Schwanger sein ist keine Krankheit

Die Überschrift meine ich auch wirklich so, wie ich sie schreibe.
Eine Schwangerschaft, verläuft sie denn normal und ohne Komplikationen, ist keine Krankheit.

Allerding muss ich sagen, dass ich meine „blauäugigen“ Gedanken schnell beiseite legen musste und die Realität schneller kennenlernen durfte als erwartet.

In eineinhalb Jahren die man versucht schwanger zu werden, hat man viiiel Zeit um sich über Dinge wie Arbeiten, wie sage ich es ihm  (Link führt zu meinem Beitrag, wie chaotisch ich es meinem Schatz gesagt habe, dass WIR schwanger sind) und eventuelle Wehwehchen Gedanken zu machen.

Ich habe mir immer ausgemalt, dass ich so lange wie möglich arbeiten gehen werde, keinem von meiner Schwangerschaft erzählen werde und erst dann alles öffentlich mache, wenn man den Bauch nicht mehr kaschieren kann.

Tja, das schneller alles anders wird als gedacht, das war mir nicht bewusst. Als ich ungefähr in der dritten oder vierten Woche schwanger war (ich wusste natürlich von nichts) machten sich erste „Anzeichen“ bemerkbar, die ich aber ignorierte, da mein Körper mir in über eineinhalb Jahren oft „Zeichen“ gegeben hat schwanger zu sein und ich war es nicht.

Ich erinnere mich noch gut an meinen Nachtdienst. Es war irgendwas in den frühen Morgenstunden und wir hatten eine Reanimation. Natürlich wirkte ich so gut es ging mit. Ich hatte Hunger, war müde und einfach kraftlos, lies mir das aber auf Arbeit nicht anmerken. Schon während der Reanimation schob ich das schwindelig sein und dieses „komisch“ fühlen auf den Nachtdienst und die Übermüdung. Den Gedanken schwanger sein zu können hatte ich nicht, da ich sicher war, dass es mal wieder nicht geklappt hat.

Eine Stunde später musste ich mit einer Kollegin einen Verbandwechsel bei meiner Patientin machen. Ich sag euch, selten hat es mich so gehoben wie da. Da meine Kollegin aber die gleichen Beschwerden hatte und nicht schwanger ist, dachte ich mir auch hier nichts weiter dabei.

Aus dem Nachtdienst raus gekommen, mitten im Ausschlaftag bemerkte ich, dass sich so allmählig eine Mundschleimhautentzündung ankündigte.  Wann ich das das letzte mal hatte war mir ein Rätsel, einen Monat davor war ich beim Zahnarzt und alles war wie immer TipTop.

Ich schob es auf „zu wenig Obst gegessen“ und „zu viel Stress“ und dokterte an meiner Entzündung, bis ich sie in den Griff bekommen habe.
Dass ich morgens kaum Appetit hatte und erst gegen Mittag essen konnte, wenn ich Spätdienst hatte, das ist immer so, daher habe ich auch darauf nichts gegeben.

Besondere Gelüste hatte und habe ich bis heute nicht. Besondere Abneigungen gegen bestimmtes Essen hatte und habe ich schon immer, also wirklich nichts, was für mich aussah wie eine Schwangerschaft. Und dann, am Zyklustag 35, keine Regel, keine Bauchschmerzen. Hier kamen mal wieder Hoffnungen hoch, die ich schnell runter schluckte. Ich hätte sowieso erst am Zyklustag 35 meine Regel bekommen „sollen“, daher war ich in keinster Weise drüber…. Am Zyklustag 37 (was bei mir übrigens LEIDER vollkommen normal war) zuckte sich immer noch nichts. Nunja einen Tag später dann die positiven Tests.

Auch ab hier merkte ich kaum etwas, außer die üblichen Dinge wie „och nö, nun hab ich doch kein Appetit mehr auf mein gekochtes“.

Richtig übel ging es mir ab dem Tag, an dem ich die Notaufnahme aufsuchen musste. Hier hatte ich höllische Bauchschmerzen und konnte das ganze absolut nicht einordnen. Es wurde auch mit nichts besser und ich hatte wirklich keine Ahnung mehr, was ich zur Besserung tun könnte. Heute weiß ich „Hallo Mutterbänder, Hallo Schmerz“. Wenn man das mal eher gewusst hätte….
Ab da bekam ich, wegen fraglich intakter Schwangerschaft (im Ultraschall hat man zu dem Zeitpunkt nichts gesehen, ich war ca. in der 6ten SSW) Hormone, um die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten.

Und einen Tag später ging es volle Breitseite los. Übelkeit Hallo, Essen ade. Von wegen Morgenübelkeit… Ganztagesübelkeit trifft es am besten. Und ab da auch völlige Abgeschlagenheit, Müdigkeit und eine absolute LMA Stimmung. Zu nichts konnte ich mich aufraffen und ich hab eigentlich fast den ganzen Tag geschlafen. Das ganze ging so bis zur 8ten Woche. In der Zeit habe ich oft Akkupressurbänder meinen besten Freund genannt und die Zeit so ganz gut überstanden. Inklusive Gewichtsverlust von etwas mehr als einem Kilo…

Ab der 8ten SSW kam die Übelkeit sporadisch, ich konnte besser Essen aber keinesfalls könnte ich von „Fressattaken“ sprechen.
Schlafen war am Tag total easy, in der Nacht der Horror. Mein Bauch immer aufgeblähter, die Oberweite mittlerweile so groß, dass ich den BH Händler meines Vertrauens aufsuchen konnte und wehe, aber wirklich wehe ich bin auch nur im geringsten an die Dinger gekommen. Nicht selten habe ich nachts oder am Tag vor Schmerzen geheult und die Wohnung zusammen geschrien mit „AUA“.

Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit waren auch immer noch meine „besten“ Freunde.

Ab der 10ten SSW durfte ich dann feststellen, dass ich manchmal wie eine Dampflok klinge. Kaum 3 Treppen hoch gestiegen hätte ich ein Sauerstoffzelt gebrauchen können. Bauch immer größer (beim Dickbauchdienstag auf Instagram würde ich Preise für den größten und frühesten Babybauch ever gewinnen) und Hosen immer enger. Umstandshose finde ich optisch einfach … sagen wir nicht schön, Jeanshosen drücken und so habe ich Anfang der 11ten SSW Gummizug Hosen für mich entdeckt.

Jetzt, in der 12ten SSW legt sich langsam alles etwas. Der Bauch eher weniger aber Übelkeit, Bauchweh und Kreislaufprobleme, die immer mal wieder bei zu schnellem aufstehen da sind werden besser.
Die Waage zeigt Plus/ Minus Null an, also im großen und ganzen bin ich bei meinem Ausgangsgewicht, was ich mir fast nicht vorstellen kann, so groß wie jetzt schon alles ist 🙂

29872415_1580700958705413_5192077050320782245_o

 

Rein rechtlich muss ich euch darauf hinweisen, dass durch eure Kommentare und/oder Likes unter diesem Beitrag personenbezogene Daten wie euer Name und ggf. euer Blog oder eure Mail Adresse öffentlich gemacht werden könnten. Bei meiner Kommentarfunktion hier bei WordPress ist es so, dass eure Mail Adresse NICHT öffentlich angezeigt wird. Es besteht ein Widerspruchsrecht. Nähere Informationen entnehmt ihr bitte dem Impressum.

6 Gedanken zu “Schwanger sein ist keine Krankheit

  1. habe früher in einem Umstandsmodegeschäft mitgearbeitet. Schau mal nach der Marke Mama Licious, da wirst du einiges tolles finden:)Wünsch dir alles Gute, und das die Beschwerden immer weniger werden:)

  2. Das hört sich nicht so gut an ,was du so erlebt hast am Anfang SSW. Hoffe Das es langsam besser wird für dich . Mir gummizug Hosen finde ich gut . Bestimmt findest du noch Kleidung für dich . Alles liebe für dich. ..LG Astrid

    • Ach bisher komme ich gut hin. Verweigere Umstandskleidung immer noch 🤣 aber shirts habe ich ja weite und mit Hosen komme ich erstmal gut hin

  3. Sehr schöner Posts, ich wünsche dir eine baldige Besserung. Ich hatte auch lange Übelkeit, aber kein Erbrechen. Heute in der SSW 22 geht es mir gut 🙂

    Liebe Grüße
    Fio

    • Danke dir ❤ jaaa Erbrechen musste ich zum Glück auch nicht. Wird langsam besser 😍

      Liebe GrüßeSarah

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.