Nachgefragt im UKD- Ossilinchen trifft die Chirurgische Notaufnahme (CNA)

In der CNA war ich mittlerweile schon oft, dienstlich aber auch privat. In der Woche, die ich da hospitieren durfte habe ich wirklich viel gesehen. Von der Brandverletzung beim Kind, über ein Schädelhirntrauma beim Erwachsenen, ein gebrochenes Bein samt Gipsanlage bis hin zum Polytrauma war alles dabei. Ein sehr spannendes und großes Fachgebiet, welches nicht nur mich interessiert, sondern auch für euch sehr spannend ist. Aus dem Grund werde ich euch heute die Chirurgische Notaufnahme mal vorstellen.


Den letzten Kontakt hatte ich leider privat mit meiner Tochter kurz nach Pfingsten. Nichts, was man sich wünscht. Das Personal war sehr freundlich nur leider konnten sie an der Situation, dass es nur einen für die CNA diensthabenden Kinderchirurgen gibt und dieser auf Station Visite macht nichts ändern. So hieß es warten, warten, warten und ein Kleinkind im Wartezimmer bespaßen.


Da ich mich für den heutigen Termin mit der zuständigen PDL Frau Miersch- Liefke und der Stationsleitung Herr Höhne getroffen habe, konnte ich diese Erfahrung weitergeben. Vielleicht kann man ja künftig an der Situation etwas ändern.
Meine Kritik wurde sehr offen angenommen, das Problem ist kein unbekanntes. Vielleicht findet man dafür ja eine Lösung. Ich würde mich darüber sehr freuen, vielen Eltern wäre damit sicherlich geholfen.


Allerdings wurde mir versichert, dass ein Kind, welches wirklich einen Notfall darstellt auch sofort dran kommt. Was es bedeutet ein Notfall zu sein und wie das ganze eingeschätzt wird, das werde ich euch weiter unten noch erklären.


Das wirklich spannende ist, dass sämtliche chirurgische Notfälle in der CNA behandelt werden. Vom Baby, über das Kleinkind bis hin zum Erwachsenen. Aus dem Grund besteht das Team aus Gesundheits- & KrankenpflegerInnen und Gesundheits- & KinderkrankenpflegerInnen.

Die CNA findest du im Haus 32, EG (0351/458 2425). Durch den damaligen Neubau des Gebäudes und den Umzug am 04.Juni.2019 vom Haus 59 in die 32 ist die CNA deutlich größer geworden. Was besser und praktischer geworden ist, auch dazu komme ich später noch.

Haus 32 befindet sich im blauen Teil A.

Wie immer hattet ihr die Möglichkeit Fragen zu stellen, welche ich dann mit ins Gespräch genommen habe.

– Wie groß ist das Team?

Insgesamt 40 Leute arbeiten hier. Ärztliche Kolleginnen und Kollegen sind nicht mit eingerechnet. Insgesamt 4 MFA´s arbeiten hier und 36 Krankenschwestern/ Pfleger sowie Kinderkrankenschwestern/ Pfleger.

– Was passiert alles im Schockraum? Welche Patienten kommen da rein?

Seit Umzug ins Haus 32 ist der Schockraum wirklich den Patienten mit Polytrauma vorbehalten. Prinzipiell kann man sagen, dass hier die Erstversorgung stattfindet.

– Was ist ein Polytrauma? Wie schätzt man es ein?

Ein Patient mit Polytrauma hat in der Regel mehr als 2 Verletzungen, wovon eine Lebensbedrohlich ist oder werden kann. Wird ein Patient vom Rettungsdienst via Telefon als Polytrauma angekündigt, dann muss die Pflegekraft einschätzen, ob es ein Vollalarm oder ein Teilalarm Polytrauma ist. Es gibt hier Vordrucke mit Fragen, die immer gestellt werden, um dies einschätzen zu können.

Bei einem Vollalarm Polytrauma ist das komplette Aufgebot an Ärzten da. Heißt: alle aus der Fachabteilung OUC (Unfall- und Wiederherstellungschirurgie) inklusive Oberarzt sind da. Die Anästhesie ist mit einem Arzt und jemandem aus der Pflege vertreten, 2 Pflegekräfte aus der CNA sind vor Ort, die VTG (Viszeral- Thorax- & Gefäßchirurgie) ist am Bett. Ebenfalls die NCH (Neurochirurgen) sind vor Ort. Die Radiologie wird hinzugezogen, der ITS Arzt der den Patienten dann übernimmt ist dabei und der Blutbote, der sämtliche Blutprodukte in die CNA transportiert, ist da. Wenn es sich um ein Kind handelt, dann ist auch noch ein Kinderchirurg am Bett.

Ein Beispiel hierfür ist ein Patient, der einen Verkehrsunfall mit Frontalaufprall hatte und nun eine Beckenfraktur oder Verletzung am Becken hat und beispielsweise einen sehr, sehr niedrigen Blutdruck hat.

Ein anderes Beispiel wäre eine Amputationsverletzung und eine Bewusstseinsstörung. Bestimmt wird das mit dem GSC (Glasgow Coma Score). Alles unter einer Zahl von 9 ist eine mittelschwere oder schwere Bewusstseinsstörung bis hin zum Koma. Heißt: Intubationsbereitschaft!

Auch eine Schussverletzung der Rumpf- Hals Region und eine Atemstörung/ Intubationspflicht ist ein Vollalarm Polytrauma.

Bei einem Teilalarm Polytrauma ist die Anästhesie informiert aber nicht vor Ort. Auch die Neurochirurgie ist nicht dabei.

Ein Beispiel wäre hier ein Patient, der mit höherer Geschwindigkeit auf dem Fahrrad mit einem Fußgänger kollidiert ist (oder einem anderen Radfahrer) und „nur“ auf die Schulter gefallen ist, wach ansprechbar und orientiert ist.

Oder ein Patient mit einer Verbrennung unter 20% der Körperoberfläche, der aber weder kreislaufinstabil ist, noch eine Atemstörung hat.

– Wie sieht es im Schockraum aus und was sind dabei die wichtigsten Utensilien?

Es ist schwer zu sagen, was nun genau wichtig ist und was nicht. Alles ist wichtig und es macht das Zusammenspiel von vielen Kleinigkeiten. So ist bei einem beatmeten Polytrauma die Beatmung natürlich essentiell wichtig. Es gibt aber auch Patienten, die keine Beatmung brauchen. Generell ist Monitoring bei allen Patienten Pflicht! Auch die Schere, um den Patienten auskleiden zu können, bzw. um die Sachen aufzuschneiden ist immer wichtig.

Kommt ein Patient, welcher als Polytrauma angekündigt wurde in die CNA, dann wird der Patient in den Schockraum gebracht, alle Abteilungen sind vor Ort. Hier findet zuerst die Übergabe vom Notarzt oder Rettungsdienst an alle statt. Danach wird der Patient ausgekleidet, er muss ja beurteilt werden, der Grad der Verletzung muss eingeschätzt werden und auch medizinische Maßnahmen müssen begonnen werden. Danach oder noch vor dem Entkleiden findet die Umlagerung auf die Trage der CNA statt und nun hat jeder seine Aufgabe. Der Neurochirurg beurteilt die Pupillen, der Unfallchirurg schaut, ob es irgendwo Frakturen (Brüche) gibt, einer muss alles dokumentieren, die Pflegekräfte der CNA sind immer zu zweit. Der eine kümmert sich um beispielsweise eine Flexülenanlage/ Blutabnahme, der andere assistiert einem Arzt. Die Anästhesie kümmert sich um einen sicheren Atemweg.

Material für eine Blutabnahme. Nicht dabei ist der Spritzenabwurf, der natürlich wichtig ist!

– Wie lange dauert die Versorgung eines Polytraumas in der Rettungsstelle?

In der Regel 10 Minuten, danach befindet sich der Patient im CT. Studien haben ergeben, dass das Outcome eines Patienten (wie er quasi aus all dem wieder raus kommt, wenn der Krankenhausaufenthalt überstanden ist) mit der schnellen Versorgung am besten ist. Die Kolleginnen und Kollegen haben es dank einer LED Uhr an der Decke leicht, um nachzuschauen, wann die Zeit erreicht ist. Kommt ein Polytrauma, betritt man den Raum, dann drückt einer einen Button und die Zeit läuft. Auch wichtig ist diese Anzeige im Falle einer Reanimation.

Ein Ganzkörper CT findet immer statt, ein CT von Kopf bis unter das Becken, um genau zu sein. Nach ca. 30 Minuten nach Ankommen des Patienten in der CNA ist er entweder im OP oder auf ITS.

– Wie sieht das Set zum intraossären Zugang (Zugang im Knochen) aus? Wann wird er genutzt und wo wird gebohrt?

Set für einen intraossären Zugang.

Es ist selten, dass ein intraossärer Zugang in der CNA bzw. in der Klinik gelegt wird. Im Krankenhaus haben wir viel zu viele Möglichkeiten, um Zugänge beim Patienten zu legen. Nichtsdestotrotz ist das Set eine Pflicht, ebenfalls die Schulung des Personals. Ich selber hatte es bisher nur 1x in der Praxis erlebt, dass der Zugang gelegt wird. Die Art und Weise des Zugangs ist eher etwas für den Rettungsdienst, der keine Möglichkeiten hat, eine Flexüle beim Patienten zu legen, weil die Venenverhältnisse schlecht sind. Daher wird dann auf diese Art und Weise des Zugangs zurück gegriffen.

Ein intraossärer Zugang sollte maximal 24 h liegen, besser jedoch so schnell wie möglich entfernt werden und gegen einen unter optimierten Bedingungen gelegten Zugang ausgetauscht werden.

Gebohrt wird unter anderem in der Innenseite der Tibia (Schienbein), der Außenseite des Oberarms und ganz selten auch im Sternum (Brustbein). Letzteres ist eher nicht zu empfehlen, falls man in ein Ereignis der Reanimation fällt.

– Wie oft kommt der Hubschrauber am Tag und wie sieht der Landeplatz aus?

Nicht alle Hubschrauber, die am Tag kommen, sind auch für die CNA bestimmt. Auch Verlegungen aus einem anderen Krankenhaus werden manchmal mit dem Hubschrauber gemacht oder Patienten für das Herzzentrum kommen manchmal ebenfalls mit dem Hubschrauber.

Man kann aber sagen, dass ca. 800 Hubschrauber im Jahr kommen.

– Was muss für einen Massenanfall/ viele Verletzte zeitgleich vorbereitet werden? Wie lange dauert die Vorbereitung?

Ein sogenannter MANV- Massenanfall von Verletzten, ist eher selten. Von einem MANV spricht man, wenn mindestens 5 Patienten (oder mehr) von ein und dem selben Unfall betroffen sind. Ein Unfall muss nicht immer ein Unfall im Auto sein. Auch ein Gasaustritt zählt dazu, wenn mehr als 5 Personen betroffen sind.
Der Rettungsdienst kündigt einen solchen MANV mittels FAX an. Auf dem Fax muss die jeweilige Klinik dann vermerken, wie viele Patienten aus welcher Farbkategorie behandelt werden können.

Rot bedeutet die sofortige Behandlung-> Massive Blutungen oder eine Atemwegsverlegung sind hier Gründe.

Gelb bedeutet dringend-> ein Schädelhirntrauma, ein Bauchtrauma oder offene Frakturen sind Gründe für die Einstufung.

Grün bedeutet nicht dringend -> Beispielweise geschlossene Frakturen.

Blau bedeutet hoffnungslos-> Verletzungen/Schäden sind nicht mit dem Leben vereinbar. Hier macht man nichts mehr. // Diese Einstufung gibt es wirklich nur bei extrem limitierten Rettungsressourcen.

Schwarz bedeutet, dass der Patient tot ist.

Die Zeit der Vorbereitung lässt sich etwas schwer angeben, denn Materialen sind binnen 15 bis 30 Minuten zusammen gesucht. Schwieriger wird es beim Thema Personal. Zuerst wird geschaut, wer alles helfen kann, der im Dienst ist. Je nach Art und Weise des MANV müssen auch Personen aus dem frei gerufen werden. Nicht alle wohnen in Kliniknähe, sodass die Anfahrt etwas länger sein kann und es durchaus bis zu einer Stunde dauern kann, bis alle vor Ort sind.

Im Katastrophenschutzraum gibt es einen Wagen für den MANV. Dort findet man Westen, Einteilungen und Erklärungen und andere wichtige Dinge. Einer muss auch immer eine leitende Position haben, muss alles im Überblick haben und koordinieren. Das ist einmal der Oberarzt der Anästhesie und einmal die Schichtleitung der CNA.

Wenn der Patient kommt wird erstmal nicht unbedingt der übliche Weg des Chipkarte einlesen gegangen. Hier geht es um eine Massenversorgung von vielen Patienten. Da kann die EDV wichtige Zeit stehlen. Das wird dann hinterher gemacht. Um aber dennoch alle Patienten auseinander halten zu können gibt es Armbänder mit Zahlen, die den Patienten eindeutig identifizieren und der Patient bekommt ein Kärtchen um den Hals mit den wichtigsten Daten und der Farbe, in die er eingestuft wurde.

Wenn ein Patient im MANV kommt, dann sichtet der Arzt die Patienten und muss sofort entscheiden, welcher Farbe er angehört.

Bei einem MANV können die Patienten langfristig nicht in der CNA sein, schließlich ist es eine Notaufnahme. Sprich, die diensthabende Pflegedienstleitung muss alle Stationen abtelefonieren und mitteilen, welche Station wie viele Patienten aufnehmen kann. Nicht zwangsläufig muss ein internistischer Patient dann in der Inneren liegen oder ein chirurgischer Patient in der Chirurgie.

Patienten, die zum Beispiel nach einem Strahlenunfall kommen, die haben einen extra Eingang. Davor wird ein Zelt aufgebaut, die Patienten werden abgeduscht und versorgt. Infektiöse Patienten werden in einem separaten Raum versorgt.

Über die rechte Tür kommt der Rettungsdienst mit dem Patienten. Vor dem Raum mit der offenen Tür wird dann das Zelt aufgebaut, die Brause zum abduschen hängt dann an dem leeren Haken neben der Tür und danach findet die Versorgung im separaten Raum statt.

 -Was ist neu/ besser zu den alten Räumlichkeiten?

Generell ist alles größer und moderner. Der Schockraum ist größer und kann unterteilt werden in 2 Schockräume. Es gibt nun auch 2 Gipsräume, einen für die Kinder und einen für die Erwachsenen. Auch die Einfahrt für die RTW´s (Rettungsdienste) ist größer. Wo früher nur 2 gerade so hingepasst haben, passen nun 8 hin. Der eigene Aufenthaltsraum, weiter weg vom Geschehen sorgt dafür, dass man in seinen 30 Minuten Pause auch wirklich mal entspannen kann.


Früher war die CNA auch recht offen. Über das Haus 59 ist man ohne Probleme rein gekommen. Das ist nun nicht mehr gegeben, ohne Transponder kommt man nicht mehr in die CNA, ein bedeutender Faktor in der Sicherheit. Auch aus dem Grund sitzt nun der Wachschutz mit an der CNA.
Ebenfalls neu ist die Rohrpost, mit der Laborproben direkt versendet werden können. Ein extra Transport mittels Boten entfällt und somit sind die Ergebnisse auch schneller da, weil die Proben sofort im Labor ankommen.
Ebenfalls das Zimmer für infektiöse Patienten ist ein großer Vorteil.

Auch gibt es nun mehr Arbeitsfläche für das Personal und mehr PC´s zur Dokumentation.

Durch die Größe kann man mehr Patienten adäquater behandeln und betreuen. Die alte CNA hatte eine Auslastung für 18.000 Patienten jährlich, bei aktuellen Zahlen, die ich euch unten verrate.

– Kommt man als Azubi in die CNA?

Ja, allerdings ist das ein Wunscheinsatz, den man der Schule mitteilen muss.

– Gibt es freie Stellen in der CNA?

JA!!!

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt werden

Pflegekräfte für die Chirurgie

in Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung gesucht. 

Darauf kommt es an:

  • erfolgreicher Berufsabschluss als Gesundheits- und KrankenpflegerIN
  • Fähigkeit zur Selbstreflektion und ein hohes Maß an Verantwortungsbereitschaft
  • Einsatzbereitschaft, angemessenes Kommunikationsverhalten, soziale Kompetenz
  • Du hast eine optimistische Grundeinstellung und eigene Ziele, achtest auf dich selbst und bist physisch und psychisch sehr belastbar.

Herr Höhne hat auch nochmal Rücksprache mit seinem Team gehalten, da es mir besonders wichtig ist, die Stimmung im Team einzufangen und hier ehrlich zu berichten!
Das Team ist breit gemischt, die meisten sind zwischen 25 und 40 Jahren. Viele Menschen haben auch viele Meinungen, das ist klar aber ist eine Notfallsituation da oder braucht ein Kollege/ eine Kollegin Hilfe, dann hilft auch wirklich jeder. Allgemein ist der Support im Team sehr hoch. Auch Diensttausche sind in Absprache kein Problem.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzten zeichnet die Arbeit ebenfalls aus. Es ist ein arbeiten auf Augenhöhe und das kann ich auch bestätigen.

Zu Dienstbeginn werden die Kolleginnen und Kollegen eingeteilt. Hat man mal wirklich keinen so guten Tag, möchte mal lieber im Hintergrund sein, dann kann man sich auch am Tresen einteilen lassen. Der kümmert sich dann um das Einlesen der Patienten.

Wer Gesundheits- & KrankenpflegerIn ist und großes Interesse an der Versorgung von Kindern hat, der kann nach Einarbeitung und nach Rücksprache auch bei den Kindern arbeiten.

Jeder, der neu kommt hat eine 2 monatige Einarbeitung mit Mentor. Derjenige läuft in der Planung zusätzlich und hat so wirklich eine Chance auf Einarbeitung.

Darauf kannst du dich verlassen:

  • Bei uns erwartet dich ein interdisziplinäres Team in einem hochspezialisierten Arbeitsumfeld, in dem Du bei einer vielseitigen und verantwortungsvollen Tätigkeit deine Ideen und dein Engagement einbringen kannst.
  • Du kannst das Carus Vital, das hauseigene „Fitnessstudio“ nutzen und bei Fragen zur Kinderbetreuung durch Partnerschaften mit Einrichtungen in direkter Nähe ist das Familienbüro für dich da.
  • Die Teilnahme an berufsorientierten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Carus Akademie oder mit externen Anbietern werden vom UKD unterstützt.
  • Nutzung des Jobtickets für die Öffentlichen Verkehrsmittel in Dresden und Umland nach der Probezeit ist ebenfalls möglich.

Gern darfst du erwähnen, dass du über mich, Sarah Küttner/ Ossilinchen aufmerksam geworden bist.

Ich habe selbst fast 3 Jahre in einer Notaufnahme gearbeitet (Innere/Neurologische Notaufnahme) und weiß daher genau, auf was es ankommt. Jeder Tag ist anders, jeder Patient hat ein anderes Problem. Der Ablauf ist zwar irgendwann (bis auf bei den Notfällen) gleich aber dennoch wird es nie langweilig. Man lernt sehr viel, muss aber auch bereit sein, viel lernen zu wollen. Gerade im Dienst weiß man nie, was einen erwartet. Da kann einmal der Rettungsdienst kommen, es können die Patienten kommen, die sich selbst vorstellen oder auch innerbetriebliche Notfälle, wenn sie nicht über das REA Team auf Intensivstation gehen. Es ist also sehr spannend aber kann auch stressig sein. Die Teamarbeit ist hier das A und O. Ich sag mir immer, dass ein Dienst noch so stressig sein kann, mit einem coolen Team an der Seite macht auch das Spaß.

– Wie wird eine Messerstichverletzung versorgt?

Es ist zuerst natürlich wichtig zu wissen, wo die Verletzung ist, wie schwer sie ist und ob das Messer noch drin steckt.

Ist kein Messer mehr in der Wunde, dann muss erstmal der Stichkanal beurteilt werden. Das macht die VTG. Falls eine starke Blutung vorhanden ist, dann wird erstmal ein Kompressionsverband angelegt.

Ist das Messer noch drin, dann wird geschaut, ob man es raus ziehen kann oder ob man erstmal eine Bildgebung (CT) braucht und danach im OP schaut, wie man es entfernt.

Wichtig zu wissen ist, dass beide Varianten in den OP müssen. Selbst wenn das Messer nicht mehr drin ist, der Stichkanal muss gesäubert werden und die Wunde ggf. genäht werden.

– Kannst du bitte einen Behandlungsraum zeigen!

Das ist ein Beispiel für einen Behandlungsraum für einen Erwachsenen.
Das ist der Gipsraum für die Kinder.
Ein Teil vom Eingangsbereich, wenn man mit dem RTW kommt. Gerade zu ist das CT und das Röntgen ist ebenfalls in der Nähe.

– Wie viele Patienten kamen letztes Jahr in die Notaufnahme?

Das waren 36.000 Patienten. Die CNA ist aber durchaus für mehr Patienten ausgelegt.


Auf ein wichtiges Thema möchte ich noch eingehen: Warum muss man so lange warten und warum kommt der Nachbar schneller dran, als man selbst, obwohl man eher da war.

Vielleicht hat ja der ein oder andere schon mal etwas von einem Triage System gehört. Dieses System erleichtert es einem einzuschätzen, ob der Patient ein wirklicher Notfall ist und sofort dran kommt oder ob er bis zu 120 Minuten im Wartezimmer warten kann bis der Erstkontakt mir einem Arzt stattfindet.


Auch dieses System arbeitet mit Farben.
Rot bedeutet ein sofortiger Arztkontakt.
Orange bedeutet der erste Arztkontakt sollte spätestens in 10 Minuten stattfinden.
Gelb bedeutet 30 Minuten bis zum ersten Arztkontakt.
Grün bedeutet 90 Minuten bis zum ersten Arztkontakt.
Blau bedeutet 120 Minuten bis zum ersten Arztkontakt.

Dieses Triage System füllt die Schwester oder der Pfleger auch nicht nach Lust und Laune aus oder wie ihm die Nase eines Patienten gefällt. Dieses System gibt klar Beschwerden und Symptome an, die der Patient angibt und danach wird quasi durchgeklickt.

Im Wartebereich der CNA gibt es einen Bildschirm, der einem einen Einblick gibt, wie viele Patienten aktuell da sind, wann ein RTW kommt und ob gerade Schwerstverletzte behandelt werden.

Ihr könnt euch sicher sein, keiner wird mit Absicht lange sitzen gelassen. Und ich weiß sowohl auch personeller Sicht, wie die Arbeit in einer Notaufnahme ist aber auch wie es ist, als Patient da zu sein und dass die Zeit manchmal echt nicht schnell vergeht und man ja auch aus bestimmten Gründen da ist. Dennoch kann leider nicht mehr als gearbeitet werden und ich hoffe, dass der ein oder andere nun etwas mehr Verständnis hat.
Ich persönlich hoffe natürlich, dass das Thema Kinderchirurg in der CNA nochmal evaluiert wird.

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