Stillstreik- Zwischen Höhen und Tiefen

Da liegt man nachts 3.30 Uhr nichts ahnend da, möchte sein hungriges Kind stillen und was erlebt man? Ein Kind, welches deine Brust anschreit. Ein Bild, welches ich so nicht kannte. Nach 10 Minuten trösten… neuer Versuch, gleiches Bild. Was tun, wenn einem die Brust gefühlt fast abfällt. Klar, abpumpen… allerdings hatte ich da nachts wenig Muse zu und wenn meine Maus trinkt wird die Brust meiner Meinung nach leerer.

Also Plan B, Kind austricksen und so legen, als wäre sie an der anderen Brust. Gefühlt unter Verrenkungen ging das auch.


Früh auf der anderen Seite gestillt, alles schick. Irgendwann wieder das gleiche Bild. Wieder die ungeliebte Brust, wieder verzweifeltes schreien und die Suche nach der Geduld. Nach dem das ganze Szenario bis weit in den Abend über den gesamten Tag so ging und die Milchpumpe mein bester Freund war, da ich nur an einer Seite stillen konnte, kullerten irgendwann die Tränen und ich rief meine Hebamme an… Stillstreik… ja, schon viel von gehört. Meist aber in Woche 6 und 12… nicht in Woche 10 in der wir waren. Aber jedes Kind ist eben anders.

Sie konnte mich etwas beruhigen und so nahm ich das ganze also so hin. Ich suchte meine Geduld, fand sie und das stillen klappte. Zumindest an der einen Seite, was mich ja sehr beruhigte.

Irgendwann versuchte ich dann wieder die ungeliebte Seite und siehe da, es klappte. Die darauf folgenden Tage waren geprägt von Höhen und Tiefen. Mal klappte es, mal nicht.


Und irgendwann kam der eine Abend andem ich am liebsten heulend davon gelaufen wäre. Aber als Mama nimmt man sich wenn dann nur kurz aus der Situation um durch zu atmen. Man flieht nicht, schließlich will man ja, dass es seinem Kind gut geht.

3 Stunden zu Bett bringen, welche geprägt von einem schreienden Kind waren, welches sich nur kurzfristig beruhigen lies und Hunger hatte… aber beide Brüste nicht wollte oder nur unzureichend getrunken hatte. Mal klappte das anlegen und sie trank, mal wurde die Brust angeschrien. Diesmal aber beide… Angst, dass sie hungert hatte ich nicht. Eher den Gedanken was ich mache. Mein Mann hatte Nachtdienst und ich stand allein da. Meine Brust aufzwängen wollte ich nicht, ich hatte das Gefühl, dass der Frust auf beiden Seiten nur größer wird. Also versuchte ich etwas abzupumpen, was unter dem emotionalen Stress eher schwer war… wo ich doch sonst keine Probleme damit habe. Immerhin kam ein kleiner Schluck Muttermilch, den ich in einen kleinen Becher für Babys gefüllt habe und ihr die Muttermilch so schluckweise gegeben habe. Das ganze hat auch geklappt und führte am Ende dazu, dass sie sogar an ihrer ungeliebten Seite getrunken hat. Endlich klappte auch das zu Bett gehen.

Eine Tag später sah die Welt glücklicherweise wieder anders aus und beide Brüste wurden akzeptiert. Seither hatten wir auch nie wieder Probleme.


Als Mama stößt man da schon an seine Grenzen. Ich hatte keine Zweifel an mir oder an der Kleinen. Es war einfach der Gedanke, was man jetzt macht. Blödes Timing durch den Nachtdienst meines Mannes und so fühlte ich mich allein. In solchen Momenten bewundere ich noch mehr als sonst schon die Frauen, die alleinerziehend sind.

Warum die Kinder in einen Streik verfallen, das weiß man nicht. Wer aber weiter stillen möchte, der sollte durchhalten und nicht zur Falsche greifen. Das kann dazu führen, dass die Kinder die Brust gar nicht mehr nehmen.

Die Gründe für so einen Streik können vielseitig sein. Von einem veränderten Geschmack der Milch, über einen anderen Geruch bishin zu Schmerzen des Babys bei der Lagerung gibt es viele Möglichkeiten, die man heraus finden sollte. Manchmal gibt es aber auch keine erklärlichen Gründe. So oder so hilft nur abwarten und geduldig bleiben, was nicht leicht fällt. Ich weiß, wovon ich rede.

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2 Gedanken zu “Stillstreik- Zwischen Höhen und Tiefen

  1. Ohh wie kommt mir das bekannt vor – das hab ich vor 32 Jahren schon mit gemacht .. auch ich war Nachts immer alleine – da mein Mann immer die Nacht durch gearbeitet hat..nur am Wochenende lief es immer anders ab – meine Tochter hat sich bei ihm immer viel schneller beruhigt und somit auch mich 🙂 ..leider musste ich nach 6 Wochen schon die Flasche zu füttern,weil meine Milch nicht mehr gereicht hat – aber gestillt haben wir bis wirklich nichts mehr kam und haben die Zeit sehr genossen 🙂 wir haben es fast 4 Monate geschafft ..eine schöne Zeit und mir geht immer das Herz auf wenn ich eine stillende Mutter mit ihrem Baby sehe *smile…
    Du bzw Ihr macht das ganz wunderbar…*Bussi

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