur noch selten bekommt. Ich freue mich über Nachrichten meiner Freundin, die ich vor ein paar Jahren durch meine Arbeit kennengelernt habe. Damals, als ich noch auf der Onkologie gearbeitet habe und immer wieder freue ich mich über Nachrichten, dass es ihr gut geht. Ich freue mich, wenn ich nach vielen Schichten und Wechselschichten zu meinem Mann ihn mal wieder sehe. Ich freue ich über kleine und neue Produkte, die ich zum testen erhalten habe. Warum dann prahlen und auf Instagram darstellen?

Das Leben ist lebenswert und wertvoll, und ich bin froh darüber, dass meine Mama und meine Oma mir das gezeigt und beigebracht haben.

 

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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. jasnarief sagt:

    Bin da voll Deiner Meinung 👍😘😸 Danke an dich für den tollen ehrlichen Bericht 👍😘😘😘😘😘

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  2. Astrid scholz sagt:

    Hallo Sarah! Ja das gibt es immer seltener . Zufrièdenheit ,liebe den anderen respektieren. Auch ich habe es so von zuhause gelernt . Hilfsbereit ,Freundlichkeit. Neid so was gab’s nicht und gibt’s nicht bei uns also jetzt nur von meiner Fam. Gesprochen Elternhaus! Mein Sohn hat auch macken,aber ich denke das mein Mann u. Ich ihn so erzogen haben mit kleinen Dingen auch der Natur.und sozial erzogen haben. Zbsp. Nachbar Kinder Handy zum Spielen,kleinste 2 Jahre. Es gibt so vieles was aufgezählt werden kann . Den grössten Teil hast du oben genannt! Traurig was soll noch kommen . Danke für deinen Beitrag LG Astrid

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  3. knutschimund sagt:

    Danke für den tollen Bericht. Mich würden auch Krankenhausgeschichten interessieren 😉 LG :*

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  4. Toll das aufzugreifen .. wichtig darüber nachzudenken 🙂 Und ich schließ mich an .. Ja eine kleine knackig pointierte Krankenhauskolumne wär toll 🙂

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  5. Wieder ein wirklich schöner Beitrag von dir, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich gebe dir da auch recht, die kleinen Dinge können auch richtig glücklich machen, die Leute die sich darüber nicht mehr freuen können tuen mir irgendwie leid. Manche brauchen immer mehr und mehr um glücklich zu sein, das ist echt schade.
    Ich denke, mit der richtigen Erziehung, lernt man auch kleine Dinge zu schätzen und auch mit Geld umzugehen, genauso wie soziale Medien.
    Unser Sohn durfte erst vor kurzem erst etwas damit zu tun haben, und der ist schon 15. Kindern mit 3 Jahren schon ein Tablet zu geben finde ich blöd. Ich kenne auch einige aus meinem früheren Umfeld, die sich nicht an die FSK bei Konsolenspielen halten, da fing das Kind (ein 5-jähriger) an mit „Ich will auch Leute töten!“ Es war also ein Ballerspiel. Es selbst zu spielen finde ich nicht schlimm, aber nach dieser Aussage war ich echt entsetzt, ich habe es ihnen auch gleich gesagt das es nicht ok ist, aber anscheinend interessiert es sie nicht. Mein Sohn darf bei spielen ab 18 nicht mal zuschauen! Auch nicht als er noch klein war.
    Liebe Grüße Susi

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    1. ossilinchen sagt:

      Das ist ja echt erschreckend, was das kleine Kind da gesagt hat. Schlimm, Schlimm 😣 Ich danke dir wirklich für deinen lieben Worte und dass dir der Beitrag so gefallen hat!!

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  6. Jessi sagt:

    Toller Beitrag! Ich finde auch, dass die Kinder absolut die Wertschätzung verloren haben und einfach nicht sehen, was hinter manch einem Bild oder einem Gegenstand/Produkt steht. Heutzutage ist vieles einfach selbstverständlich und das ist nicht richtig.
    Mein Bruder (17) hat auch manchmal so komische Anwandlungen, aber wir können ihn immer wieder auf den Boden der Tatsachen holen. Letztens zB. kam er zum Mittag vorbei und ich hatte gerade meine Nähsachen auf dem Tisch, weil ich einen Reißverschluss reparieren und ein paar Löcher flicken wollte, und er fragte allen ernstes, warum ich das mache und mir nicht einfach etwas neues kaufe. Ich wusste nicht wirklich, ob ich lachen oder weinen sollte und habe ihm dann nur erklärt, wie viel das alles kostet und wie viel ein Ersatz kosten würde. Außerdem haben wir uns erst im Sommer eine Küche gekauft, in der fast alle Ersparnisse stecken. Als ich ihm dann sagte, wie viel auch nur ein Schrank kostet und wie lange man dafür arbeiten muss, war er ganz schön baff…
    Man sollte einfach mehr und auch offener mit seinen Kindern oder jüngeren Geschwistern über sowas reden.
    Mit Tablets und Co. fange ich erst gar nicht an… Ich bin froh, dass ich mit meinen Freunden ganz viel draußen war und Baumhäuser gebaut habe. 🙂

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    1. ossilinchen sagt:

      Danke für deinen lieben Kommentar. Ja man muss nicht immer alles gleich neu kaufen, wenn man es auch reparieren kann und das vor allem auch selbst ohne große Mühe und Not.

      Hab einen schönen Abend ❤

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  7. Liebes Ossilinchen.
    Du sprichst mir aus der Seele. Sich ich bin ein „Draußenkind“ war das Wetter schön mussten wir Kinder raus zum spielen. Auch mit meiner mittlerweile 19jährige Tochter jabe ich das so gemacht. Heute brauchst du dein Kind nicht rsus schicken, da ist nämlich keiner! Weil es nicht schon über Tage per Whatsapp verhandelt wurde. Eine Verabredung treffen? Um Himmels Willen!“Schau mer mal“ oder lass und schreiben“ das sind die Antworten der Kids.
    Wenn meine Tochter 3 Stunden ihr Handy anstarrt und auf eine Antwort wartet, bekomme ich auf meinen Vorschlag: „Ruf doch kurz an“ nur einen fassungslosen Blick.
    Früher haben wir alles persönlich und sofort geklärt. Wir haben uns um 15 Uhr alle auf dem Spielplatz getroffen (und alle waren da) und dort haben wir ohne Handy und Tablet den ganzen Tag gespielt und gelacht. War einer frech gab’s Dresche (kein Mobbing oder Cybermobbing) und dann wären wir wieder Freunde. Manche noch heute.
    Ein schönes Wochenende und in Gedanken sind wir bei unseren Omis und Opis 😍

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