Elternratgeber

Alles, was du zum Thema Stürze im Kindesalter wissen solltest….

Dieser Beitrag ist gemeinsam mit Jordis von Erste Hilfe Party entstanden. Vielen lieben Dank für deinen fachlichen Input!


Was meint ihr ist der häufigsten Unfall mit Kindern im Haushalt?
Tatsächlich ist es der Sturz vom Wickeltisch – gefolgt von dem Sturz aus dem Bett. 

Wenn ich mal bei meinen Mädels rum frage, dann ist nahezu jedes Kind schon mal aus dem Bett gefallen… Daher ist dieses Thema wirklich sehr von Bedeutung! Genau aus dem Grund habe ich mich mit Jordis für dieses wichtige Thema entschieden.

Kinder haben alle eine Phase, in der sie wickeln nicht mögen. Sie haben besseres vor, nämlich die Welt entdecken.  Da sieht das wickeln oftmals aus wie ein kleiner Nahkampf mit einem Aal. Wenn ihr euch gerade in dieser “ Phase “ befindet, dann ist es ratsam entweder das wickeln auf den Fußboden zu verlegen oder sich direkt beim Kauf einer Wickelkommode für den KiWiKo Aufsatz zu entscheiden.  An der Stelle muss ich sagen, dass sich das Geld wirklich lohnt. Wir (Sarah) hatten sie auch und haben sie aktuell an meine schwangere Freundin verborgt, da ich diesen Wickelaufsatz wirklich geliebt habe und somit einer weiteren Familie eine Freude machen möchte!

So wickelt ihr am sichersten, denn wenn man sich wirklich mal bücken muss, um zum Beispiel in die Kommode zu gehen oder sich (warum auch immer) mal kurz umdreht, macht man einfach die Klappe am KiWiKo hoch und das Kind kann nicht raus fallen. Dennoch sollte man sein Kind NICHT unbeaufsichtigt lassen, vor allem nicht die agilen Kinder!

Denn wenn wir ehrlich sind, dann geht es wirklich soooo schnell. Und die Kinder fallen ja nicht vom Wickeltisch, wenn wir nicht im Raum sind, sondern sie fallen, wenn wir direkt daneben und “ nur einmal kurz abgelenkt“ sind. Mir (Jordis) ist es selbst einmal passiert, dass mir ein „Babysitterkind“ vom Wickeltisch gefallen ist.  Obwohl ich die Hand auf dem Bauch liegen hatte! Erst liegt sie da und strahlt ihr Mobile an und im nächsten Moment dreht sie sich und rutscht nach unten weg. Ich konnte sie damals nur kurz vorm Boden auffangen,  weil ich ihr vorher eine Jeans Latzhose angezogen hatte.  Hätte ich ihr nur eine Strumpfhose angezogen, die nachgegeben hätte, wäre sie auch auf dem Boden gefallen. Ich hätte NIE gedacht,  dass MIR DAS mal passiert!

Eine wichtige Frage ist an der Stelle noch zu klären: Warum fallen die Kinder eigentlich primär auf den Kopf?

Das liegt daran, dass der Kopf den Schwerpunkt der Kinder bildet. Nun ist ein Sturz auf den Kopf, gerade in der „Lauflernphase“ nicht immer gleich dramatisch. Ein Sturz vom Wickeltisch ist da natürlich aufgrund der Höhe etwas anders. Meine (Sarah´s) Kinderärztin sagte mal, dass ein Sturz erst dann richtig bedenklich ist, wenn die Höhe des Sturzes größer ist, als die Körpergröße des Kindes.

Was tun, wenn das Kind gefallen ist (und das auch noch auf den Kopf?)

Ruhe bewahren 


Situation einschätzen ( war ich dabei und habe ich den Sturz gesehen oder komm ich dazu, weil es “ gerumpst“ hat?)
-> Habe ich den Sturz nicht gesehen, dann sollte ich schauen, ob das Kind z.B. neben einem Stuhl liegt und
evtl. darauf geklettert und runtergefallen ist oder ist das Kind evtl. “ nur gestolpert“

Bildquelle: Jordis



schauen wie das Kind reagiert
* weint es
* versucht es direkt aufzustehen 
* bleibt es regungslos liegen
 * ist es bewusstlos 
* könnte etwas gebrochen sein 


je nach Alter Fragen stellen 
* möchtest / kannst du aufstehen ?
* wo tut es weh?
* wieso bist du gefallen ( oder wo runter)?

– das Kind erst bewegen, wenn man sicher ist, dass nix gebrochen oder schwere Verletzungen vorhanden sind!

– ggf. Wunden versorgen ( Pflaster, Verband oder Druck Verband, ggf. kühlen ( richtiges kühlen und Wundversorgung lernt man z.B. in den Erste-Hilfe Kursen von Jordis, die man auch jetzt zu Pandemie Zeiten via Internet machen kann!)

das Kind beobachten 
* ist etwas wie z.B. der Arm oder etwas anderes gebrochen? Ist etwas gebrochen, dann unbedingt
schauen, ob der Rettungswagen sinnvoll ist, damit der Bruch sicher transportiert wird.
* war das Kind bewusstlos-> Rettungsdienst rufen! (Telefonnummer: 112)
* zeigt das Kinder Verhaltensauffälligkeiten oder neurologische Auffälligkeiten
(Einschränkungen in der Bewegung, immer wieder „schläfrig, weggetreten oder abwesend“ sein,
schwankenden Gang etc.) solltet ihr ein Krankenhaus aufsuchen – je nach Schwere der
Auffälligkeiten einen Rettungswagen rufen!
* übergibt sich das Kind, klagt über Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel, wird kurzzeitig
bewusstlos,  hat Schlafprobleme,  sollte ihr ebenfalls einen Arzt/( Krankenhaus) aufsuchen um zu
schauen, ob es eine Gehirnerschütterung ist.
* bildet sich eine Beule, kann man diese leicht kühlen
(genaue Informationen zum richtigen kühlen erhaltet ihr ebenfalls zum Beispiel im Erste-Hilfe Kurs
von Jordis) und beobachte. Ist die Beule hart / fest, dann ist meistens nichts passiert. Ist sie jedoch
eher weich oder wie ein „Kühlpack“ vom Tasten her, sollte man diese zeitnah überprüfen lassen!
*Wir Eltern haben aber auch unser „Bauchgefühl“ und wenn das sagt “ hier stimmt was nicht“ , dann
sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn dann ist das Kind anders als sonst, und das weißt meistens
darauf hin,  dass etwas ist. Lieber einmal zu viel los fahren und schauen lassen, als einmal zu wenig
und es ist dann doch etwas.  .

Hat euch der Beitrag gefallen bzw. kennst du jemanden, dem der Beitrag gefallen und helfen könnte, dann darfst du Ihn natürlich sehr gern teilen!


Der Beitrag ersetzt in keinem Falle eine ärztliche Beratung, er soll lediglich Tipps und Hilfestellungen bieten, wie man im Ernstfall reagieren sollte!!

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