Nachgefragt im UKD- Ossilinchen trifft Frau Tennstedt- eine Mitarbeiterin mit Beeinträchtigung

Sind wir ehrlich, jeder kennt Stellenanzeigen, in denen aufgefordert wird, dass Menschen mit Beeinträchtigungen bevorzugt eingestellt werden und herzlich zur Bewerbung aufgerufen werden.
Die wenigsten glauben diese Aussagen, halten sie nur für eine Floskel… aber warum eigentlich?
Es spricht ja schließlich nichts dagegen jemandem im Team zu haben, der eine Beeinträchtigung hat. Gerade das UKD ist so groß, dass es doch da genug Möglichkeiten geben sollte.
Damit ich genau zu diesem Thema mehr erfahre, habe ich mich heute mit Anna- Maria Tennstedt getroffen.

Sie hat eine Gehbeeinträchtigung, sitzt seit 5 Jahren im Rollstuhl und arbeitet als studentische Hilfskraft im UKD. Trotz ihrer Beeinträchtigung übt sie ihre Tätigkeit im Haus hervorragend und gern aus.


Ich war selber sehr neugierig, was das heutige Gespräch anging, denn ich kenne ja den pflegerischen Ablauf auf Station und war daher sehr gespannt, was Anna-Maria aus ihrer Sicht berichten kann. Natürlich unterscheiden sich Ihre und meine Aufgabengebiete, dennoch geht es ja auch ineinander über.


Daher habe ich ihr ein paar Fragen gestellt, die mich brennend interessieren und die ihre Aufgaben bei uns am UKD gut und verständlich rüber bringen. Vielleicht gibt es ja aber auch das ein oder andere aus ihrer Sicht, was man verbessern könnte. 🙂

Liebe Anna- Maria, was genau sind denn deine Tätigkeiten hier im UKD?

Anna- Maria: Zu Beginn meiner Anstellung im UKD war ich Sitzwache/ studentische Hilfskraft, ausschließlich im Nachtdienst. Nun bin ich als studentische Hilfskraft angestellt und unterstütze das Pflegepersonal im Stationsalltag.

Seit wann übst du deine Tätigkeit im Hause aus?

Anna- Maria: Ich bin nun seit 3 1/2 Jahren im UKD tätig.

Wie kam es denn dazu, dass du dich hier im Hause beworben hast?

Anna- Maria: Ich habe Medizin studiert, studiere nun Psychologie und wollte einen Einblick auf Station bekommen, den man als Medizinstudent nicht bekommt. Die Pflege und die Ärzte arbeiten Hand in Hand und daher war es mir wichtig, auch mal die andere Seite kennenzulernen. Natürlich war auch der Zuverdienst ein Grund. Das Studium ist schließlich lang und teuer 🙂

Gibt es hauptsächliche Einsatzorte oder bist du in sämtlichen Bereichen unterwegs?

Anna- Maria: Das läuft wie bei dir im Pool, da wo Not am Mann ist, werde ich eingesetzt. Das war eine Zeit lang die Notaufnahme, aktuell sind es viel die chirurgischen Stationen aber generell kann man sagen, dass ich überall eingesetzt werden kann.

Wie sieht es mit der Dienstplan Gestaltung aus?

Anna- Maria: Da ich studentische Hilfskraft bin gehe ich den einen Monat 5 Tage arbeiten, den anderen Monat 6 Tage. Wie jeder andere in der Pflege kann ich bis zu einem gewissen Datum meine Dienstplanwünsche abgeben und arbeite dann je nach Plan im Früh-, Spät- und Nachtdienst.

Nun möchte ich dir nicht zu nahe treten aber du sitzt im Rollstuhl. Wie genau darf ich mir dein Aufgabengebiet bzw. deine Arbeit vorstellen?

Anna- Maria: Ich mache alles, was eine Schwester auch macht, pflegerisch gesehen. Medikamente aufziehen, setzen, kontrollieren und verabreichen darf ich nicht. Aber alles was mit der Pflege zu tun hat, das ist mein Aufgabengebiet. Pflegen, Unterstützen bei der Körperpflege, Betten beziehen, Transfer/ Lagerung der Patienten, Putzen, auffüllen usw.

Gibt es in irgendeiner Art und Weise Beeinträchtigungen im Job, gibt es in den Bereichen engstellen, wo du schwer durch kommst oder gibt es manchmal Probleme mit der Akzeptanz?

Anna- Maria: In manchen Bereichen sind die Gänge schon etwas eng und ich hatte anfangs Probleme mit dem Rollstuhl durch zu kommen. Aber man entwickelt mit der Zeit Techniken und Ideen, wie man das Ganze gut gemeistert bekommt.

Nun habe ich das Thema Akzeptanz schon angesprochen… Wie läuft es mit den Kollegen, wie wirst du im Team aufgenommen?

Anna- Maria: Mittlerweile sehr gut aber es wäre gelogen zu sagen, dass mich jeder von Anfang an gut aufgenommen hat. Manche Stationen haben mich selbst für einen Patienten gehalten. Da habe ich dann schon immer versucht mich mit Namensschild erkenntlich zu zeigen. Natürlich gab es da sicherlich auch die ein oder anderen, die vielleicht am Anfang mit Vorurteilen ran gegangen sind. Aber die konnte ich dann mit dem überzeugen, was ich kann. Schließlich bringt es keinem etwas, wenn ich mehr Hilfe als ein Patient brauche. Durch mein damaliges Pflegepraktikum habe ich mir Kniffe und Tricks beigebracht, die mir jetzt in meiner täglichen Arbeit helfen, die Patienten noch besser versorgen zu können.

Mittlerweile habe ich kaum noch Probleme, die Kollegen kennen mich, wissen wie es ist mit mir zu arbeiten und empfangen mich offen und freudig.

Wichtig ist mir auch zu sagen, dass ich kein falsches Mitleid möchte.

Gibt es aus deiner Sicht irgendwo Verbesserungspotential? Kann man dir deine Arbeit in irgendeiner Art und Weise erleichtern?

Anna- Maria: Unbedingt beibehalten sollte man, dass gerade bei Neueinstellungen die Poolkoordinatoren die Info an die Bereiche weiter geben, dass ein Mitarbeiter mit einer Beeinträchtigung kommt. Denn so erspart man sich komische Blicke und Sprüche, wenn die Station von Anfang an weiß, „was sie erwartet“.

Allerdings sind nicht alle Zugänge zur Wäsche barrierefrei oder so gestaltet, dass man mit dem Rollstuhl problemlos rein und/oder raus kommt. Da gibt es Verbesserungspotential.

Leider denken auch viele Menschen immer noch, dass ich meinen Job nur habe, weil ich im Rollstuhl sitze oder dass ich bevorzugt werde. Dem ist natürlich nicht so. Ich habe mich ganz normal wie jeder andere auf den Job beworben und werde auch so nicht bevorzugt.


Ich muss wirklich sagen, dass ich Anna- Maria als sehr starke aber auch lustige und liebe Kollegin kennengelernt habe. Wenn ich mir so vorstelle, was sie auf Arbeit leistet und das auch gerne macht, dann Hut ab! Ihre Einstellung ist so positiv und ich bewundere, wie sie mit negativ aufkommenden Sprüchen umgegangen ist. Anstatt darüber traurig zu sein hat sie sich einfach vorgenommen, den KollegInnen zu zeigen, was sie kann und was sie drauf hat. Bewundernswert, schließlich kostet all das auch Kraft!
Schon allein der Punkt, dass sie mit den Patienten auf Augenhöhe sprechen kann, hat mich zum nachdenken gebracht, denn sie hat Recht! Der Patient liegt häufig im Bett oder sitzt am Bettrand. Oft steht die Schwester dann daneben, wenn sie mit dem Patienten spricht. Anna- Maria sitzt in ihrem Rollstuhl daneben und sie hat Recht damit, wenn sie sagt, dass sie auf Augenhöhe mit den Patienten kommuniziert.

Heutzutage gibt es auch für Menschen mit Beeinträchtigungen so viele Möglichkeiten im Job voran zu kommen. Ganz stark finde ich folgende Aussage von Anna- Maria: „Wenn durch den Beitrag auch nur einer da draußen mit einer Beeinträchtigung motiviert wird sich zu bewerben, dann ist das mehr als gut.“
Da muss ich ihr auch zustimmen, denn wie sie mir auch schon schilderte denken viele Menschen beispielsweise mit Rollstuhl, dass man nichts schaffen kann, nichts mehr Wert ist. Aber genau so ist es nicht!
Auch unsere PDL Frau Weigelt sprach darüber, dass sich in der Arbeitswelt so viel verändert. Gerade durch Corona sind Arbeitsplätze in sitzender Tätigkeit entstanden, von denen man nie gedacht hätte, dass das möglich ist. Es gibt heutzutage kaum eine Arbeit, aus der ein Mensch im Rollstuhl ausgeschlossen ist, selbst Führungspositionen nicht.


Anna- Maria hat durch ihren Berufsweg auch Einblicke in andere Arbeitgeber erhalten. Ich wollte wissen, warum sie so gern am UKD arbeitet und so sprach ich sie offen darauf an.
Sie empfand es schon bei ihrer Bewerbung als sehr positiv, dass ihre Bewerbung nicht sofort abgelehnt wurde. Auch bei den Gesprächen wurde sie immer herzlich und offen empfangen. Wenn es wirklich mal Probleme gibt, dann gibt es im UKD eine Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte (Frau Heike Vogelbusch), die einen unterstützt. Generell empfindet sie die Akzeptanz, die Integration ins Team und den Respekt deutlich höher, als woanders.


Natürlich hat mich auch ihre berufliche Zukunft sehr interessiert. Ich wollte wissen, wo sie denn gerne künftig arbeiten möchte und ob sie sich das UKD weiter als Arbeitgeber nach ihrem Studium vorstellen kann. Ihre Antwort war grinsend „JA!“
Den Bereich der Psychoonkologie kann sie sich sehr gut vorstellen. Passt meiner Meinung nach in vielen Aspekten. Zum einen ist das die Kommunikation auf Augenhöhe, die sie weiter oben schon beschrieben hatte. Zum anderen hat sie nach Beendigung ihres Studiums auch einfach die Fachexpertise. Zudem bin ich der Meinung, dass die Patienten einfach eine psychoonkologische Betreuung brauchen. Das Angebot gibt es zwar im UKD, allerdings könnte man das meiner Meinung nach gern ausbauen 🙂


Das sie ihre Arbeit zur vollsten Zufriedenheit ausübt, das zeigen mir auch die Rückmeldungen unserer KollegInnen, von denen ich 2 mal rausgepickt habe!

Hier darf ich den Namen erwähnen- Pfleger Steve aus der KNA

Ossilinchen´s Elternratgeber- alles, was du zum Thema Fieber wissen solltest!

Heute ist es endlich soweit! Schon lange hatte ich die Idee einen Elternratgeber zu schreiben. Aus der Idee ist nun ein Plan geworden. Ich werde künftig in regelmäßigen Abständen zu medizinischen Themen schreiben, die das Baby-, Kinder- oder Jugendalter betreffen. Aber auch über Themen, die mir am Herzen liegen und die ich als Mama als sehr wichtig empfinde. Dabei sollen aber auch eure Wünsche, die ihr mir rückmeldet nicht zu kurz kommen.
Damit ich aber nicht nur aus der Sicht einer Mama schreibe, sondern auch fachlich korrekte Beiträge veröffentliche, habe ich die Fachexpertise der Kinderklinik am UKD an meiner Seite.

Heute soll es um das Thema Fieber gehen. Was ist Fieber überhaupt, warum hat mein Kind Fieber und was kann ich machen? Wann sind Hausmittelchen sinnvoll, wann Medikamente? Und ganz wichtig, wann muss ich einen Arzt aufsuchen?
Auch das Thema Fieberkrampf soll behandelt werden, da mir oft rückgemeldet wurde, dass hier Unsicherheiten und Unwissenheit besteht!


Heute habe ich mich für dieses wichtige Thema mit Schwester Angela Wetzel, Stationsleitung der Kindernotaufnahme im UKD getroffen. Auch die zuständige PDL, Herr Radloff war beim Gespräch dabei und sehr angetan von meiner Idee.

Frau Wetzel arbeitet trotz ihrer Tätigkeit als Stationsleitung auch voll am Patienten mit und ist daher die richtige Ansprechpartnerin für mein Thema. Sie erlebt in der Kindernotaufnahme natürlich so einiges und konnte mein Wissen fachlich weiter ergänzen und stand mir mit Rat und Tat zur Seite.


Was ist Fieber überhaupt?

Fieber selbst ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Die Erhöhung der Temperatur bewirkt, dass der Körper die eigenen Abwehrkräfte mobilisiert und gegen die Krankheisterreger vorgehen kann. Bakterien und Viren fällt es schwerer sich zu vermehren, wenn der Körper fiebert.
Kleine Kinder fiebern oft mal, manchmal sogar ohne ersichtlichen Grund.

Ab welcher Temperatur geht Fieber los?

Eine einheitliche Definition dazu gibt es nicht. Manche sprechen ab 38 °C von Fieber. In der Klinik bezeichnen wir alles ab 38,5°C als Fieber. Ein (sonst gesundes) Kind mit 38°C Temperatur würde ich persönlich beobachten aber noch nicht in Panik verfallen.
Allerdings gibt es da eine kleine Ausnahme. Neugeborene und Babys bis zu einem Alter von 6 Monaten sollten bei einer Temperatur ab 37,5°C schon engmaschig beobachtet werden und ggf. zeitnah einem Kinderarzt vorgestellt werden.

Welche Arten die Temperatur zu messen gibt es und welche sind die genausten?

Die rektale Messung ist am genausten. Zum einführen sollte man aber beispielsweise Vaseline oder eine andere Creme auf die Spitze des Thermometers geben. Diese Methode zum Temperatur messen ist ideal für alle Kinder bis 2 Jahre.

Bei korrekter Anwendung ist die Messung im Ohr sehr verlässlich, allerdings sollte man immer darauf achten, das Ohr etwas „lang zu ziehen“, damit man auch wirklich auf dem Trommelfell messen kann, denn nur so ist der Wert korrekt.

Hier zu sehen ein Ohrthermometer und ein Thermometer für die rektale aber auch axilläre Messung.

Am ungenausten sind bei kleinen Kindern die Temperaturmessungen unter der Achsel. Daher ist diese Methode eher für die Kinder ab 4 Jahre oder älter geeignet. Gerade auch bei den größeren Kindern / Teenies ist diese Methode zum Messen ideal.

Messen kann man natürlich auch unter der Zunge, allerdings ist auch diese Methode eher für die Kids im Jugendalter eine gute Möglichkeit, da auch hier die Fehlerquellen sehr hoch sind.

Stirn-/ Infrarotthermometer sind eher nicht für den häuslichen Gebrauch zu empfehlen. Die Messung geht zwar schnell aber die Fehler schleichen sich ebenso schnell ein.

Welche Hausmittelchen kann ich gegen das Fieber nutzen?
  • Wadenwickel, allerdings sollte man diese nicht bei Schüttelfrost anwenden.
    -> Wichtig zu wissen ist, dass man kein eiskaltes Wasser nehmen sollte. Lieber lauwarmes Wasser direkt aus der Leitung.
    -> Auch wichtig, nicht länger als 15 Minuten anwenden. Allerdings sind die Tücher danach sowieso warm.
    -> Für die Umsetzung benötigt man entweder Handtücher oder Mulltücher („Spucktücher“), immer pro Körperteil ein trockenes und ein nasses.
    -> Sollten Hände oder Füße unterkühlen, dann die Anwendung sofort unterbrechen.
Zuerst das Mulltuch unter dem Wasserhahn (oder in einer Schüssel) durchnässen.
Danach legst du dir das nasse Mulltuch auf das trockene.
Diese Tücher legst du unter Arm oder Bein deines Kindes. Beachte bitte, dass die Feuchtigkeit durchkommt und ggf. den Untergrund nass macht. Also wenn es dir lieber ist, dann legst du
eine Einmalunterlage unter dein Kind. Aber weniger ist mehr, lieber darauf verzichten, denn Wasser trocknet so oder so. Die Gefahr, dass dein Kind zusätzlich schwitzt ist hoch.
Danach wickelst du das nasse Tuch leicht und locker über den Arm oder das Bein deines Kindes.
Zum Schluss dann das trockene Tuch wieder leicht drüber legen und fertig!
  • Das Kind nicht zu warm einpacken, damit es nicht zu sehr überhitzt.
  • Wenn du dein Kind wäschst, dann kannst du auch ein paar Teebeutel Pfefferminztee mit ins Waschwasser geben. Pfefferminze kühlt und ist gerade bei Fieber angenehm. Es müssen nicht teure Pfefferminztropfen sein, der Tee reicht vollkommen aus.
  • Viel trinken ist wichtig. Wenn du dein Kind noch stillst, biete die Brust gern öfter an, vielleicht möchte dein Kind auch von allein öfter an die Brust. Bei vollgestillten Kindern ist es nicht notwendig zusätzlich Getränke anzubieten. Die Muttermilch reicht vollkommen aus!!!
    Alle Kinder, die nicht mehr gestillt werden oder gestillt werden wollen sollten Wasser oder Tee trinken. Der Tee kann je nach Kind und Vorlieben natürlich auch ausgekühlt sein. Sollte dein Kind all das gar nicht wollen, dann gehen stark verdünnte Saftschorlen ebenfalls. Lieber das, als gar keine Flüssigkeit. Aber wenn Wasser nicht das Optimum ist, dann reicht vielleicht auch schon der Tee für den Geschmack!
    Übrigens ist es auch nicht schlimm, wenn dein Kind mal gar keinen Appetit hat. Zwinge es zu nichts, der Hunger kommt von ganz allein, wir essen ja auch nichts oder weniger, wenn wir doll krank sind. Trinken ist hier wirklich das wichtigste!
  • Gerade die größeren Kinder mögen es vielleicht auch, einen kühlen Waschlappen auf die Stirn zu bekommen. Bei Kleinkindern oder Babys würde ich das nicht unbedingt empfehlen aber die größeren Kids mögen es vielleicht und können das ja auch kommunizieren.
  • Ruhe! Klingt logisch und einfach ist es manchmal aber nicht. Hiermit ist nicht gemeint, dass das Kind schlafen muss. Sind wir ehrlich, gerade bei den Kleinsten ist das mit dem Schlafen nicht immer so leicht. Aber kuscheln, vorlesen, vielleicht gemeinsam malen, wenn die Kids größer sind… Dinge, die den Körper zur Ruhe bringen und runter fahren sind wichtig. Auch Mama oder Papa sollten Zeit für ihren Sprössling haben. Es spricht ja auch nichts dagegen, sich zum Mittagsschlaf mit dazu zu legen 🙂
  • Solltest du mit dem Kinderwagen unterwegs sein, um dein Kind etwas zu beruhigen, dann solltest du darauf achten, dass es nicht so in der prallen Sonne ist. Achte bitte auf Sonnenschutz, sowohl als Creme, als auch auf ein Sonnensegel oder Sonnenschirm am Wagen.
  • Sollte die Babytrage das Mittel der Wahl sein, dann kleide dein Kind wie oben erwähnt nicht zu dick an. Es passiert nichts, wenn du dein Kind in der Trage hast. Sollte die Trage wirklich der einzige Weg sein, dein Kind zur Ruhe zu bringen, dann nutze sie. Allerdings solltest du dein Kind eben nicht zu dick anziehen, denn bei Mama oder Papa an der Brust ist es so oder so warm. Je nach Jahreszeit hat man ja auch noch eine Tragejacke an.
Ab wann sind Medikamente vonnöten und auf welche Medikamente greife ich zurück?

Bevor ich zur fachlichen Antwort komme, möchte ich dir noch einen kleinen Tipp von uns zu Hause mit auf den Weg geben. Fieber kann verschiedenste Ursachen haben, waren es die Zähne, dann haben wir oft auch erstmal nur die Weleda Fieber und Zahnungszäpfchen gegeben.
Gerade bei den ersten Zähnchen war das oft gut wirksam.

Wer möchte kann auch auf Globuli zurück greifen. Da empfehle ich dann eine Apotheke deiner Wahl, die sich auf dem Gebiet gut auskennt. Aufgrund meiner Erfahrung sind das in Dresden die Apotheke in Bühlau auf der Grundstraße oder die Lilien Apotheke auf der Pfotenhauer Str. 55.

Bei den Eckzähnen und Backenzähnen haben diese Methoden dann auch nicht mehr geholfen, weil die Maus hier vermehrt Schmerzen hatte. Da ich nicht wollte, dass sie sich quält, habe ich dann auf fiebersenkende Mittel zurück gegriffen. Der Vorteil an den fiebersenkenden Medikamenten ist ja, dass sie auch gegen Schmerzen helfen. Ich habe es aber immer so gehandhabt, dass ich die kleine Maus bis 39 °C fiebern lassen habe und erst dann etwas gegeben habe.


Mittel der Wahl sind hier dann Ibuprofen (Nurofen) oder Paracetamol. Entweder als Zäpfchen oder als Saft. Da kommt es dann auch auf das Alter des Kindes an. Wichtig ist, dass immer die Dosis gegeben wird, die für das Gewicht des Kindes angegeben wird. Nur eine „halbe Dosis“ ist nicht wirkungsvoll! Fiebert ein Kind (sehr) hoch und wirken die Hausmittelchen nicht, dann kann man Ibuprofen und Paracetamol 4 stündlich im Wechsel geben! Aber Achtung, Kinder bis zu 6 Monaten sollten bei Fieber immer dem Kinderarzt vorgestellt werden. Auch sollte ein Kind nicht unnötig lange hoch fiebern, denn das hat einen Grund und dieser muss gesucht und behandelt werden. Also nicht zu lange mit dem Besuch beim Kinderarzt warten.
Zudem sollten Kinder unter 6 Monaten ausschließlich Paracetamol erhalten. Das aber bitte mit dem zuständigen Kinderarzt besprechen.

Gib deinem Kind aber bitte auch genügend Zeit zum entfiebern. Erwarte bitte nicht, dass du bei über 39°C etwas gegen Fieber gibst und dann dein Kind binnen kurzer Zeit entfiebert hat. Man sagt so grob, dass die Temperatur pro Stunde um 0,5 °C sinkt.


Wichtig ist grundsätzlich die Suche nach den Ursachen für das Fieber und die Therapie dieser. Hat das Kind eine Mittelohrentzündung, liegt ein Harnwegsinfekt vor oder sind es doch „nur“ die Zähne? Diese Ursachen müssen natürlich therapiert werden.


Fieberkrampf

Ein Fieberkrampf ist ein vom Gehirn ausgehender Krampfanfall bei Fieber. Etwa 3 bis 5% der Kinder erleben einen Fieberkrampf. Typischerweise im Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren.
Beobachten Eltern zum ersten mal einen solchen Krampf, dann kann es nach außen schon sehr bedrohlich wirken. Dennoch sollte man versuchen, die Ruhe zu bewahren und den Notarzt unter der Nummer 112 anzurufen.

Wann entsteht er und welche Symptome bringt er mit sich?

Fieberkrämpfe treten erst oberhalb einer Temperatur von 38°C auf. Die Geschwindigkeit des Temperaturanstieges scheint dabei eine große Rolle zu spielen. Auch bei einem Fieberabfall wurden schon Fieberkrämpfe gesehen. Ganz genau kann man die Gründe für einen Fieberkrampf nicht benennen. In manchen Familien treten die Krämpfe vermehrt auf, in manchen gar nicht.
Ob das Fieber allein oder der dem Fieber zugrunde liegende Infekt den Krampanfall auslöst, das ist bisher auch unklar.

Ein einfacher Fieberkrampf dauert meist nur Sekunden bis maximal fünfzehn Minuten. Die Kinder verdrehen die Augen, verlieren meist das Bewusstsein, spannen den Körper an, beginnen zu zucken oder ihr Körper erschlafft. Meist ist die Hautfarbe blass, die Lippen und der Bereich drum herum können zyanotisch werden. Eine Zyanose ist eine Blaufärbung, in dem Falle um die Lippen herum.

In seltenen Fällen hört der Anfall nicht von allein auf und muss mittels Medikamenten durchbrochen werden. Auch andere Auffälligkeiten können hinzu kommen. Wenn das der Fall ist, dann spricht man von einem komplizierten Fieberkrampf.

Was kann ich dagegen tun?

Wie oben schon erwähnt bitte versuchen die Ruhe zu bewahren. Bis der Arzt kommt, kann man das Kind in eine Seitenlage legen. Speichel und ggf. Erbrochenes kann so aus dem Mund fließen, das Kind aspiriert nicht. Mit einer Aspiration bezeichnet man in der Medizin das Eindringen von Material (Speichel/Flüssigkeit/Nahrung) in die Atemwege bei unzureichenden Schutzreflexen (z.B. Hustenreflex). Wenn du grobe Speisereste im Mund siehst, dann entferne sie mit dem Finger. Kleine Kinder, die nicht unbedingt von allein seitlichen liegen bleiben, können beispielsweise auch mit einem Stillkissen gestützt werden.

Wichtig ist auch, dass du darauf schaust, dass um dein Kind herum nichts ist, womit es sich verletzten kann. Spitze und scharfe Gegenstände am besten entfernen. Auch auf Kanten von Möbeln achten.
Zu enge Kleidung kann gelockert werden, damit dein Kind gut atmen kann. Lass im besten Falle dein Kind bitte nicht allein!

Manchmal zeigt sich Fieber auch erst durch einen Fieberkrampf, da das Kind vorher vielleicht bei bester Laune war. Miss wenn möglich daher nach dem Ereignis die Temperatur.


Wichtig für den behandelnden Arzt ist es auch zu wissen, wie lange der Anfall angedauert hat und welche Körperteile in welcher Reihenfolge betroffen waren. Versuche, wenn es dir möglich ist auch die Blickrichtung deines Kindes wahrzunehmen. Verdreht es die Augen nach oben, unten, seitlich?

Nach ein bis zwei Stunden haben sich die Kinder in der Regel wieder erholt und haben keine bleibenden Schäden davon getragen.

Bei sogenannten „komplizierten Fieberkrämpfen“ sieht die Sache nicht ganz so harmlos aus. Sie können auch bei Kindern unter 6 Monaten auftreten und bei Kindern, die älter als 5 Jahre sind. Diese Krämpfe gehen meist auch länger als fünfzehn Minuten. Diese Art der Fieberkrämpfe können als Erstmanifestation eines Anfallsleiden auftreten.


Handelt es sich um den ersten Fieberkrampf, dann sollte wie schon erwähnt immer ein Arzt aufgesucht werden oder der Notarzt verständigt werden. Der weiterbehandelnde Arzt gibt einem dann „Verhaltensanweisungen“ mit auf den Weg, falls es zu einem erneuten Fieberkrampf kommt.

Bei einem komplizierten Fieberkrampf hängt mehr Diagnostik hinten dran, da muss dann im Einzelfall immer mit dem Facharzt besprochen werden, wie man sich bei erneuten Krämpfen verhalten sollte.


Viele Eltern sind nach so einem Ereignis, natürlich auch zu Recht, verunsichert oder haben Angst! Sprich deine Sorgen bitte beim Kinderarzt an. Er wird mit dir das weitere Vorgehen besprechen und ist für dich bei Fragen immer da.


Meine Maus hatte glücklicherweise nie einen Fieberkrampf, dennoch möchte ich zum Thema Fieber gern noch ein paar Worte verlieren. Ich selbst kann aus der Sicht der Mama nur sagen, dass ganz viel Nähe, für das Kind da sein aber auch Geduld wichtig sind. Wir haben auch große Unterschiede beim Fieber festgestellt. Hatte sie Fieber aufgrund vom impfen, war die Maus meist gut drauf, hat gespielt aber hat nachts dann eben das impfen und das, was da im Körper passiert verarbeitet.
Beim Zahnen war es das gleiche. Nicht alle Zähne waren mit Fieber verbunden, falls aber doch, dann war sie meiner Meinung nach nicht wegen dem Fieber schlecht drauf, sondern wegen dem, was da im Mund passiert. Sie hat ständig gespeichelt oder sich in den Mund gefasst, essen und trinken waren selten Probleme.

An ein paar mal Fieber im Sinne von krank kann ich mich wirklich erinnern, meist wegen Mittelohrentzündungen. Hier war sie wirklich total schlapp und matt, ausgelaugt, hat viel Nähe gesucht, ist aber nie zur Ruhe gekommen. Kuscheln war toll aber wirklich Ruhe finden konnte sie nicht, obwohl sie keine Kraft hatte. Zu dem Zeitpunkt hatte sie sich auch schon abgestillt, wollte auch nicht mehr an die Brust, alle Versuche diesbezüglich scheiterten. Trinken ist wichtig, klar! Aber ich weiß auch, dass Kinder keine Maschinen sind und ganz wichtig ist es irgendwie ruhig zu bleiben. In jeder Situation hat uns weitestgehend die Babytrage geholfen. Ich kann aber auch wirklich nur jeder Mama und jedem Papa raten, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Damit sind wir immer am besten gefahren. Ich sehe manche Dinge aufgrund meiner Ausbildung sicherlich entspannter, andere würden sagen, dass sie aufgrund ihrer Ausbildung zur Krankenschwester eher panischer sind, weil sie wissen, was passieren kann.

Ich hoffe, dass ich dir mit dem heutigen Ratgeber etwas Wissen und auch Sicherheit mit auf den Weg geben konnte! Der Beitrag ersetzt in keinem Falle einen Besuch beim Kinderarzt. Jedes Kind ist individuell und aus dem Grund kann man nicht 1 zu 1 alles auf jedes Kind ummünzen.

Der Beitrag darf gern geteilt werden.

Nachgefragt im UKD- Ossilinchen trifft den Pool

„Wie, du arbeitest im Pool? Geht man da Baden?“
Naja… so oder so ähnlich sind einige Reaktionen darauf, wenn ich erzähle, dass ich im Pool arbeite.
Um dir mal einen Einblick in meine Tätigkeit als Schwester am UKD zu geben, möchte ich dir heute mal den Pflegepool näher bringen, dir aber auch erzählen, was die Arbeit im Pool ausmacht und warum sie für mich so attraktiv ist.

Neben dem „großen“ Pool gibt es auch den Intensiv Pool, den KIK Pool, den Onkologischen Pool und den Wochenendpool. Wie du siehst, sehr facettenreich. Das Team im „großen“ Pool rotiert über die Normalstationen, davon gibt es reichlich, mit verschiedensten Fachgebieten. Beispielsweise die Geriatrie, die Neurochirurgie, die Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, die Rheumatologie, Diabetologie, Psychiatrie aber auch in den Funktionsabteilungen wie im EKG kann man eingesetzt werden. Das waren bei weitem noch nicht alle möglichen Stationen!
Die Kolleginnen im KIK Pool arbeiten wirklich nur auf den Kinderstationen. Seit Juli 2020 werden sie über die Pflegedienstleitung der Kinderklinik, Herr Radloff, auf die Stationen verteilt.


Eines haben alle Kolleginnen und Kollegen gleich: wir haben keine feste Station sondern sind da eingesetzt, wo Not am Mann ist. Bei mir sind das hauptsächlich die Intensivstationen, da ich im ITS Pool arbeite. Die Kollegen aus dem Onko Pool sind vorrangig auf den onkologischen Stationen. Ausnahmen gibt es da immer wieder, denn wenn es keinen Antrag von den jeweiligen Fachgebieten gibt, dann kann man als ITS oder Onko Mitarbeiter auch woanders eingeteilt werden. Der Wochenendpool besteht ausschließlich aus Medizinstudenten, die eine pflegerische Ausbildung haben. Das Einsatzspektrum ist verscheiden, je nachdem, wo eben Hilfe benötigt wird.

Seit Ende 2017 bin ich nun im Pflegepool angestellt. Anfangs konnte ich mir das nie vorstellen, immer woanders zu sein, man muss dementsprechend ein wirklich großes Wissen haben bzw. bereit sein, es sich anzueignen. Immer wieder neue Gesichter auf den Stationen, keiner kennt einen und die Angst, kein festes Team zu haben.
Meine negativen Gedanken waren schnell über Bord geworfen, nachdem ich das erste Gespräch mit dem Pool hatte. Anfänglich hatte ich mich für den Onko Pool beworben, hier fühlte ich mich sicher, da ich 5 Jahre in der Onkologie gearbeitet habe. Nach meiner Tätigkeit in der Notaufnahme hatte ich aber durchaus Lust auf „mehr“. Die Intensivmedizin hatte mich schon immer interessiert aber ohne nötiges Wissen habe ich mir das schlichtweg nicht zugetraut.
Und an der Stelle bin ich meinen Chefs auch heute noch sehr dankbar, denn mir wurde genau diese Chance gegeben. Ich durfte mit Einarbeitung auf Intensivstation arbeiten. So begann meine „Karriere“ in der Intensivmedizin im Januar 2018 auf der ANE ITS (Anästhesiologischen Intensivstation). Geplant waren 6 Monate Einarbeitung. Ich hatte einen festen Mentor und mir wurde alles erklärt und gezeigt, Zweifel gibt es bei neuen Dingen immer aber ich habe es bis heute nie bereut.

Allerdings wurde ich dann schwanger und konnte wegen meinem Beschäftigungsverbot keine 6 Monate Einarbeitung umsetzen. Daher habe dann nach meiner Elternzeit mehr oder weniger von vorne angefangen. Für mich war das schwer, da ich Angst hatte wieder zu kommen und dann gleich alles Wissen „muss“, ich hatte ja schließlich eine Einarbeitung. Auch hier hatte ich dank meiner Chefin nach meiner Elternzeit die Chance wieder rein zu kommen. Ein halbes Jahr war ich auf ITS2, danach gab es einen „Crashkurs“ ITS. Jeden Monat eine ITS, um zumindest alles im Haus gesehen zu haben. Danach bin ich in den Kurzpool gewechselt, um flexibler für meine Familie da zu sein.
Sehr dankbar bin ich auch jetzt noch der ZCH ITS (Chirurgische Intensivstation), denn sie haben sich wirklich Zeit genommen, mich nochmals einzuarbeiten. Mittlerweile fühle ich mich sicher und in den Dingen, die ich nicht weiß oder mir unsicher bin, kann ich in jedem Team nachfragen und bekomme Hilfe.

Der Weg in etwas neues verläuft nie ohne Stolpersteine aber ich bin allen Kollegen sehr dankbar, die nicht vergessen haben, wie es ist, auf ITS anzufangen und mich an die Hand genommen haben oder ab und an immer noch nehmen. Man kann von den erfahrenen Kollegen (übrigens in jedem Bereich!!!) so viel lernen, man muss einfach nur den Mut haben zu fragen.


Eine großen Unterschied gibt es allerdings noch. Wir sind alle eingeteilt in einen Kurzpool und in einen Langzeitpool. Der Kurzpool soll kurzfristige Ausfälle im UKD kompensieren können. Bedeutet also, dass die Einsätze sehr flexibel sind. In diesem „Kurzpool“ sind wir immer 2 bis 3 Monate im Jahr , danach im Langzeitpool. Es gibt Kollegen, die dauerhaft im Kurzpool sind, andere sind lieber im Langzeitpool. Das ist eine reine Geschmackssache. Im Langzeitpool ist man über einen längeren Zeitraum (2 bis 3 Monate) auf einer Station. Was für Unterschiede es noch gibt, dazu komme ich dann bei euren Fragen.


Wie immer in meinen Beiträgen habe ich eure Fragen in mein Gespräch mitgenommen. Heute habe ich mich mit Silke Richter, der ehemaligen Poolkoordinatorin sowie meiner aktuellen Poolkoordinatorin Daniela Richter getroffen. Sie standen mir Rede und Antwort 🙂

– Was genau ist der Pool?

Der Pool ist ein Team aus Gesundheits- & Krankenpflegern, Gesundheits-& Kinderkrankenpflegern, Krankenpflegehelfern und Medizinischen Angestellten. Er kompensiert kurz- oder längerfristige Ausfälle auf den Stationen. Wir haben keinen festen Einsatzort sondern arbeiten da, wo Not am Mann ist.
Den Pool gibt es nun übrigens schon seit 2002, da waren es 5 Mitarbeiter. Aktuell sind es 34 Mitarbeiter im Pool (großer und Fachpool) und 6 im Wochenend Pool.

– Wie läuft die Akzeptanz der Poolis auf Station?

Ich habe nur ganz wenige negative Erfahrungen gemacht, das würde einem aber auch in einem festen Team so ergehen. Normalerweise sind alle immer sehr froh und dankbar, dass man da ist. Schließlich sind wir zur Hilfe da und nicht um es den Kollegen auf Station schwer zu machen. Für diejenigen, die noch nicht oft oder zum ersten mal auf einer „neuen“ Station sind, geht erstmal das Gesuche los, wenn man was braucht. So ging es mir letztens auf Normalstation. Aber selbst da waren alle hilfsbereit und freundlich. Eigentlich fühle ich mich persönlich in meinen Einsätzen meist im jeweiligen Team wie dazugehörig, man merkt keinen Unterschied, ob ich nun Pooli bin oder nicht.

– Gibt es ein Team innerhalb des Pools oder kennt man sich nur flüchtig?

Wie in jedem Team kommen und gehen einige aber im großen und ganzen ist das Team beständig. Wir sehen uns 4x im Jahr zu Dienstbesprechungen, zusätzlich 1x im Jahr zu einem Teamtag. Anders als in einem festen Team sehen wir uns aber nicht täglich, außer die, die vielleicht privat Kontakt haben. Daher kann man mehr oder weniger sagen, dass man sich flüchtig kennt.

– Wie läuft die Einarbeitung, vor allem im ITS Bereich?

Generell kann man sagen, dass jeder eine Einarbeitung bekommt. Gerade in speziellen Fachgebieten wie der Intensivmedizin. Jeder neue Kollege im ITS Pool bekommt eine Einarbeitung von 6 Monaten auf einer festen Station und ist auch nicht gleich im Kurzpool, damit man selbst erstmal ankommen kann. In den 6 Monaten wird man dann langsam ran geführt, selbstständig zu arbeiten. Erst 3 Monate komplett mit Mentor, danach immer mehr auch allein, mit Mentor im Hintergrund.

Im Fachgebiet der Onkologie gibt es natürlich auch eine Einarbeitung, vor allem für die komplett neuen Mitarbeiter.

Auch neue Kollegen im „großen“ Pool werden eingearbeitet. Die Einarbeitung läuft in der Regel über 2 bis 3 Monate fest auf einer Station. Je nachdem, ob Sie von extern kommen oder von intern aus dem UKD. Da wird dann individuell geschaut, wer mehr Bedarf hat, wer eventuell weniger.

– Wie sieht es mit dem Dienstplan aus? Wer schreibt den?

Im Langzeitpool macht das die Station, bei der man eingeteilt ist. Dienstplanwünsche gehen also dort hin. Im Kurzpool schreibt die Poolkoordinatorin Daniela Richter den Dienstplan.

– Kann man auch als Krankenpflegehelfer im Pool anfangen? Wie sieht es mit Altenpflegern aus?

Als Krankenpflegehelfer ist es absolut kein Problem. Seit letztem Jahr gibt es eine Krankenpflegehelferin im Team des Pools, dieses Jahr kommt noch jemand dazu. Als Altenpfleger ist es prinzipiell auch kein Problem, schließlich arbeiten auch Altenpfleger am UKD aber die Stellenausschreibung ist diesbezüglich nicht angepasst und man müsste es intern bei einer Bewerbung dann einfach besprechen. Ich empfehle einfach, eine Bewerbung abzusenden.

– Wie läuft die Urlaubsgestaltung?

Wir treffen uns im September des Vorjahres zur Dienstbesprechung und da wird der Urlaub besprochen. Auf die einzelnen Stationen im UKD nehmen wir da keine Rücksicht, allerdings müssen wir intern schauen, dass nicht mehr als 20% gleichzeitig im Urlaub sind. Der Vorteil im Pool ist, dass kurzfristig im laufenden Jahr der Urlaub geschoben werden kann, wenn die oben genannte Voraussetzung gegeben ist.

– Was ist deine/eure Lieblingsstation/en im UKD?

Diese Frage kam sehr spät, daher habe ich erst kurzfristig die Mail an alle Poolkollegen senden können. Sicherlich fehlen hier die ein oder anderen Stationen aber um euch mal einen kleinen Einblick zu gewähren, nenne ich aus dem Team mal die aktuellen Rückmeldungen.

Prinzipiell ist es mir egal, auf welcher ITS ich arbeite, weil man überall und jeden Tag viel lernt.  Sehr gern bin ich aber auf ZCH ITS, weil hier immer und jeder ein offenes Ohr für einen hat, mag der Dienst noch so anstrengend sein. Aber auch auf der ITS 2 (Innere ITS) bin ich sehr gern. Zu der Station habe ich einen besonderen Bezug. Damals zu meinen hämatologischen Dienstzeiten waren die Patienten, die nicht intubiert werden mussten aber Unterstützung beim Atmen brauchten auf meiner damaligen Station. Als die ITS 2 dann eröffnet hatte, bin ich den Umzug mit gefahren.


Anderes Feedback waren zum Beispiel die Psychiatrie. Hier ist es einfach ein ganz anderes arbeiten, ein entschleunigteres Arbeiten. Der Fokus liegt auf anderen Dingen als beispielsweise auf ITS.
Auch die ZCH ITS wurde nochmals genannt, da das Team immer füreinander da ist, egal wie viel zu tun ist.
Eine langjährige Poolkollegin hat lange Zeit stundenweise im Pool gearbeitet, stundenweise im Brückenteam. Hier war der Wechsel zwischen kurativer Arbeit und palliativer Arbeit spannend aber auch herausfordernd.
Weiterhin genannt wurde die NEU S1: das junge Team ist immer sehr lieb und nimmt die „Neuen“ gut auf.
Das Arbeiten auf der Hämatologie/ Palliativstation wurde mir wirklich sehr oft als sehr angenehm rückgemeldet.

Ich glaube, die eine Lieblingsstation gibt es nicht. Der Reiz am Pool ist ja, immer wieder woanders zu sein aber sich auch zu freuen, wenn man auf bekannte Stationen geht und mit offenen Armen empfangen wird.


Ein weiterer Vorteil im Pool ist vor allem auch die Akzeptanz und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es ist immer leicht gesagt, dass das umgesetzt und bedacht wird aber ich bin nun auch schon eine Weile in meinem Beruf, um zu wissen, dass es nicht immer 1 zu 1 umgesetzt wird. Mein Mann und ich müssen viel organisieren was Kita, Schichten, Dienstpläne und Freizeit anbelangt. Wir haben nicht den Luxus Oma und Opa zu haben und daher ist es unabdingbar für uns, dass ich eine Chefin habe, mit der ich immer reden kann, zu der ich kommen kann, wenn ich doch mal um 7 Uhr anfangen muss oder wenn ich spontan einen Dienst tauschen muss. Ich weiß, dass viele Stationen das auch versuchen zu ermöglichen aber ich arbeite einfach zu gern im Pool, einen Wechsel wo anders hin könnte ich mir nicht vorstellen. Ich schätze es sehr, dass ich so viel lernen kann und dennoch auch so viel Unterstützung bekomme. Mir ist es wichtig, dass ich gern auf Arbeit gehe und das ist seit meiner Tätigkeit im Pool einfach so. Und sind wir ehrlich, so manch eine Lästerei auf Station kann man als Pooli gekonnt an sich vorbei ziehen lassen 🙂


Um nochmal einen kleinen Einblick zu gewähren ist es ganz nett zu wissen, wie es denn überhaupt zu einem Pooleinsatz kommt. Es kann nicht jeder in der Klinik Bedarf anmelden und davon ausgehen, dass jemand aus dem Pool kommt. Auch das Prinzip wer zuerst kommt, malt zuerst gilt nicht.

Die jeweilige Station stellt einen Antrag an die zuständige Pflegedienstleitung (PDL). Diese muss den Antrag prüfen. Wichtige Punkte sind hier die Auslastungen der Station. 10 freie Betten von insgesamt 30 möglichen Patienten zum Beispiel wäre nicht unbedingt der ersichtliche Grund, einen Poolmitarbeiter zu bekommen, wenn doch andere Stationen z.B. überbelegt sind. Das ist ein übertriebenes Beispiel aber zur Anschauung ganz gut.
Auch die Planstellen müssen angeschaut werden, ebenfalls geplante Nichtanwesenheiten auf der jeweiligen Station (wegen Urlaub oder Weiterbildung zum Beispiel) oder kurzfristige Kranke müssen evaluiert werden.
Kurzum: Kann die Station das Arbeitsaufkommen selbst bewerkstelligen oder nicht? Stellt die PDL fest, dass der Bedarf eines Poolis da ist, dann wird der Antrag an den Pool weiter gegeben und hier wird dann geschaut, was mit vorhandenen Poolkollegen kompensierbar ist. Die Auslastung im Dienstplan muss stimmig sein, ebenfalls die Pflegeuntergrenze.


Wer nun neugierig geworden ist und sich bewerben möchte, für den habe ich gute Nachrichten, denn zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir

Pflegekräfte/Fachpflegekräfte im Pool

in Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung. Der Einsatz erfolgt nach dem üblichen Arbeitszeitmodell der Klinik.

„Der Pool ist cool – flexibel, ungebunden erlernt man viel, reichlich Wissen ist das Ziel…“

Als Teil des Geschäftsbereiches Pflege, Service und Dokumentation unterstützt der Pflegepool seit 2002 die verschiedenen Pflege- und Funktionsteams des Universitätsklinikums Dresden bei personellen Engpässen.

Darauf kommt es an:

– erfolgreicher Berufsabschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger, MFA, Krankenpflegehelfer oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger.

– Du achtest auf dich, weißt wo deine Grenzen sind, bist optimistisch und hast die Fähigkeit zur Selbstreflektion? Ideal!!!

– Natürlich solltest du dir deiner Verantwortung auch bewusst sein, darauf kommt es ja aber generell in der Pflege an!

– Du bist bereit auf den verschiedensten Stationen zu helfen und hast auch ein ausgeprägtes Kommunikationsverhalten! Schließlich muss man immer mal wieder jemanden auf den Stationen was fragen.

Das wird dir geboten:

– Umsetzung von eigenen Ideen und der Arbeit in einem interdisziplinären Team.

– Vereinbarung von flexiblen Arbeitszeiten, um die Verbindung von Familie und Beruf in die Realität umzusetzen. Und das ist nicht nur eine Floskel, das entspricht wirklich der Realität!

– Dein Kind/ Kinder können in Kindertageseinrichtungen in der Nähe des Universitätsklinikums betreut werden. Hier muss man sich beim Familienbüro um einen Krippen/ Kita Platz bewerben.

– Du kannst betriebliche Präventionsangebote, Kurse und Fitnessgeräte im Gesundheitszentrum Carus Vital nutzen.

– Die Teilnahme an berufsorientierten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Carus Akademie ist ebenfalls gegeben.

– Nach der Probezeit kannst du auch das Jobticket in Dresden und Umland nutzen.

Wir freuen uns auf Deine Bewerbungsunterlagen, diese sendest du bitte online unter der Kennziffer PSD0120088 zu. Vorabinformationen erhältst Du telefonisch von Frau Daniela Richter unter 0351-458 4285 oder per E-Mail: bewerbungen.psd@uniklinikum-dresden.de

Gern darfst du in deiner Bewerbung erwähnen, dass du durch mich, Sarah Küttner/ Ossilinchen aufmerksam geworden bist.

Nachgefragt im UKD- Ossilinchen trifft die Akutpsychiatrie

Diese Woche ist ein spannender Artikel in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht worden. Der Titel lautet „Unbehandelt ist diese Krankheit eine Katastrophe“.
Der Rapper Kayne West erklärte, dass er an einer bipolaren Störung leidet. Nach seinem „Outing“ gaben mehrere andere Prominente bekannt, dass sie ebenfalls daran leiden.

Der Psychiater Prof. Michael Bauer ist Klinikdirektor der Psychiatrie am UKD und kennt Patienten wie Kayne West seit Jahrzehnten. Er hat eine Leitlinie zur Behandlung von Patienten mit bipolarer Störung entwickelt. Einen kleinen Abriss des Artikels möchte ich dir hier geben, denn er ist wirklich sehr spannend.
So beschreibt Prof. Michael Bauer, dass Patienten mit einer bipolaren Störung zwischen euphorisch- manischen und depressiven Episoden schwanken. Etwa jeder Hundertste sei von dieser Krankheit betroffen. Ein Facharzt kann in der Regel eine sehr sichere Diagnose stellen. Prof. Michael Bauer sagt auch, dass es sehr wichtig ist, dass die Menschen mit Symptomen zum Arzt gehen. Daher findet er es auch gut, dass sich so viele Promis „outen“, das Thema gerät in den Fokus der Gesellschaft.
Ca. 10 bis 15 % der Betroffenen begehen Suizid. Eine Behandlung ist daher für Patient und die Angehörigen wichtig. Ein Drittel kann mittels Medikamenten geheilt werden, bei einem weiteren Drittel kann die Krankheit deutlich abgemildert werden.

Dass vor allem manische Phasen auch sehr gefährlich sein können, das zeigen Beispiele von Prof. Bauer: manche Menschen in einer manischen Phase stürzen von einem Brückengeländer ab, weil sie meinen, darauf balancieren zu können. Andere verschulden sich wegen eines Sportwagens und rauschen mit 200 Sachen über die Landstraße.

Woher die Krankheit kommt, dass weiß man nicht so genau. Sicher spielen die Gene eine Rolle aber auch Umwelteinflüsse kommen hinzu.

Abschließend möchte ich Prof. Bauer noch zitieren und dieses Zitat verdeutlicht auch mir das Ausmaß der Krankheit:

Die Patienten leben wie auf einem Ozean. Meistens ist der ruhig und auf einmal, völlig unvorhersehbar, entsteht ein Wellengang, bei manchen ist es ein Orkan.

Prof. Michael Bauer- Leiter der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKD

Heute wird es also einen ganz spannenden Einblick in ein Fachgebiet geben, welches mir selber nicht so geläufig ist. Viele haben sich gewünscht, dass ich mal einen Einblick in die Akutpsychiatrie gewähre. Genau das wird heute auch der Fall sein, denn ich habe mich mit der Pflegedienstleitung Frau Hebert und der Stationsleitung der PSY-S1 (Akutpsychiatrie) Schwester Petra getroffen.

Wie immer konntet ihr Fragen stellen, die ich mit ins Gespräch genommen habe.

– Mit welchen Krankheitsbildern sind die Patienten auf Station?

Mit Queer Beet allen psychiatrischen Krankheitsbildern, die mit einer Fremd- oder Eigengefährdung einher gehen.
Beispielsweise suizidale Patienten, psychotische Patienten aber auch schwerst depressive Menschen, Patienten mit stark ausgeprägter Demenz oder auch Borderline Patienten.

Auch Straftäter mit polizeilicher Begleitung waren bereits hier. Das ist dann der Fall, wenn es noch keine Einweisung in die Anstalt/ Haft gibt.

Auch nicht selten sind Menschen mit einem frühkindlichen Hirnschaden, die aus einer Einrichtung kommen (beispielsweise ein Pflegeheim), die operiert werden müssen. Für eine chirurgische Normalstation ist der pflegerische Aufwand nicht händelbar, aus dem Grund sind diese Patienten zum Teil auch auf der Psy- S1.

– Wie alt sind die Patienten, die hier sind?

Von 18 bis 120 🙂 ….oder älter!

– Wie lange ist ein Patient in der Regel auf Station?

Das ist ganz unterschiedlich und schwer zu sagen. Von wenigen Stunden bis hin zu über einem Jahr war da schon alles dabei. So lange Aufenthalte ergeben sich daraus, dass manchmal nicht die passende Einrichtung gefunden werden kann bzw. die Suche sehr lang dauert.

– Wie sieht der Tagesablauf für einen Patienten aus?

Einen groben Fahrplan gebe ich euch mal mit. Natürlich darf man nicht vergessen, dass manche Dinge auch einfach individuell nach Zustand des Patienten verlaufen.

Um 7 Uhr werden die Patienten geweckt, gegen 7.45 Uhr gibt es dann Frühstück. Natürlich schwankt auch diese Zeit, denn manche Patienten können sich alleine waschen und anziehen, manche brauchen Unterstützung und andere wiederum müssen pflegerisch komplett versorgt werden. Der Auftrag der Psychiatrie ist es ja, so ressourcenorientiert wie möglich zu pflegen. Heißt: All das, was der Patient kann, auch wenn es noch so lange dauert, soll und muss gefördert werden. Aber ein stark dementer Patient, mit Demenz im Endstadium ist einfach abhängig von der Hilfe der Pflegekräfte.

Ab ca. 8.30 Uhr kommt die Visite, was zeitlich auch manchmal etwas variabel ist. Ab hier kommt es dann auch etwas auf den Patienten an, was nun kommt. Manche haben Ergotherapie, manche haben Gymnastik auf Station, manche Patienten möchten aber auch gar nichts und sind auf Station „unterwegs“.

11.30 Uhr gibt es Mittagessen und von 12 Uhr bis 13.30 Uhr gibt es das Angebot der Mittagsruhe, welches die Patienten annehmen können aber nicht müssen.

Um 14.30 Uhr beginnt das Kaffeetrinken und zeitgleich die Besuchszeit, die von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr und von 18 bis 19 Uhr ist. Aber auch hier ist das Personal sehr flexibel und macht einiges möglich.

Um 17.30 Uhr gibt es das Abendbrot und danach beginnt wieder „freie“ Zeit. Das klingt so locker flockig aber man darf nicht vergessen, dass es sich hier um eine Akutpsychiatrie handelt. Die Patienten können sich nicht einfach abmelden und gehen. Manche können auf die Terrasse gehen oder gehen mit einer Pflegekraft raus spazieren. Das ist ganz unterschiedlich und muss immer individuell entschieden werden. Allein sind die Patienten dabei aber nie. Ist schönes Wetter und ist es mit dem Aufkommen auf Station vereinbar, dann wird z.B. auch Kaffee auf der Terrasse getrunken oder draußen Abendbrot gegessen.

Tische und Stühle stehen am Rand (nicht im Bild zu sehen) und werden bei Bedarf vor geschoben.

Dort gibt es auch ein Hochbeet, welches Patienten pflegen. Aktuell sind da grad Tomaten, Paprika und Minze, aus der letzte Woche Minzsirup gemacht wurde.

– Was ist ein psychiatrischer Notfall in der Akutpsychiatrie?

Suizidalität und auch Fremdaggressionen.

– Wie sieht das Notfallsystem aus?

Um das Personal zu schützen kann und möchte ich da nicht im Detail drauf eingehen. Ich weiß nicht, wer diesen Beitrag liest und möchte nicht verantwortlich dafür sein, dass das Personal im Ernstfall nicht reagieren kann.

Ich kann euch aber versichern, dass es mehrere Notfallsysteme gibt, ebenfalls regelmäßige Schulungen und Deeskalationstraining. Auch gibt es einen Alarmierungsplan.

– Gibt es ein Fixierbett? Wenn ja, wie sieht es aus und wann kommt es zum Einsatz?

Ja, es gibt ein Fixierungsbett und sogar eine Fixierungsmatratze.
Das Bett bzw. die Matratze kommen nur dann zum Einsatz, wenn es zur körperlichen Eigen- oder Fremdgefährdung kommt. Niemand wird fixiert, um ihn zu „therapieren“. Ich glaube dieser Irrglauben ist in vielen Köpfen vertreten.
Manchmal möchten die Patienten auch selbst fixiert werden weil sie merken, dass sie sonst gefährdend handeln würden. Auch diese Patienten sind dann nicht tagelang fixiert.

Der Vorteil der Fixierungsmatratze ist, dass man die Zeit, in der der Patient fixiert ist, minimieren kann. Das liegt daran, dass diese Matratze beispielsweise in den Time Out Room gelegt werden kann und die Patienten hier schneller defixiert werden können, wenn sie sich (etwas) beruhigt haben. Was der Vorteil im Time Out Room ist, das erzähle ich dir in der nächsten Frage.

Das Fixierbett- wichtig ist, dass kein Kopfteil und kein Fußteil am Bett ist, also das Gestänge am Bett selbst fehlt. Bei der Fixierung handelt es sich um Standardgrößen. In dem Fall würde der Kopf des Patienten links liegen, rechts die Füße und in der Mitte die Hände. Der Brustgrut wird mit den Laschen, die über die Schulter kommen verbunden.

– Gibt es einen „Time Out“ Raum? Wenn ja, was genau ist das und nutzen ihn auch Mitarbeiter?

Ja, den gibt es. Der Raum ist aber für die Patienten bestimmt und wird auch gut angenommen. Der Vorteil ist, dass es sich um einen Raum handelt, der fast komplett Geräusche von außen raus filtert. Es findet eine Reizabschirmung statt. Viele Patienten nutzen diesen Raum freiwillig, wenn es auf Station zum Beispiel zu laut ist. Er ist komplett gepolstert und auch die Liege, die mit drin ist, ist gepolstert. Leider war der Raum belegt, daher kann ich kein Bild zeigen. Eventuell bekomme ich später noch eins zugesendet.

Die Patienten können im Time Out Raum beispielsweise Musik hören, es kann auch ein Sternenhimmel erzeugt werden. Durch die Polsterung können die Patienten auch gegen die Wände Boxen oder Treten, können schreien, sich auf den Boden fallen lassen, alles ohne sich zu verletzen. Es gibt auch einen Vorraum, dieser ist wichtig, wenn Patienten den Raum nicht freiwillig nutzen. Sind Patienten nicht freiwillig im Time Out Raum, dann ist die innere Tür zugeschlossen und eine Pflegeperson sitzt dann im Vorraum, um den Patienten zu beobachten. Diese Pflegeperson ist auch jederzeit ansprechbar. Das ist mit der Gegensprechanlage möglich. Dies ist wichtig, da immer eine Pflegeperson ein Auge auf den Patienten haben muss.

Ist ein Patient freiwillig im Time Out Raum, dann kann er diesen auch freiwillig wieder verlassen, die innere Tür ist daher nicht abgeschlossen.

– Wie kann man eine offensichtlich psychisch erkrankte Person einweisen lassen?

Im Akutfall ist da immer der Rettungsdienst bzw. der Notarzt der richtige Ansprechpartner. Besteht eine akute Gefährdung eines Menschen, weil er zum Beispiel bei Minusgraden stundenlang draußen sitzt und nichts tut oder sieht man, dass sich ein Mensch absichtlich (lebensbedrohlich) verletzt oder wie oben beschrieben auf ein Brückengeländer klettert und darauf balancieren möchte, dann kann man immer die 112 wählen.

Vorsicht walten lassen sollte man aber bei „Eigendiagnosen“, denn nur weil ich denke der Mensch ist psychisch krank, heißt das nicht, dass er es auch ist.

– Wie ist es als Schüler auf der Akutpsychiatrie?

Frau Hebert hat mir mitgeteilt, dass die Schüler fast ausschließlich sehr zufrieden sind und es als angenehme Erfahrung empfanden oder sogar selbst hier arbeiten wollen. Die JAV (Jugend- & Auszubildendenvertretung) am UKD hat auch jedes Jahr ein Ranking anhand von Umfragen bei den Schülern erstellt. Die psychiatrischen Bereiche sind immer unter der TOP 10.

– Was sind die Aufgaben der Pflege in dem Fachgebiet? Worauf kommt es wirklich an?

Vor allem sollte man sehr empathisch sein und eine hohe Beobachtungsgabe haben. Dinge, die auf anderen Stationen wichtig sind, beispielsweise die Blutzuckermessrunde, die Anti Thrombose Spritzen, das Beine wickeln, die Infusionen anhängen sind hier nicht ganz vordergründig. Was nicht heißt, dass es das hier nicht gibt. Das arbeiten ist aber anders. Ich war in meiner Ausbildung in der Akutpsychiatrie, allerdings in einem anderen Haus, als ich noch nicht am UKD war und habe das arbeiten auch als ganz anders wahrgenommen. Hier besteht der Fokus wirklich darin, die Patienten weitestgehend darin zu unterstützen und darin zu befähigen, irgendwann wieder allein und selbstständig leben zu können.

Manchmal kommt es auch auf die kleinen Dinge an. Ich war ja heute selbst auf Station, um mir ein Bild machen zu können. Da tanzte der Pfleger kurz mit der Patientin über den Gang. Sie hat das wirklich gebraucht, da sie vorher den Gang auf und ab gelaufen ist.
Manchmal sind es eben die kleinen Dinge! Aber wie viele da draußen denken, dass in der Psychiatrie ja nur Kaffee getrunken wird und Gespräche geführt werden? So ist es wahrlich nicht. Das arbeiten ist anders, anders anstrengend aber weder einfacher als auf Normalstation noch schwerer. Es ist eben ein ganz besonderes Fachgebiet, für das man gemacht sein muss…. Ich bin es ganz ehrlich nicht. Und so interessant wie der Einblick auf Station war, so froh war ich dann auch, wieder draußen zu sein. Man muss generell immer etwas in Habtachtstellung sein und auch schnell reagieren und umdenken können. So eine Situation habe ich heute live miterlebt.

– Was muss man „mitbringen“ um als Personal hier zu arbeiten?

Neben den gerade schon genannten „Kriterien“ eine hohe Kommunikationskompetenz aber auch eine hohe Kompetenz der Selbstreflektion. Man muss sich immer auch mit sich auseinander setzen und wissen, in welcher Situation es besser ist, einen Kollegen übernehmen zu lassen.

Auch ein gewisses Nähe- & Distanzvermögen ist unabdingbar aber Kreativität und Humor sollten auf keinen Fall fehlen.

Frau Hebert berichtete mir, dass die Bewerbergespräche „anders“ sind als die, die man so kennt. Diese können gern mal eine Stunde oder länger dauern. Das liegt daran, dass es nicht diese typischen Fachfragen gibt. Es geht vielmehr um den Bewerber. Man muss eben für den Bereich gemacht sein und das gilt es auch irgendwo heraus zu finden.

An der Stelle möchte ich Frau Hebert gern zitieren:

Ich habe das beste Leitungsteam am UKD sowie die besten Teams. Wenn jemand gehen sollte, dann nie oder sehr selten aus Frust oder Überforderung, sondern aus persönlichen Gründen. Trotz der besonderen baulichen Situation im Haus 25 schaffen es die Mitarbeiter dennoch kreativ und humorvoll zu sein.

Frau Hebert- PDL Zentrum für Seelische Gesundheit

Die baulichen Bedingungen sind in der Tat eine Herausforderung. Früher war das Haus 25 die Berufsfachschule und das Wohnheim. Seit 1993 ist die Psychiatrie hier. Der Neubau ist aber bereits in Planung.

Die PSY- S1 hat insgesamt 15 Betten, verteilt auf Zweibett- und Vierbettzimmer. Es gibt ein Einzelzimmer, allerdings für Akutfälle.

Das Bett hinten steht oben, da hier bereits ein Zugang geplant ist.

Stationsspezifisch und „besonders“ ist auch der Raucherraum, den es eigentlich so absolut nicht auf Stationen gibt. Dieser ist auch mit einer Kreidetafel ausgestattet, die Patienten können beim rauchen also auch kreativ sein.

Besonders finde ich wirklich, dass trotz des alten Gebäudes so viel wie möglich umgesetzt wurde, damit man den Patienten ein breites Angebot außerhalb der Therapien geben kann. So kann man auf der Terrasse Tischtennis spielen, im Aufenthaltsraum gibt es einen TV oder auch einen Tischkicker.

Ich finde das Fachgebiet wirklich sehr spannend, muss aber für mich persönlich auch sagen, man muss dafür gemacht sein. Mir persönlich fällt es sehr schwer, mit psychiatrisch erkrankten Menschen zusammen zu arbeiten. Für mich fehlt das „greifbare“. Ein schlechtes Blutbild mit allen Konsequenzen oder ein gebrochenes Bein, das sind Dinge, die für mich greifbar sind, offensichtlich quasi. Vor allem der Bereich der Akutpsychiatrie ist nochmal was ganz besonderes und bedarf nochmal besonderer Aufmerksamkeit. Eine Freundin von mir arbeitet beispielsweise in der Psychiatrie und wir haben uns oft über meine Arbeit auf ITS und  ihre Arbeit unterhalten. Sie sagt immer, sie könne sich nichts anderes vorstellen, als die Psychiatrie. Und genau das zeigt mir wieder, wie gut es ist, dass wir Menschen so verschieden sind.
Ich bin der Meinung, dass vor allem die Patienten in diesem Fachgebiet von Personal profitieren, die mit Leib und Seele dabei sind. Genau das ist auch die Rückmeldung, die ich von Frau Hebert und Schwester Petra erhalten habe, man muss ein Herz und eine Leidenschaft für die Patienten haben. Bewundernswert finde ich, dass das Personal der PSY- S1 trotz hohem Arbeitsaufkommen und schweren Krankheitsbildern gut gelaunt, zufrieden und motiviert ist.


Wenn ich dich nun neugierig gemacht habe und du dir wirklich vorstellen kannst, in diesem Fachgebiet zu arbeiten, dann empfehle ich dir eine Initiativbewerbung am UKD. Das kannst du problemlos online machen. Gern darfst du erwähnen, dass du durch mich, Sarah Küttner/ Ossilinchen aufmerksam geworden bist.

Nachgefragt im UKD- Ossilinchen trifft den OP

Heute darf ich dich wieder in ein ganz spannendes Fachgebiet mitnehmen. Ich werde dir heute den Weg für einen Patienten im UKD zeigen,  der eine geplante OP hat. Der Weg führt heute also von der Aufnahme auf Station in den OP. Da es wirklich viele Fachgebiete in der Klinik gibt, habe ich mich vorerst auf die OUC- die Orthopädie sowie Unfall- & Wiederherstellungschirurgie konzentriert. Dafür war ich heute auf der OUC-S4, die Station, die wirklich viele geplante Patienten aufnimmt und sie dann in den OP bringt. Was die OUC- S4 aber noch an Arbeit leistet und warum nicht nur geplante OP´s stattfinden, das erzähle ich dir heute.


Kommt ein Patient geplant auf die OUC-S4, dann sind das immer Wirbelsäulen OPs. Die Patienten wurden vom auswärtigen Arzt überwiesen, haben sich in der Ambulanz vorgestellt, sind aufgeklärt über den Eingriff, haben vor allen auch eine Anästhesieaufklärung und sind für den Tag angemeldet. Aus dem Grund fällt die Aufnahme an der Patientenaufnahme am Tag X weg. Ein Arzt hat die Patienten zuvor in der Ambulanz gesehen und die OP Tauglichkeit ist somit kontrolliert. Die Patienten kommen dann morgens 6.30 Uhr auf OUC- S4 und werden um 7 Uhr in den OP Saal gebracht.

Der Wartebereich auf der OUC-S4

Auf Station wird die Identität nochmal kontrolliert, alle Unterlagen für den OP kommen in die Patientenmappe und werden in den Saal mitgegeben und bei den Wirbelsäulen OPs ist es wichtig, dass der Arzt kontrolliert, ob sich die Harnblase richtig entleert. Das wird auf Station mittels Ultraschall am Bett untersucht.


Neben den geplanten Aufnahmen gibt es aber auch die ungeplanten Aufnahmen und OP´s. Schließlich ist das UKD ein Haus der Maximalversorgung. Der Großteil der Patienten für die OUC- S4 kommt aus der CNA (chirurgische Notaufnahme), die ich dir schon vorgestellt hatte. Aber auch von Intensivstation kommen einige Patienten, die als Polytrauma in das UKD kamen, vorerst operativ versorgt worden und dann ein paar Tage nach der OP auf die Normalstation können. Aber auch von den Ambulanzen oder aus anderen Häusern kommen Patienten, die die Expertise des UKD´s brauchen. Anders als auf den anderen OUC Stationen im Hause bedient die OUC-S4 chirurgisch gesehen alle Krankheitsbilder. Egal ob es der gebrochene Fuß ist, das ehemalige Polytrauma, die plastische Deckung, die Schenkelhalsfraktur oder eben die Wirbelsäulen OP´s.

Gerade frisch ausgelernte Kollegen können chirurgisch gesehen hier wirklich sehr viel lernen. Natürlich haben die Patienten aber auch Krankheiten aus den Fachgebieten der Psychiatrie, eine Demenz oder auch Beschwerden, die zur inneren Medizin gehören. Als Schwester wird man so wirklich gefördert und gefordert und man kann sehr viel lernen.

Schwesternzimmer

Genauso breit gefächert wie die Krankheitsbilder auf OUC- S4 sind, so ist es auch das Alter der Patienten. Von 18 bis 99+ findet sich jedes Alter wieder. Vor allem auch bei den Wirbelsäulen OP´s gibt es immer wieder mal jüngere Jugendliche so um die 14/15 Jahre, die hier betreut werden. Dann ist es neben dem Fachgebiet natürlich auch spannend, die Eltern quasi mit zu betreuen. Auch Patienten nach einem Unfall bedürfen besonderer psychosozialer Aufmerksamkeit. So ist eine Schwester eben auch wichtig für den Patienten, um ihn psychisch wieder aufzubauen aber auch in Richtung Entlassung zu geleiten. Damit gerade die reibungslos über die Bühne geht und gut geplant ist, gibt es einen Case Manager auf Station. Manchmal müssen Hilfsmittel wie Rollstühle oder Pflegebetten bestellt werden, manchmal muss die generelle häusliche Versorgung geklärt werden. Und genau dafür ist der Case Manager da.

Mobilisierbare Patienten können zum fit werden den Physiotherapie Raum auf Station nutzen. Hinter mir und somit nicht zu sehen sind die Pezzi Bälle.

Für das leibliche Wohl der Patienten sorgen übrigens Hostessen auf Station. Schließlich gehört zur Genesung auch die Ernährung. Die Mädels und Jungs kümmern sich um die Essensbestellungen, um das Austeilen des Essens und auch um die Getränke und stehen dabei eng im Austausch mit der Pflege um zu klären, ob es ggf. Trinkmengenbeschränkungen oder Allergien gibt. Und so ist wirklich von der Reinigung über die Physiotherapie bis hin zur Pflege und den Ärzten jeder im Behandlungsprozess wichtig und unabdingbar.

Die OUC- S4 hat übrigens 34 Betten und 2 Betten zur Vorbereitung, wenn früh am Morgen die geplanten Patienten kommen. Was ich spannend finde ist die Tatsache, dass zwischen 5 und 10 Entlassungen pro Tag stattfinden und demzufolge auch so viele Aufnahmen. Jeder, der im medizinischen Bereich arbeitet der weiß, was für eine Leistung das für die Station ist.

Ein Teil des Ganges der OUC- S4

Doch gehen wir in unserer kleinen Reise weiter in Richtung OP. Nachdem die Pflege also die Daten gecheckt hat und die Temperatur gemessen hat, bringt diese den Patienten in den OP. Hier geht der Weg über die „Schleuse“ und man wird an die Anästhesiepflege übergeben. Bitte an der Stelle nicht vergessen, wir reden immer noch von der geplanten OP Aufnahme, bei der im Vorfeld alles geklärt ist.

Hier befindet man sich im Haus 32, zweite Etage. Hier wird der Patient umgelagert. Links im unreinen Bereich steht das Bett von Station, Rechts der OP Tisch. In dieser Ebene werden häufig die Wirbelsäulen operiert aber auch Knie OP´s, Tumoren und die Endoprothetik findet hier Platz zum operieren.

Von da aus geht es dann in den Einleitungsraum, wo je nach Art der OP entweder intubiert wird oder die OP in Regionalanästhesie gemacht wird. Die komplette Vorbereitung übernimmt eine Schwester/ Pfleger aus der Anästhesie mit einem Anästhesisten.

Ein peripher venöser Zugang (Flexüle) wird durch die Anästhesie im OP gelegt.
Materialien zur Intubation
Ein vorbereiteter Einleitungsraum mit Beatmungsgerät, Perfusoren und PC.
Gleicher Raum, nur die linke Seite mit Arbeitsfläche.

Nachdem die Anästhesie dann alle Vorbereitungen getroffen hat, geht es in den OP Saal- der Anästhesist bleibt die ganze Zeit mit im Saal, um Vitalwerte und die Beatmung zu kontrollieren und ggf. eingreifen zu können. Dabei steht immer der Notfallwagen und von der Schwester vorher aufgezogene Medikamente. Ab hier ist dann auch immer die OP Pflege mit dabei.


Doch bevor der Patient kommt, hat die OP Pflege schon einiges zu tun. Steht also eine OP an, nehmen wir mal die Wirbelsäulen OP, so werden im Steri in der Klinik vorab die Container mit den Materialien für die OP bestellt. Dann erfolgt die Vorbereitung, also Nahtmaterial holen, Handschuhe, Kittel usw.
Derjenige, der steril am Tisch steht (zur Aufteilung später nochmal mehr) geht sich waschen, der Saaldienst (Springer) schaut, ob alle Materialien aus dem Steri auch wirklich steril sind und öffnet dann das Kittelset, damit sich die gewaschene Pflegekraft steril ankleiden kann. Danach werden nach und nach die sterilen Siebe aus den Containern genommen und der Tisch wird komplett vorbereitet. Wichtig ist hier die Zählkontrolle mittels 4 Augen Prinzip VOR und NACH der OP.

Danach kommt in der Regel dann auch schon der Patient und es wird zusammen mit dem Chirurgen und dem Springer der Patient gelagert. Wichtig ist auch die Dokumentation sowie gewisse Diagnostika anzumelden, damit sie dann im PC System zu sehen sind, beispielsweise Röntgenbilder.


Ich wollte ja nochmal kurz was zur Aufteilung sagen: ein Pflegekraft steht steril mit am Tisch, um dem Operateur zu assistieren. Einer ist immer als „Springer“ eingeteilt. Derjenige muss bei Bedarf dann noch Sachen holen, die nicht alle mit in den Saal gebracht wurden. Manchmal entwickelt sich auch während einer OP eine Situation, in der man noch einige andere Materialien braucht. Auch für die Dokumentation ist er unabdingbar. Er kümmert sich auch um die Lagerungshilfsmittel oder eben auch um die Bedienung des Röntgen Geräts im OP (C- Bogen).

Röntgenschürzen
Ein paar Lagerungshilfsmittel

Ist die OP vorbei und der Patient kann extubiert werden, dann geht es danach zur Überwachung noch in den Aufwachraum. Da der Aufwachraum im Haus 32 aber so voll war, konnte ich kein Bild machen. Daher habe ich ein Bild vom AWR im Augen OP gemacht.

Im Haus 32 liegen die Patienten dann schon wieder in ihren Stationsbetten, die angewärmt sind und warten auf Abholung der jeweiligen Station, wenn nichts dagegen spricht.

Wenn alle Vitalparameter stabil sind, der Patient suffizient Luft holt und nichts gegen die Verlegung auf Normalstation spricht, dann wird die Station angerufen und die Schwestern/ Pfleger holen den Patienten ab und überwachen ihn dann noch auf Station.

Postoperative Überwachung auf OUC- S4.
Hier wird gerade auf den nächsten Patienten aus dem Saal gewartet.

Wie immer hattet ihr die Möglichkeit Fragen zu stellen, die ich dann mit in meinen Termin mit Nadine Franke aus dem OUC OP genommen habe.

– Wie sieht die OP Schleuse aus?

Prinzipiell kann ich da auf das Bild von oben mit der Reinen und Unreinen Seite verweisen.

– Welche Verantwortung trägt die OP Pflege?

Eine sehr hohe, schließlich geht es hier um die Vor-& Nachbereitung einer OP, um die Dokumentation und um alles rund um den Patienten und die OP. Wie oben erwähnt gibt es dann einen sterilen aus der Pflege am OP Tisch und einen Springer.

– Kann man als Gesundheits- & Krankenpflegerin ohne OP Weiterbildung im OP arbeiten?

Ja, so fangen die meisten an.

– Was sind gängige OP´s in der OUC? Was wird eher selten operiert?

Das kann man so nicht beantworten, da das UKD ein Haus der Maximalversorgung ist. Häufige OP´s in der OUC sind Hüften, Knie OP´s, Wirbelsäulen, Tumoren, Traumata, Kinderchirurgische OP´s, die plastische Chirurgie, Füße, obere Extremitäten, Septische OP´s und Polytraumen. Kurzum: von der Halswirbelsäule bis zum kleinen Zeh alles, was mit Knochen zu tun hat und eben alles, was orthopädisch oder unfallchirurgisch ist. Auch der Schockraum in der CNA wird bei einem Polytrauma von der OP Pflege bedient, wenn vor Ort ein Eingriff stattfinden muss.

Das ist der Unfallchirurgische Tisch
Das wird für eine Hüft OP gebraucht

– Welche Berufe sind alle im OP vertreten?

Gesundheits- & Krankenpfleger, Fachschwestern der OP Pflege sowie OTA´s (Operationstechnischer Assistent).

– Wie groß ist das Team im OP?

Gesamt mit allen Abteilungen der Chirurgie (Haus 32/59), Haus 21 (Gynäkologie/ Kinderklinik), die ambulanten OP´s sowie die Urologie und Augenklinik: ca. 120 Mitarbeiter.

– Wie sieht der OP Saal aus?

Saal 44, in der Mitte auf das kleine „Türmchen“ kommt der OP Tisch mit Patient. Dieser kann dann in der Höhe verstellt werden.
Die einzelnen Säle von außen.
 
Der Bereich zum waschen.

– Wie viele OP´s laufen pro Tag im UKD?

Die Zahl fürs gesamte UKD konnte ich nicht auftreiben aber die Zahlen für die OUC, zumindest so in etwa, denn genaue Zahlen pro Tag kann man nicht nennen. Das ganze ist ja auch immer abhängig von den Notfällen. In der OUC sind das im Schnitt 36 OP´s pro Tag.

– Wie sieht die Pausenregelung aus?

Beginn in der OUC ist 7 Uhr. Um 11.30 Uhr kommt dann die Ablöse, sodass der Frühdienst dann Pause machen kann.

– Was ist, wenn man während der laufenden OP auf´s WC muss?

Prinzipiell etwas ungünstig aber machbar ist ein WC Gang natürlich schon. Allerdings nicht so einfach, daher sollte man vor der OP aufs WC 🙂
Der Springer kann sich fix mit der Anästhesie absprechen und kurz flitzen, der Sterile braucht aber eine Ablöse. Im besten Falle kann das der Springer machen, wenn er in die Hygiene des steril Machens eingearbeitet ist.

– Wie läuft die Einarbeitung neuer Kollegen im OP ab?

Die OUC hat ein eigenes Einarbeitungskonzept für neue Mitarbeiter mit Einarbeitungshefter und Mentor. Ca. 6 Monate braucht man, bis man eingearbeitet ist, das kommt aber auch immer auf den Stand der jeweiligen Kollegen an.


Das war sie, meine kleine Reise in den OUC OP. Da ich für die Fragen und den Beitrag im OP im Haus 32 war, habe ich noch ein paar kleine Facts für dich. Saal 44 bis 46, sowie Saal 34 und 35 gehören zur OUC. Saal 47 ist ein Hybrid OP, das bedeutet eine Robotergestützte Bildgebung für minimalinvasive Eingriffe sind hier möglich. Im Saal 40 und 41 befindet sich das intraoperative MRT, welches interdisziplinär von der OUC, den Neurochirurgen und den VTGlern (Viszeral-, Thorax- & Gefäßchirurgie) genutzt wird.


Damit ich noch einen groben Überblick über mehr Fachgebiete im OP bekomme, war ich mit Frau Anja Kurze noch im Augen OP und in der MKG (Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie). Hier durfte ich auch mal kurz in einen MKG OP bei einem Tumor rein schauen. Sehr spannend und sehr viel Personal, sowie Material, welches gebraucht wird. Leider konnte ich aus datenschutztechnischen Gründen kein Bild machen. Die MKG hat im Haus 32 einen OP Saal und einen im Haus 30. Eine kleine Zeitreise habe ich auch durchgemacht, denn das Haus 32 ist ja ein Neubau und die OP, die ich kurz sehen durfte, war mit „Videoüberwachung“- daher konnte ich von der Tür aus auf dem Bildschirm alles wichtige sehen.

Natürlich war ich im Saal in OP Kleidung und habe alle hygienischen Maßnahmen eingehalten.

Im Haus 30 gibt es diese Videoüberwachung nicht, natürlich ist dort auch nicht alles so hochmodern, wie in der 32 aber die OP´s laufen genauso gut und professionell ab. Vor allem für mich war die kleine Zeitreise sehr spannend, weil das Haus 30 schon lange Bestandteil im UKD ist.
Wirklich Bilder konnte ich wegen dem OP Betrieb nicht machen aber ich kann dir anhand eines Schädels mal ein paar OP Methoden zeigen, die am Patienten gemacht werden, wenn Frakturen (Brüche) vorhanden sind.


Sehr spannend war auch der kleine Ausflug ins Haus 33 in den Augen OP, in dem es 4 OP Säle gibt. In einem wird das ganze Spektrum der Medizin bedient. Hier wird auch intubiert, in den anderen 3 Sälen sind die Patienten wach. So kommen PRO Tag 50 bis 60 OP´s zusammen. Diese Zahl hat mich erstmal schockiert, da ich nach dem Ausflug in die OUC ja das „ganze“ Programm kannte und ich den großen Aufwand gesehen habe. Doch einige OP´s wie beispielsweise die des Grauen Stars dauern „nur“ 10 Minuten. Aber es bedarf ja auch einer Vorbereitung und einer Nachbereitung und somit sollte man den Augen OP absolut nicht unterschätzen. Diese Zahl an OP´s täglich zu fahren bedarf viel Erfahrung und Planung.

Im Saal 1 werden alle OP´s durchgeführt, die am vorderen Teil des Auges sind. Dazu gehören die Hornhaut, die Iris, die Linse und die Bindehaut.

Im Saal 2 finden alle Op´s rund um den Glaskörper und die Netzhaut statt.

Materialien für eine Netzhaut OP

Im Saal 3 sind alle Patienten mit plastischen Sachen am Lid oder Tumoren auf dem OP Tisch und im Saal 4, wie oben erwähnt dann alles aber eben in Vollnarkose- also intubiert.

Materialien für eine Katarakt OP- Grauer Star
OP Saal in der Augenklinik.

Lasereingriffe bei Kurzsichtigkeit werden ebenfalls angeboten, allerdings ist das ein kleiner Eingriffsraum.


Wenn ich dich nun neugierig gemacht habe und du dir vorstellen kannst, Teil unseres Teams zu sein, dann möchte ich dich auf die Stellenanzeige für den OP (Chirurgie) aufmerksam machen.

Doch auch die OUC benötigt Pflegekräfte, daher habe ich auch hier eine Stellenanzeige für dich. Einfach HIER klicken.

Ist die MKG oder die Augenklinik etwas für dich, dann einfach eine Initiativbewerbung absenden.

Bei allen Bewerbungen darfst du gern angeben, dass du über mich, Sarah Küttner/ Ossilinchen aufmerksam geworden bist.

Nachgefragt im UKD- Ossilinchen trifft die Palliativstation

Was verbindest du mit dem Wort Palliativstation? Die meisten verbinden die Palliativstation wohl mit „letzter Weg“, „hier stirbt man“ oder mit „hier könnte ich nicht arbeiten“… das zeigen mir auch eure Antworten auf Instagram.

Wenn ich euch jetzt sagte, dass die Palli ein wundervolles Fachgebiet ist, dann werden die meisten nun etwas verdutzt vor dem Handy oder PC sitzen. Doch die Palliativmedizin ist viel mehr als „sterben“. Es geht eher darum, Leiden zu mindern und den Patienten so viel schöne Zeit zu schenken, wie nur möglich! Fakt ist, dass die Palliativmedizin immer dann zum Einsatz kommt, wenn es eine infauste Prognose gibt. Also auf lange (oder kurze) Sicht keine Heilungschancen vorhanden sind. Die schöne Zeit können dann entweder wenige Tage oder Wochen bis hin zu Jahren sein. Und so ist es gut möglich, dass ein Patient auf der Palli liegt und in die Häuslichkeit oder ins Hospiz entlassen wird.


Ich selbst war vor fast 11 Jahren als Azubi auf der Station im Uniklinikum Dresden und ich empfand das Arbeiten als ein sehr schönes aber auch anspruchsvolles. Sicherlich sieht man viel „Leid“ aber bis heute liegt mir das Thema einfach sehr am Herzen und ich arbeite trotz ITS Hintergrund gern mit palliativen Patienten zusammen.
Die Arbeit ist meist entschleunigter, wenn ich sie mit meiner Arbeit auf Intensivstation vergleiche. Die Patienten können (meist) sagen, was ihnen fehlt, man hat auf Station auch in der Tat andere Möglichkeiten. Die Patientenküche auf der Palli hat mich schon damals fasziniert. Egal, worauf die Patienten Appetit haben, möglich ist fast alles, auch weil die Angehörigen mitbringen können, worauf der Patient Appetit hat. Ganz wichtig ist hier auch, dass die Angehörigen aufgefangen und gut betreut werden. Es ist eben ein ganz anderes Arbeiten, was man so mit keinem Fachgebiet vergleichen kann.

Da das Thema Sterben und Tod aber zwangsläufig auch etwas mit der Palliativstation zu tun hat, möchte ich euch heute einen Einblick in das Thema Sterbebegleitung geben aber auch darauf eingehen, was wir als Pflegekraft nach dem Versterben eines Patienten noch zu tun haben. Es wird also heute ein spannender aber auch emotionaler Beitrag. Ehrlich, herzlich und direkt von Station. Damit ich zu meiner fachlichen Kompetenz noch jemanden von der Palliativstation dabei habe, habe ich mich mit Janet Freitag, der Stationsleitung der Palliativstation getroffen. Sie ist genau der richtige Ansprechpartner für diesen Blog Beitrag.


Beginnen möchte ich mit euren Fragen, denn da sind viele schöne dabei. Weiter unten werde ich euch dann von meinen Erfahrungen auf der Hämatologie erzählen. Fast 5 Jahre war der Bereich Onkologie der Bereich, in dem ich gearbeitet habe. Ich habe sogar meine praktische Prüfung für mein Examen auf der Onkologie gemacht.  Die ein oder andere Geschichte habe ich für euch aufgeschrieben, denn auch ich habe viele Menschen in den Tod begleitet.

– Ab wann kommt ein Mensch auf Palliativstation, welcher Zeitpunkt der Erkrankung „muss“ erreicht sein.

Gegeben sein muss immer die infauste Prognose. Wichtig für die Aufnahme ist, dass ein Patient, der beispielsweise in der Klinik liegt starke Symptome hat, die eine Normalstation in dem Umfang einfach nicht bewältigen kann. Beispielsweise starke Luftnot, Übelkeit, massives Erbrechen, starke Schmerzen oder vermehre Schwäche. Dann wird eine Anmeldung klinikintern ausgefüllt. Wenn der Patient ambulant mit Spezialisierten ambulanten Palliativpflegedienst versorgt ist, dann stellen diese die Anforderung.

Generell kann man sagen, wenn die Symptomlast so groß ist und eine Palliative Grunderkrankung da ist, dann ist es eine Indikation für die Palliativstation. Hier geht es dann um Lebensqualität!

– Gibt es Therapietiere?

Nein, allerdings können eigene Haustiere mitgebracht werden. Hund, Katze, Wellensittich, nichts unübliches auf der Palli. Allerdings dürfen die liebsten Vierbeiner nur zu Besuch kommen! Therapiemäßig gibt es zusätzlich die Kunst- & Musiktherapie. Zusätzlich bieten manche Schwester auf Wunsch eine Reflexzonenmassage oder eine Klangmassage an.

– Kann man sich selbst auf Palli einweisen lassen, wenn „Nichts mehr geht“?

Eine Selbsteinweisung ist nicht möglich. Möglich ist aber der Weg über den Hausarzt, der dann eine Krankenhauseinweisung für die Palliativstation ausstellt. Wenn man an das Brückenteam (SAPV) angebunden ist, dann kann auch dieses Team eine Anmeldung schreiben.

– Geht man als Patient generell auf die Palliativ, wenn es dem Ende zu geht?

Nein, natürlich geschieht nichts gegen den Willen des Patienten. Ist man auf Normalstation und die Ärzte/ Schwestern merken, dass eine palliative Versorgung vonnöten wäre, dann wird es dem Patienten angeboten. Ebenfalls so erfolgt es, wenn man nicht im Krankenhaus ist, also ambulant betreut wird.

– Gibt es eine Möglichkeit für Patienten , zum Beispiel von ITS, die eine infauste Prognose haben, zu Hause zu sterben und nicht im Krankenhaus? Gibt es dafür Konzepte? Unterstützt die Palliativstation bei der Vermittlung?

Möglich ist natürlich im gewissen Maße genau das, was der Patient und die Angehörigen wollen. Die Palli kann da nicht vermitteln aber der palliative Konsiliardienst im UKD.

Generell stellt sich die Frage, ob der Patient überhaupt transportfähig ist. Braucht er eine Beatmung zu Hause? Wenn ja, dann ist die Umsetzung schwer, denn stellt man die Beatmung ab, würde der Patient sofort sterben. Auch muss klar sein, ob die Angehörigen das zu Hause stemmen können. Es sollte jedem bewusst sein, dass ein Patient zu Hause nicht die umfänglichen Leistungen wie im Krankenhaus hat.

– Wie erfolgt die Umsetzung der Sterbebegleitung?

Auch das ist eine ganz individuelle Sache. Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten.

Manchmal kommen Patienten direkt als Verlegung und sind schon präfinal (kurz vor dem Sterben). Hier geht es manchmal ganz, ganz schnell. Der Patient ist eher unbekannt, andersrum genauso. Man versucht es trotz der Unbekanntheit so würdevoll wie möglich zu gestalten, man ist dabei.

Manchmal zieht sich der Sterbeprozess aber über mehrere Tage bis Wochen. Hier ist es dann wirklich möglich, den Patienten kennenzulernen und auf seine Wünsche/ Vorlieben einzugehen. Auch die Angehörigen spielen hier eine sehr große Rolle.

Manchmal wollen Patienten allein sterben, oftmals sind das die Menschen, die ihr ganzes Leben lang immer alles mit sich ausgemacht haben. Dann muss man das respektieren. Vor allem für die Angehörigen ist es schwer, weil sie dann unter anderem Denken, dass es doch nicht schön ist, allein zu sein. Doch ganz oft gibt es die Fälle, dass Patienten gerade dann sterben, wenn sie allein sind. Dann haben sie es sich ausgesucht. Es ist wichtig, das den Angehörigen zu vermitteln, sie aufzufangen.

Zu dem ganzen Thema gehört ganz viel Feingefühl und Professionalität. Jede Sterbebegleitung ist anders, eben wie jeder Patient auch anders ist.

– Welche Freiräume gibt es, die es auf anderen Stationen nicht gibt?

Vor allem ist es der Platz für Individualität. Jeder Patient ist anders und darauf können die Schwestern und Pfleger eingehen.
Möchte ein Patient rauchen gehen, dann kann das Personal den Wunsch umsetzen. Auch Gespräche mit Patienten und Angehörigen sind ganz wichtig. Hier gibt es die Zeit für genau das.

Auch ist es die „Mut zur Lücke“. Möchte ein Patient nicht gewaschen werden, möchte er seine Tabletten nicht nehmen, dann ist das okay. Es ist der Körper des Patienten und die Wünsche können und werden hier nochmal ganz anders wahrgenommen und umgesetzt.

Auch haben die Schwestern die Möglichkeit, den Patienten Eis aus Sekt, Fanta, Cola oder Sprite zu machen. Ein Bad kann der Patient nehmen, wenn die Männer (oder Frauen) wollen, dann ist auch ein Bier möglich.

Das Patientenbad mit Lifter.

Alles, was hier so locker flockig einfach von der Hand klingt bereitet den Patienten ein gewisses Stück „Normalität“ und vor allem auch Lebensqualität. Um genau die geht es eben in der Palliativmedizin!

Besondere Anlässe wie Hochzeiten, Taufen von Erwachsenen oder Geburtstage sind kein Problem. Der Raum, um kreativ zu sein ist gegeben und die Zeit ist glücklicherweise auch da.

– Können Angehörige von weiter weg vor Ort auf Station Abschied nehmen? Wie lange ist ein Verstorbener auf Station?

Ja, das ist möglich. Es gibt zum verabschieden beispielsweise auch einen Raum der Stille. So kann ein neuer Patient aufgenommen werden, da das Zimmer ja frei ist aber man kann sich in würdevoller und schöner Umgebung noch verabschieden. Auch kann das Zimmer runter gekühlt werden.

Raum der Stille.
Raum der Stille, links ein Klavier.


Patienten verbleiben 24 h auf Station. Das Personal fragt auch nach, ob jemand von weiter weg kommt, und wann derjenige dann in etwa da ist.

 – Was sind die Aufgaben einer Schwester, wenn der Patient verstorben ist?

Grundlegende Dinge sind gleich, manche sind von Schwester zu Schwester verschieden. Ich werde mal das aufzeigen, was mir die Schwester , mit der ich mich unterhalten habe, als wichtig mit auf den Weg gegeben hat.

Zum einen wird das Fenster geöffnet, damit die Seele die Chance hat zu entweichen. Ihr ist es auch wichtig, dass der Patient einen Moment liegen kann, er Zeit zum lösen hat und man nicht gleich pflegerische Tätigkeiten an ihm ausübt.

Wichtig ist ihr, dass der Patient immer angesprochen wird, auch ich mache das so. Ich rede mit jedem meiner Patienten.

Medizinische Dinge, die entfernt werden dürfen, werden entfernt. Auf Palliativstation werden medizinische Geräte aus dem Zimmer geräumt. Die Palli ist auch die einzige Station, auf der eine richtige Kerze angezündet werden darf, wenn jemand im Raum ist. Das Zimmer wird dann für die Verabschiedung liebevoll dekoriert.

Leider waren alle Zimmer belegt, sodass ich keine Möglichkeit hatte, hier ein Zimmer zu zeigen.

Wenn der Patient im Vorfeld bestimmte Kleidung ausgesucht hat, dann wird diese angezogen.

Verstirbt ein Patient, dann ruft meistens die Schwester bei den Angehörigen an, da meist ja doch ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde.

Das letzte Bild des Patienten soll für die Angehörigen würdevoll sein, das ist allen sehr wichtig.


Aber die Hinterbliebenen müssen auch aufgefangen werden. Wer seinen Liebsten selbst versorgen möchte, der hat die Möglichkeit dazu. Ihnen wird aber auch von den Schwestern und Pflegern ein verbaler Leitfaden mit auf den Weg gegeben. Was ist nach dem Versterben alles zu erledigen, was muss geklärt werden? Dazu gibt es auch ein Informationsblatt für Verbliebene.

Generell müssen die Angehörigen auf die Zeit, die nun kommt vorbereitet werden, das ist sehr wichtig! Wenn das Team der Palli da an seine Grenzen stößt, dann kann für den Moment auch der Psychoonkologe Herr Hentschel zum Auffangen kontaktiert werden. Er kann die Hinterbliebenen nicht nach dem Krankenhaus betreuen aber zumindest in dem Moment da sein. Auch sollte man immer nachfragen bzw. die Möglichkeit geben, dass sich Kinder verabschieden können. Erstaunlicherweise verkraften sie das deutlich besser, als so manch Erwachsener.

Charly, das Stationsmaskottchen. Vor allem für Kinder, die zu Besuch anwesend sind sehr wichtig.

Wichtig zu beachten sind auch die verschiedenen Religionen. Frau Wunderwald, die ökom. Pfarrerin kann beispielsweise das „Vater unser“ sprechen oder wenn gewünscht Aussegnen. Andere Kulturen haben ganz andere Wünsche/ Bräuche. Hier kann man einfach drauf ein gehen und man sollte jeden Wunsch respektieren.

Ist ein Patient verstorben, dann wird an die Tür ein Engel gemacht, damit jeder weiß, dass man das Zimmer nicht betreten soll.

Der Engel für die Tür, dahinter das Licht, welches bei Versterben angemacht wird und die Rosenköpfe im Hintergrund.

Auch bekommt jeder Patient eine Rose auf das Bett gelegt. Wird der Patient abgeholt, dann nimmt die Schwester/ der Pfleger diese Rose und schneidet den Kopf ab. Dieser wird dann in ein Glas an der Eingangstür gelegt, zusätzlich wird ein Licht angemacht als Zeichen, dass jemand verstorben ist und, um ihn zu würdigen. Die Rosenköpfe werden dann getrocknet und zum Jahresgedenken, welches einmal im Jahr stattfindet mitgenommen.

Dazu werden alle Angehörigen eingeladen, die Namen der Verstorbenen werden einzeln vorgetragen und es wird Musik gespielt. Die symbolischen Rosenköpfe werden am Seelsorgezetrum unter den Rosenstrauch gegeben.

Hier gibt es dann Kaffee und Kuchen als kleinen Imbiss, die Angehörigen können sich nochmal mit dem Personal austauschen und alle haben einen Abschluss.

Was muss ein Arzt nach dem Versterben machen?

Die Leichenschau nach 2 Stunden ist verpflichtend. Auf der Palli ist die Zeit manchmal etwas individueller. Der Totenschein muss ausgefüllt werden und ggf. muss er die Angehörigen informieren.

– Wie ist der Betreuungsschlüssel?

In der Regel sind im Frühdienst 4 Pflegepersonen da, im Spätdienst 2 bis 3 und im Nachtdienst eine. Früh betreut eine Schwester 2 bis selten mal 3 Patienten, im Spätdienst 3 bis 4 Patienten und im Nachtdienst dann alle 10 Patienten.

– Was ist der Unterschied zwischen Palli und Normalstation? Welches Mehrangebot gibt es hier?

Die Beantwortung der Frage kommt der Antwort aus der Frage, welche Freiräume es gibt fast 1 zu 1 gleich. Daher verweise ich gern auf diese Frage/ Antwort.


Ich hoffe, dass ich gut vermitteln konnte, wie die Arbeit so auf Palliativstation ist. Keine Frage, die Arbeit ist anstrengend, vor allem auch mental. Toll finde ich, dass das Team füreinander einsteht. Geht es einem mal nicht gut, nimmt einen ein Schicksal zu sehr mit, dann ist das Team füreinander da. Auch muss nicht einer das Schicksal von einem Patienten, der schon lange da ist mit sich ausmachen. Es wird dann drauf geachtet, dass die Aufteilung der Patienten auch mal variiert.

In regelmäßigen Abständen finden Supervisionen statt. Hier ist ein geschützter Rahmen und Raum, um über belastende Situationen zu sprechen. Dinge nochmal zu reflektieren usw.


Auch ich habe mit dem Thema sterben im Krankenhaus viele Erfahrungen gemacht. Um ehrlich zu sein erinnert man sich an die meisten Patienten nicht. Manche Geschichten berühren ein sehr, nehmen einen mit aber man muss für sich einen Weg finden, damit gut umzugehen.

Ich erinnere mich an eine Angehörige eines Arztes. Ich habe sie fast eine Woche am Stück betreut, man wusste, was sie mochte, was nicht und man wusste genau, wann sie einfach auch ihre Ruhe haben möchte. Der Arzt merkte, dass ich mich wirklich bemüht habe, sie 1 zu 1 zu betreuen, trotz anderer Patienten. Dank meiner Kollegen war das aber auch möglich, da sie mir den Rücken frei hielten. Eines Tages war dann der Tag gekommen, es war Zeit, Abschied zu nehmen. Für mich aber auch für die Angehörigen war das über den ganzen Zeitraum ersichtlich und so hatte jeder die Chance und die Zeit, sich im Vorfeld zu verabschieden. Als es in meinem Spätdienst dann soweit war, saßen ich und der Arzt am Bett. Ich gab ihm mehrfach das Zeichen, dass ich auch gehen könnte. Aber er gab mir zu verstehen, dass es gut ist, wenn ich dabei bin. Und so haben wir es uns und ihr so gemütlich wie möglich gemacht. Ich hatte LED Kerzen aufgestellt, draußen war allmählich die Dämmerung eingetreten und eine Aromalampe mit dem Lieblingsduft der Patientin hatte ich aufgestellt. Und so saßen wir am Bett, einer rechts, einer links, händchenhaltend mit der Patientin. Er erzählte mir von ihrem Leben… es war der einzige Moment, in dem ich viel über die Patientin erfuhr. Und man merkte, dass ihr der Rückblick scheinbar auch gefiel. Sie wirkte entspannt und zufrieden. Neben häufigeren Mundpflegen, Hand auf den Brustkorb legen, damit die letzten Atemzüge nicht so schwer sind und Hand halten, hielten wir oft auch inne. Die Atemaussetzer waren immer länger… oft dachten wir, sie hat es geschafft, doch dann kam immer noch ein Atemzug. Wir wussten, dass sie nicht leidet, sie bekam ärztlich angeordnet Morphin über den Perfusor. Eine leichte Dosis, die aber reichte, um Leiden zu mindern. Irgendwann war dann der letzte Atemzug, gefühlt vergingen Minuten, bis wir was sagten, da wir nicht wussten, ob nun noch ein Atemzug kam. In Wirklichkeit war es aber nicht so lang. Sie sah friedlich aus, ihr Angehöriger wirkte erleichtert und bedankte sich. Ich saß noch 5 Minuten da, bevor ich beide verließ. Später kamen noch die Angehörigen, um sich zu verabschieden. Natürlich war das möglich.

Und nun kommt der Part, indem eine Pflegekraft noch einiges zu tun hat. Ich bereite dem Arzt, der zur Leichenschau kommt immer schon den Totenschein vor. Rein schreiben darf ich nichts aber ich lege immer gern alles mit dem Briefumschlag zurecht. Den Fußzettel bereite ich vor.

Totenschein und Fußzettel


Bevor die Angehörigen kommen, bereite ich den Patienten vor. Richtig lagern ist hier sehr wichtig, denn irgendwann setzt die Totenstarre ein. Ich lege die Patienten also auf den Rücken, meist mit den Händen zusammen auf dem Bauch, so, dass sie eine Blume halten können. Im Frost hatten wir auf der Onkologie immer Rosen. Diese gab es dann für die Patienten. Ich kleide sie auch nochmal neu ein und wasche ein wenig. Manchmal fließen nach dem Versterben Exkremente in die Windelhose oder auf die Unterlage. Das mache ich natürlich frisch. Die Bettdecke geht soweit, dass die Hände raus schauen. Die Augen schließe ich, wenn sie offen sind und den Mund versuche ich ebenfalls zu schließen. Aber nicht wie man es aus einem schlechten Film kennt mit hoch binden. Ich rolle ein Handtuch und lege es unter das Kinn, meist ist die Totenstarre beginnend eingesetzt und ich kann das Handtuch entfernen, bevor die Angehörigen kommen. Manchmal muss man auch gar kein Handtuch nutzen, dann ist der Mund von allein zu. Die LED Kerze verbleibt auch beim Patienten, bis er abgeholt wird. Nachdem dann alle zum verabschieden da waren, decke ich den Patienten komplett zu.


Übrigens kam von dem Arzt Wochen später eine Danke Karte mit einem kleinen Geschenk. Ich habe mich wirklich sehr gefreut und habe die Karte und das Geschenk bis heute noch zu Hause.


Ich erinnere mich auch noch gut an eine Patientin, die noch jung war. Krebs und wir wollten am gleichen Tag noch mit Chemotherapie beginnen. Auch hier hatte ich Spätdienst und übernahm die Patientin. Binnen weniger Stunden wussten wir alle, dass es die Dame nicht schaffen würde. Sie wollte aber die Chemo noch haben, also starteten wir. Ihr Zustand verschlechtere sich rasch. Sie sprach plötzlich nicht mehr, sie hatte eine brodelige Atmung. Nicht untypisch, das habe ich schon oft beobachtet. Ich holte also wieder die Kerze und setzte mich zu ihr. Es war kein Angehöriger da, ich kannte die Patientin nur wenige Stunden und wusste nicht wirklich, was ihr gut tun könnte. Also saß ich an ihrem Bett, wieder händchenhaltend und hielt kurz inne. Ich versuchte herauszufinden, was ihr denn gut tun könnte. Ihr Gesicht war schmerzverzehrt, ich wusste anhand der Diagnosen, dass sie oft Rückenschmerzen hatte. Also versuchte ich sie besser zu lagern. Ihr Gesicht entspannte sich allmählich. Ich setze mich wieder zu Ihr und beobachtete und versuchte auf sie einzugehen. Die Ärzte hatten derweil die Angehörigen informiert… sie wollten nicht kommen. Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen aber ich fand es anfangs schade, dass sie nicht kamen. Im nachhinein war mir klar, dass es so das Beste war. Es gab einen Moment, der mir zeigte warum. Ich musste kurz aufs WC, ich sagte ihr das und sagte ihr auch, dass ich wieder komme. In den paar Minuten hatte sich ihr Herzschlag so verlangsamt, dass sie fast allein gestorben wäre. Vielleicht wollte sie es so. Ich setzte mich die letzten Sekunden noch ruhig an Ihr Bett. Sie wirkte entspannt. Ob ich es in der Situation gewesen wäre, ich weiß es nicht. Ich stelle es mir schrecklich vor, früh ins Krankenhaus zu kommen, eine infauste Prognose zu erhalten und kurz darauf zu sterben. Viel Zeit das zu verarbeiten hatten weder sie, noch ihr Mann und ihre Kinder. Dennoch glaube ich, dass ich es ihr so „schön“ wie möglich gemacht habe.

Das war übrigens der Himmel an dem Abend über dem UKD.

Viele haben sicherlich Angst davor, dass die Angehörigen im Krankenhaus sterben. Sicherlich ist das Thema allgemein kein Thema, über das man gern nachdenkt. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden und der Patient stirbt im Krankenhaus. Ich möchte jedem die Angst davor nehmen und euch mit auf den Weg geben, dass wir stets unser bestes tun, den Patienten so gut wie möglich zu begleiten, wenn das denn erwünscht ist. Aber genauso wichtig ist es uns auch, die Angehörigen mit aufzufangen. Aus dem Grund gibt es am UKD einen Flyer, den wir den Hinterbliebenen mitgeben. Dort gibt es wertvolle Tipps, was nun beachtet und geklärt werden muss.

Nachgefragt im UKD- Ossilinchen trifft die Chirurgische Notaufnahme (CNA)

In der CNA war ich mittlerweile schon oft, dienstlich aber auch privat. In der Woche, die ich da hospitieren durfte habe ich wirklich viel gesehen. Von der Brandverletzung beim Kind, über ein Schädelhirntrauma beim Erwachsenen, ein gebrochenes Bein samt Gipsanlage bis hin zum Polytrauma war alles dabei. Ein sehr spannendes und großes Fachgebiet, welches nicht nur mich interessiert, sondern auch für euch sehr spannend ist. Aus dem Grund werde ich euch heute die Chirurgische Notaufnahme mal vorstellen.


Den letzten Kontakt hatte ich leider privat mit meiner Tochter kurz nach Pfingsten. Nichts, was man sich wünscht. Das Personal war sehr freundlich nur leider konnten sie an der Situation, dass es nur einen für die CNA diensthabenden Kinderchirurgen gibt und dieser auf Station Visite macht nichts ändern. So hieß es warten, warten, warten und ein Kleinkind im Wartezimmer bespaßen.


Da ich mich für den heutigen Termin mit der zuständigen PDL Frau Miersch- Liefke und der Stationsleitung Herr Höhne getroffen habe, konnte ich diese Erfahrung weitergeben. Vielleicht kann man ja künftig an der Situation etwas ändern.
Meine Kritik wurde sehr offen angenommen, das Problem ist kein unbekanntes. Vielleicht findet man dafür ja eine Lösung. Ich würde mich darüber sehr freuen, vielen Eltern wäre damit sicherlich geholfen.


Allerdings wurde mir versichert, dass ein Kind, welches wirklich einen Notfall darstellt auch sofort dran kommt. Was es bedeutet ein Notfall zu sein und wie das ganze eingeschätzt wird, das werde ich euch weiter unten noch erklären.


Das wirklich spannende ist, dass sämtliche chirurgische Notfälle in der CNA behandelt werden. Vom Baby, über das Kleinkind bis hin zum Erwachsenen. Aus dem Grund besteht das Team aus Gesundheits- & KrankenpflegerInnen und Gesundheits- & KinderkrankenpflegerInnen.

Die CNA findest du im Haus 32, EG (0351/458 2425). Durch den damaligen Neubau des Gebäudes und den Umzug am 04.Juni.2019 vom Haus 59 in die 32 ist die CNA deutlich größer geworden. Was besser und praktischer geworden ist, auch dazu komme ich später noch.

Haus 32 befindet sich im blauen Teil A.

Wie immer hattet ihr die Möglichkeit Fragen zu stellen, welche ich dann mit ins Gespräch genommen habe.

– Wie groß ist das Team?

Insgesamt 40 Leute arbeiten hier. Ärztliche Kolleginnen und Kollegen sind nicht mit eingerechnet. Insgesamt 4 MFA´s arbeiten hier und 36 Krankenschwestern/ Pfleger sowie Kinderkrankenschwestern/ Pfleger.

– Was passiert alles im Schockraum? Welche Patienten kommen da rein?

Seit Umzug ins Haus 32 ist der Schockraum wirklich den Patienten mit Polytrauma vorbehalten. Prinzipiell kann man sagen, dass hier die Erstversorgung stattfindet.

– Was ist ein Polytrauma? Wie schätzt man es ein?

Ein Patient mit Polytrauma hat in der Regel mehr als 2 Verletzungen, wovon eine Lebensbedrohlich ist oder werden kann. Wird ein Patient vom Rettungsdienst via Telefon als Polytrauma angekündigt, dann muss die Pflegekraft einschätzen, ob es ein Vollalarm oder ein Teilalarm Polytrauma ist. Es gibt hier Vordrucke mit Fragen, die immer gestellt werden, um dies einschätzen zu können.

Bei einem Vollalarm Polytrauma ist das komplette Aufgebot an Ärzten da. Heißt: alle aus der Fachabteilung OUC (Unfall- und Wiederherstellungschirurgie) inklusive Oberarzt sind da. Die Anästhesie ist mit einem Arzt und jemandem aus der Pflege vertreten, 2 Pflegekräfte aus der CNA sind vor Ort, die VTG (Viszeral- Thorax- & Gefäßchirurgie) ist am Bett. Ebenfalls die NCH (Neurochirurgen) sind vor Ort. Die Radiologie wird hinzugezogen, der ITS Arzt der den Patienten dann übernimmt ist dabei und der Blutbote, der sämtliche Blutprodukte in die CNA transportiert, ist da. Wenn es sich um ein Kind handelt, dann ist auch noch ein Kinderchirurg am Bett.

Ein Beispiel hierfür ist ein Patient, der einen Verkehrsunfall mit Frontalaufprall hatte und nun eine Beckenfraktur oder Verletzung am Becken hat und beispielsweise einen sehr, sehr niedrigen Blutdruck hat.

Ein anderes Beispiel wäre eine Amputationsverletzung und eine Bewusstseinsstörung. Bestimmt wird das mit dem GSC (Glasgow Coma Score). Alles unter einer Zahl von 9 ist eine mittelschwere oder schwere Bewusstseinsstörung bis hin zum Koma. Heißt: Intubationsbereitschaft!

Auch eine Schussverletzung der Rumpf- Hals Region und eine Atemstörung/ Intubationspflicht ist ein Vollalarm Polytrauma.

Bei einem Teilalarm Polytrauma ist die Anästhesie informiert aber nicht vor Ort. Auch die Neurochirurgie ist nicht dabei.

Ein Beispiel wäre hier ein Patient, der mit höherer Geschwindigkeit auf dem Fahrrad mit einem Fußgänger kollidiert ist (oder einem anderen Radfahrer) und „nur“ auf die Schulter gefallen ist, wach ansprechbar und orientiert ist.

Oder ein Patient mit einer Verbrennung unter 20% der Körperoberfläche, der aber weder kreislaufinstabil ist, noch eine Atemstörung hat.

– Wie sieht es im Schockraum aus und was sind dabei die wichtigsten Utensilien?

Es ist schwer zu sagen, was nun genau wichtig ist und was nicht. Alles ist wichtig und es macht das Zusammenspiel von vielen Kleinigkeiten. So ist bei einem beatmeten Polytrauma die Beatmung natürlich essentiell wichtig. Es gibt aber auch Patienten, die keine Beatmung brauchen. Generell ist Monitoring bei allen Patienten Pflicht! Auch die Schere, um den Patienten auskleiden zu können, bzw. um die Sachen aufzuschneiden ist immer wichtig.

Kommt ein Patient, welcher als Polytrauma angekündigt wurde in die CNA, dann wird der Patient in den Schockraum gebracht, alle Abteilungen sind vor Ort. Hier findet zuerst die Übergabe vom Notarzt oder Rettungsdienst an alle statt. Danach wird der Patient ausgekleidet, er muss ja beurteilt werden, der Grad der Verletzung muss eingeschätzt werden und auch medizinische Maßnahmen müssen begonnen werden. Danach oder noch vor dem Entkleiden findet die Umlagerung auf die Trage der CNA statt und nun hat jeder seine Aufgabe. Der Neurochirurg beurteilt die Pupillen, der Unfallchirurg schaut, ob es irgendwo Frakturen (Brüche) gibt, einer muss alles dokumentieren, die Pflegekräfte der CNA sind immer zu zweit. Der eine kümmert sich um beispielsweise eine Flexülenanlage/ Blutabnahme, der andere assistiert einem Arzt. Die Anästhesie kümmert sich um einen sicheren Atemweg.

Material für eine Blutabnahme. Nicht dabei ist der Spritzenabwurf, der natürlich wichtig ist!

– Wie lange dauert die Versorgung eines Polytraumas in der Rettungsstelle?

In der Regel 10 Minuten, danach befindet sich der Patient im CT. Studien haben ergeben, dass das Outcome eines Patienten (wie er quasi aus all dem wieder raus kommt, wenn der Krankenhausaufenthalt überstanden ist) mit der schnellen Versorgung am besten ist. Die Kolleginnen und Kollegen haben es dank einer LED Uhr an der Decke leicht, um nachzuschauen, wann die Zeit erreicht ist. Kommt ein Polytrauma, betritt man den Raum, dann drückt einer einen Button und die Zeit läuft. Auch wichtig ist diese Anzeige im Falle einer Reanimation.

Ein Ganzkörper CT findet immer statt, ein CT von Kopf bis unter das Becken, um genau zu sein. Nach ca. 30 Minuten nach Ankommen des Patienten in der CNA ist er entweder im OP oder auf ITS.

– Wie sieht das Set zum intraossären Zugang (Zugang im Knochen) aus? Wann wird er genutzt und wo wird gebohrt?

Set für einen intraossären Zugang.

Es ist selten, dass ein intraossärer Zugang in der CNA bzw. in der Klinik gelegt wird. Im Krankenhaus haben wir viel zu viele Möglichkeiten, um Zugänge beim Patienten zu legen. Nichtsdestotrotz ist das Set eine Pflicht, ebenfalls die Schulung des Personals. Ich selber hatte es bisher nur 1x in der Praxis erlebt, dass der Zugang gelegt wird. Die Art und Weise des Zugangs ist eher etwas für den Rettungsdienst, der keine Möglichkeiten hat, eine Flexüle beim Patienten zu legen, weil die Venenverhältnisse schlecht sind. Daher wird dann auf diese Art und Weise des Zugangs zurück gegriffen.

Ein intraossärer Zugang sollte maximal 24 h liegen, besser jedoch so schnell wie möglich entfernt werden und gegen einen unter optimierten Bedingungen gelegten Zugang ausgetauscht werden.

Gebohrt wird unter anderem in der Innenseite der Tibia (Schienbein), der Außenseite des Oberarms und ganz selten auch im Sternum (Brustbein). Letzteres ist eher nicht zu empfehlen, falls man in ein Ereignis der Reanimation fällt.

– Wie oft kommt der Hubschrauber am Tag und wie sieht der Landeplatz aus?

Nicht alle Hubschrauber, die am Tag kommen, sind auch für die CNA bestimmt. Auch Verlegungen aus einem anderen Krankenhaus werden manchmal mit dem Hubschrauber gemacht oder Patienten für das Herzzentrum kommen manchmal ebenfalls mit dem Hubschrauber.

Man kann aber sagen, dass ca. 800 Hubschrauber im Jahr kommen.

– Was muss für einen Massenanfall/ viele Verletzte zeitgleich vorbereitet werden? Wie lange dauert die Vorbereitung?

Ein sogenannter MANV- Massenanfall von Verletzten, ist eher selten. Von einem MANV spricht man, wenn mindestens 5 Patienten (oder mehr) von ein und dem selben Unfall betroffen sind. Ein Unfall muss nicht immer ein Unfall im Auto sein. Auch ein Gasaustritt zählt dazu, wenn mehr als 5 Personen betroffen sind.
Der Rettungsdienst kündigt einen solchen MANV mittels FAX an. Auf dem Fax muss die jeweilige Klinik dann vermerken, wie viele Patienten aus welcher Farbkategorie behandelt werden können.

Rot bedeutet die sofortige Behandlung-> Massive Blutungen oder eine Atemwegsverlegung sind hier Gründe.

Gelb bedeutet dringend-> ein Schädelhirntrauma, ein Bauchtrauma oder offene Frakturen sind Gründe für die Einstufung.

Grün bedeutet nicht dringend -> Beispielweise geschlossene Frakturen.

Blau bedeutet hoffnungslos-> Verletzungen/Schäden sind nicht mit dem Leben vereinbar. Hier macht man nichts mehr. // Diese Einstufung gibt es wirklich nur bei extrem limitierten Rettungsressourcen.

Schwarz bedeutet, dass der Patient tot ist.

Die Zeit der Vorbereitung lässt sich etwas schwer angeben, denn Materialen sind binnen 15 bis 30 Minuten zusammen gesucht. Schwieriger wird es beim Thema Personal. Zuerst wird geschaut, wer alles helfen kann, der im Dienst ist. Je nach Art und Weise des MANV müssen auch Personen aus dem frei gerufen werden. Nicht alle wohnen in Kliniknähe, sodass die Anfahrt etwas länger sein kann und es durchaus bis zu einer Stunde dauern kann, bis alle vor Ort sind.

Im Katastrophenschutzraum gibt es einen Wagen für den MANV. Dort findet man Westen, Einteilungen und Erklärungen und andere wichtige Dinge. Einer muss auch immer eine leitende Position haben, muss alles im Überblick haben und koordinieren. Das ist einmal der Oberarzt der Anästhesie und einmal die Schichtleitung der CNA.

Wenn der Patient kommt wird erstmal nicht unbedingt der übliche Weg des Chipkarte einlesen gegangen. Hier geht es um eine Massenversorgung von vielen Patienten. Da kann die EDV wichtige Zeit stehlen. Das wird dann hinterher gemacht. Um aber dennoch alle Patienten auseinander halten zu können gibt es Armbänder mit Zahlen, die den Patienten eindeutig identifizieren und der Patient bekommt ein Kärtchen um den Hals mit den wichtigsten Daten und der Farbe, in die er eingestuft wurde.

Wenn ein Patient im MANV kommt, dann sichtet der Arzt die Patienten und muss sofort entscheiden, welcher Farbe er angehört.

Bei einem MANV können die Patienten langfristig nicht in der CNA sein, schließlich ist es eine Notaufnahme. Sprich, die diensthabende Pflegedienstleitung muss alle Stationen abtelefonieren und mitteilen, welche Station wie viele Patienten aufnehmen kann. Nicht zwangsläufig muss ein internistischer Patient dann in der Inneren liegen oder ein chirurgischer Patient in der Chirurgie.

Patienten, die zum Beispiel nach einem Strahlenunfall kommen, die haben einen extra Eingang. Davor wird ein Zelt aufgebaut, die Patienten werden abgeduscht und versorgt. Infektiöse Patienten werden in einem separaten Raum versorgt.

Über die rechte Tür kommt der Rettungsdienst mit dem Patienten. Vor dem Raum mit der offenen Tür wird dann das Zelt aufgebaut, die Brause zum abduschen hängt dann an dem leeren Haken neben der Tür und danach findet die Versorgung im separaten Raum statt.

 -Was ist neu/ besser zu den alten Räumlichkeiten?

Generell ist alles größer und moderner. Der Schockraum ist größer und kann unterteilt werden in 2 Schockräume. Es gibt nun auch 2 Gipsräume, einen für die Kinder und einen für die Erwachsenen. Auch die Einfahrt für die RTW´s (Rettungsdienste) ist größer. Wo früher nur 2 gerade so hingepasst haben, passen nun 8 hin. Der eigene Aufenthaltsraum, weiter weg vom Geschehen sorgt dafür, dass man in seinen 30 Minuten Pause auch wirklich mal entspannen kann.


Früher war die CNA auch recht offen. Über das Haus 59 ist man ohne Probleme rein gekommen. Das ist nun nicht mehr gegeben, ohne Transponder kommt man nicht mehr in die CNA, ein bedeutender Faktor in der Sicherheit. Auch aus dem Grund sitzt nun der Wachschutz mit an der CNA.
Ebenfalls neu ist die Rohrpost, mit der Laborproben direkt versendet werden können. Ein extra Transport mittels Boten entfällt und somit sind die Ergebnisse auch schneller da, weil die Proben sofort im Labor ankommen.
Ebenfalls das Zimmer für infektiöse Patienten ist ein großer Vorteil.

Auch gibt es nun mehr Arbeitsfläche für das Personal und mehr PC´s zur Dokumentation.

Durch die Größe kann man mehr Patienten adäquater behandeln und betreuen. Die alte CNA hatte eine Auslastung für 18.000 Patienten jährlich, bei aktuellen Zahlen, die ich euch unten verrate.

– Kommt man als Azubi in die CNA?

Ja, allerdings ist das ein Wunscheinsatz, den man der Schule mitteilen muss.

– Gibt es freie Stellen in der CNA?

JA!!!

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt werden

Pflegekräfte für die Chirurgie

in Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung gesucht. 

Darauf kommt es an:

  • erfolgreicher Berufsabschluss als Gesundheits- und KrankenpflegerIN
  • Fähigkeit zur Selbstreflektion und ein hohes Maß an Verantwortungsbereitschaft
  • Einsatzbereitschaft, angemessenes Kommunikationsverhalten, soziale Kompetenz
  • Du hast eine optimistische Grundeinstellung und eigene Ziele, achtest auf dich selbst und bist physisch und psychisch sehr belastbar.

Herr Höhne hat auch nochmal Rücksprache mit seinem Team gehalten, da es mir besonders wichtig ist, die Stimmung im Team einzufangen und hier ehrlich zu berichten!
Das Team ist breit gemischt, die meisten sind zwischen 25 und 40 Jahren. Viele Menschen haben auch viele Meinungen, das ist klar aber ist eine Notfallsituation da oder braucht ein Kollege/ eine Kollegin Hilfe, dann hilft auch wirklich jeder. Allgemein ist der Support im Team sehr hoch. Auch Diensttausche sind in Absprache kein Problem.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzten zeichnet die Arbeit ebenfalls aus. Es ist ein arbeiten auf Augenhöhe und das kann ich auch bestätigen.

Zu Dienstbeginn werden die Kolleginnen und Kollegen eingeteilt. Hat man mal wirklich keinen so guten Tag, möchte mal lieber im Hintergrund sein, dann kann man sich auch am Tresen einteilen lassen. Der kümmert sich dann um das Einlesen der Patienten.

Wer Gesundheits- & KrankenpflegerIn ist und großes Interesse an der Versorgung von Kindern hat, der kann nach Einarbeitung und nach Rücksprache auch bei den Kindern arbeiten.

Jeder, der neu kommt hat eine 2 monatige Einarbeitung mit Mentor. Derjenige läuft in der Planung zusätzlich und hat so wirklich eine Chance auf Einarbeitung.

Darauf kannst du dich verlassen:

  • Bei uns erwartet dich ein interdisziplinäres Team in einem hochspezialisierten Arbeitsumfeld, in dem Du bei einer vielseitigen und verantwortungsvollen Tätigkeit deine Ideen und dein Engagement einbringen kannst.
  • Du kannst das Carus Vital, das hauseigene „Fitnessstudio“ nutzen und bei Fragen zur Kinderbetreuung durch Partnerschaften mit Einrichtungen in direkter Nähe ist das Familienbüro für dich da.
  • Die Teilnahme an berufsorientierten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Carus Akademie oder mit externen Anbietern werden vom UKD unterstützt.
  • Nutzung des Jobtickets für die Öffentlichen Verkehrsmittel in Dresden und Umland nach der Probezeit ist ebenfalls möglich.

Gern darfst du erwähnen, dass du über mich, Sarah Küttner/ Ossilinchen aufmerksam geworden bist.

Ich habe selbst fast 3 Jahre in einer Notaufnahme gearbeitet (Innere/Neurologische Notaufnahme) und weiß daher genau, auf was es ankommt. Jeder Tag ist anders, jeder Patient hat ein anderes Problem. Der Ablauf ist zwar irgendwann (bis auf bei den Notfällen) gleich aber dennoch wird es nie langweilig. Man lernt sehr viel, muss aber auch bereit sein, viel lernen zu wollen. Gerade im Dienst weiß man nie, was einen erwartet. Da kann einmal der Rettungsdienst kommen, es können die Patienten kommen, die sich selbst vorstellen oder auch innerbetriebliche Notfälle, wenn sie nicht über das REA Team auf Intensivstation gehen. Es ist also sehr spannend aber kann auch stressig sein. Die Teamarbeit ist hier das A und O. Ich sag mir immer, dass ein Dienst noch so stressig sein kann, mit einem coolen Team an der Seite macht auch das Spaß.

– Wie wird eine Messerstichverletzung versorgt?

Es ist zuerst natürlich wichtig zu wissen, wo die Verletzung ist, wie schwer sie ist und ob das Messer noch drin steckt.

Ist kein Messer mehr in der Wunde, dann muss erstmal der Stichkanal beurteilt werden. Das macht die VTG. Falls eine starke Blutung vorhanden ist, dann wird erstmal ein Kompressionsverband angelegt.

Ist das Messer noch drin, dann wird geschaut, ob man es raus ziehen kann oder ob man erstmal eine Bildgebung (CT) braucht und danach im OP schaut, wie man es entfernt.

Wichtig zu wissen ist, dass beide Varianten in den OP müssen. Selbst wenn das Messer nicht mehr drin ist, der Stichkanal muss gesäubert werden und die Wunde ggf. genäht werden.

– Kannst du bitte einen Behandlungsraum zeigen!

Das ist ein Beispiel für einen Behandlungsraum für einen Erwachsenen.
Das ist der Gipsraum für die Kinder.
Ein Teil vom Eingangsbereich, wenn man mit dem RTW kommt. Gerade zu ist das CT und das Röntgen ist ebenfalls in der Nähe.

– Wie viele Patienten kamen letztes Jahr in die Notaufnahme?

Das waren 36.000 Patienten. Die CNA ist aber durchaus für mehr Patienten ausgelegt.


Auf ein wichtiges Thema möchte ich noch eingehen: Warum muss man so lange warten und warum kommt der Nachbar schneller dran, als man selbst, obwohl man eher da war.

Vielleicht hat ja der ein oder andere schon mal etwas von einem Triage System gehört. Dieses System erleichtert es einem einzuschätzen, ob der Patient ein wirklicher Notfall ist und sofort dran kommt oder ob er bis zu 120 Minuten im Wartezimmer warten kann bis der Erstkontakt mir einem Arzt stattfindet.


Auch dieses System arbeitet mit Farben.
Rot bedeutet ein sofortiger Arztkontakt.
Orange bedeutet der erste Arztkontakt sollte spätestens in 10 Minuten stattfinden.
Gelb bedeutet 30 Minuten bis zum ersten Arztkontakt.
Grün bedeutet 90 Minuten bis zum ersten Arztkontakt.
Blau bedeutet 120 Minuten bis zum ersten Arztkontakt.

Dieses Triage System füllt die Schwester oder der Pfleger auch nicht nach Lust und Laune aus oder wie ihm die Nase eines Patienten gefällt. Dieses System gibt klar Beschwerden und Symptome an, die der Patient angibt und danach wird quasi durchgeklickt.

Im Wartebereich der CNA gibt es einen Bildschirm, der einem einen Einblick gibt, wie viele Patienten aktuell da sind, wann ein RTW kommt und ob gerade Schwerstverletzte behandelt werden.

Ihr könnt euch sicher sein, keiner wird mit Absicht lange sitzen gelassen. Und ich weiß sowohl auch personeller Sicht, wie die Arbeit in einer Notaufnahme ist aber auch wie es ist, als Patient da zu sein und dass die Zeit manchmal echt nicht schnell vergeht und man ja auch aus bestimmten Gründen da ist. Dennoch kann leider nicht mehr als gearbeitet werden und ich hoffe, dass der ein oder andere nun etwas mehr Verständnis hat.
Ich persönlich hoffe natürlich, dass das Thema Kinderchirurg in der CNA nochmal evaluiert wird.

Nachgefragt im UKD- Die Patientenverfügung

Leider kann es jedem von uns passieren… ein Unfall, eine plötzliche Erkrankung oder andere unvorhersehbare Dinge, warum wir unseren eigenen Willen nicht mehr erklären können. Ich finde es wichtig, sich mit dem Thema Patientenverfügung zu befassen. Es ist ein sehr umfangreiches Thema, zu dem doch auch einige Mythen kursieren. Aus dem Grund möchte ich dir heute einen Überblick zu diesem Thema geben. Was bedeutet eigentlich „Patientenverfügung“, was ist wichtig in der Formulierung und wer muss sich dran halten?

Um fachlich korrekten Rat zu erhalten, habe ich mich mit PD Dr. med. Kristian Barlinn getroffen. Er ist leitender Oberarzt auf der Neurologischen Intensivstation am Uniklinkum Dresden und aufgrund der neurologischen Krankheitsbilder oft mit dem Thema konfrontiert.

Auf Intensivstation kommen Menschen, die plötzlich aus ihrem Leben gerissen wurden. Das Thema Patientenverfügung ist vor allem hier enorm wichtig. Man muss den Patienten kennenlernen, die Krankheit evaluieren, ebenfalls aber eine vorhandene Patientenverfügung genaustens durchlesen und muss dann wissen, was der Wille des Patienten ist. Warum das gar nicht mal immer so leicht ist, das werde ich euch dann weiter unten im Blogpost erzählen.


Mit einer schriftlichen Patientenverfügung können Patientinnen und Patienten vorsorglich festlegen, dass bestimmte medizinische Maßnahmen durchzuführen oder zu unterlassen sind, falls sie nicht mehr selbst entscheiden können. Damit wird sichergestellt, dass der Patientenwille umgesetzt wird, auch wenn er in der aktuellen Situation nicht mehr geäußert werden kann.

Jede und jeder einwilligungsfähige Volljährige kann eine Patientenverfügung verfassen, die sie oder er jederzeit formlos widerrufen kann. Es ist sinnvoll, sich von einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen fachkundigen Personen beraten zu lassen. Treffen die Festlegungen in einer Patientenverfügung auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation der Patientin oder des Patienten zu, sind sowohl die Ärztin oder der Arzt als auch die Vertreterin oder der Vertreter (Betreuer/in oder Bevollmächtigte/r) daran gebunden.

Bundesministerium für Gesundheit

Meist assozieren die Menschen eine vorhandene Patientenverfügung damit, dass der Patient ja sowieso „alles“ ablehnt! Dass dem aber nicht so ist, das zeigt das Zitat vom Bundesministerium. Auch Dr. Barlinn gibt seinen Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg, dass es besonders wichtig ist, eine vorhandene Patientenverfügung genauestens zu lesen und zu evaluieren, ob der Patient sich in der Situation befindet, die in der Verfügung beschrieben ist.
Schließlich regelt eine Patientenverfügung eine Einwilligung oder Ablehnung medizinischer Maßnahmen und Handlungen. Daher ist es für den behandelten Arzt besonders wichtig, die aktuelle Situation zu erkennen und zu verstehen und anhand der Patientenverfügung zu erörtern, wie es weiter geht. Gerade auf Intensivstation ist es wichtig, denn oftmals kommen die Patienten von außerhalb, der Notarzt hat intubiert und die Angehörigen stehen dann vor der Tür und sagen „Nein, das hat er/sie so nicht gewollt“. Später zeige ich euch anhand von ein paar Fallbeispielen mal, warum die Dinge nicht immer so klar sind.


Beim Bundesminesterium für Justiz und Verbraucherschutz habe ich mich kundig gemacht, auf was es inhaltlich alles ankommt. Ergänzend dazu bekam ich Informationen von Dr. Barlinn.
Der Gesetzgeber gibt vor, dass eine Patientenverfügung oder eine Betreuungsverfügung schriftlich verfasst und eigenhändig unterzeichnet werden muss. Dabei ist es egal, ob man das ganze handschriftlich formuliert, am PC schreibt, einen Mustervordruck nutzt oder zum Notar geht. Wichtig ist die Formulierung und der Inhalt!
Inhaltlich müssen folgende Punkte vorkommen:

Eingangsformel*

Hier sollte unbedingt der Name, der Vorname, die Anschrift sowie das Geburtsdatum stehen.
Zum Beispiel: „Ich, … …, geboren am … in … bestimme hiermit für den Fall, dass ich , meinen Willen nicht mehr frei äußern kann…“


→ Situationen, für die die Patientenverfügung gelten soll*

Beispielhafte Formulierung: “ … wenn ich aufgrund einer Demenz trotz Hilfestellung keine Nahrung und Flüssigkeit mehr aufnehmen kann …“ oder
“ … wenn ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befinde…“

Ganz wichtig: Alles so genau wie möglich nieder schreiben. Manche Vordrucke, die man ergoogelt, sind leider nur sehr kurz oder schwammig gehalten.

→ Festlegungen zu ärztlichen/pflegerischen Maßnahmen*

Hier sollte man auf das Thema künstliche Ernährung/ Flüssigkeitszufuhr, Wiederbelebung, Schmerzbehandlung und künstliche Beatmung eingehen.

Aber auch Wünsche zur Sterbebegleitung finden hier Platz. Beispielsweise regelmäßige Mundpflege ist erwünscht.

→ Wünsche zu Ort und Begleitung

Beispielsweise kann man hier auf die Betreuung zu Hause, im Hospiz oder im Krankenhaus Stellung nehmen. Wünscht man Beistand eines Geistlichen oder eines Angehörigen?

→ Aussagen zur Verbindlichkeit

Unbedingt sollte hier erwähnt werden, dass die Ärzte sowie das pflegerische Personal an deine Festlegungen gebunden sind und dass dein Vertreter (Bevollmächtigert/ Betreuer, den du einsetzt), für die Umsetzung deines Willens Sorge tragen soll und wie bei Nichteinhaltung oder nicht übereinstimmenden Meinungen verfahren werden soll!

→ Hinweise auf weitere Vorsorgeverfügungen

Gibt es eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung?

→ Hinweis auf beigefügte Erläuterungen zur Patientenverfügung

Gibt es zur Patientenverfügung weitere wichtige Dokumente/Unterlagen, wie zum Beispiel eine Wertevorstellung?

→ Organspende

Falls ein Organspendeausweis vorhanden ist, dann sollte darauf geachtet werden, dass die Angaben in der Patientenverfügung mit denen auf dem Ausweis übereinstimmen. Sollte eine Organspende abgelehnt werden, dann sollte das unbedingt auch hier mit aufgeführt werden. Möchtest du nur bestimmte Organe spenden? Dann auch das unbedingt hier notieren.
Auch sollte man hier notieren, ob man Organe erhalten möchte, falls man diese braucht.

→ Schlussformel*

Diese bestätigt, dass Du unter den beschriebenen Umständen keine weitere ärztliche Aufklärung wünschst. Diese Aussage ist wichtig, da bestimmte ärztliche Eingriffe nur dann vorgenommen werden dürfen, wenn ein Arzt vorher darüber aufklärt- es sei denn, der Patient verzichtet ausdrücklich darauf.

→ Schlussbemerkungen

Hier versicherst du, dass du die Verfügung ohne äußeren Druck, eigenmächtig und bei klarem Verstand angefertigt hast. Eventuell kann es sinnvoll sein, eine Bestätigung über die Entscheidungsfähigkeit sowie einen Nachweis einer ärztlichen/fachkundigen Beratung und Aufklärung beizufügen.

→ Datum, Unterschrift*

(→ Aktualisierung(en), Datum, Unterschrift

→ Anhang: Wertvorstellungen)

Die eigentlichen Bestandteile einer Patientenverfügung sind mit Sternchen* gekennzeichnet. Aber auch die ergänzenden Aussagen können zum Verständnis des Gewollten beitragen und Anordnungen und Wünsche des Verfassers deutlich machen.

Generell kann man sagen, je genauer die Situationen und Wünsche beschrieben sind, desto besser für den behandelten Arzt. Je unkonkreter die Formulierungen, desto schwieriger ist die Interpretation.

Auch solltest du Sorge dafür tragen, dass man die Patientenverfügung im Falle sie wird benötigt, auch findet. Informiere also deine Familie/Vertrauensperson, wo du sie liegen hast. Auch ist es ratsam, einen Zettel in die Geldbörse zu legen mit dem Hinweis, dass eine Patientenverfügung vorhanden ist.


Natürlich habe ich auch eure Fragen mit ins Gespräch genommen:

– Muss sich ein Arzt an eine nicht notariell beglaubigte Patientenverfügung halten?

Ja, wenn oben genannte Kriterien für eine Patientenverfügung gegeben sind. Und auch hier kann man sagen, je genauer das ganze beschrieben ist, desto einfacher ist es für den Arzt, den Willen des Patienten umzusetzen. Kann der Patient seinen Willen nicht klar äußern und kommen Fragen oder Zweifel auf, dann werden die Angehörigen bzw. der Betreuer kontaktiert und befragt. Dann geht es darum den mutmaßlichen Willen des Patienten rauszufinden. Gab es Äußerungen, die der Patient zu der aktuellen Situation getroffen hat, gibt es religiöse Wünsche, ethische Einstellungen…

– Muss man eine vorhandene Patientenverfügung aufgrund Corona anpassen?

Nein, man solle zwar so genau wie möglich alles beschreiben allerdings kann man nicht jedes einzelne Krankheitsbild auf der Welt auflisten und dann dahinter schreiben, was man wünscht oder eben nicht wünscht.

– Warum wird eine vorhandene Patientenverfügung in der Praxis oft nicht beachtet?

Die Frage so wie sie gestellt ist würde ja bedeuten, dass die Verfügungen in der Praxis nicht wirklich beachtet werden. Das stimmt natürlich nicht! Es ist die Pflicht eines Arztes, den Willen des Patienten zu beachten. Andernfalls wäre es Körperverletzung und man würde sich strafbar machen.

Nehmen wir an, ein Patient kommt auf Intensivstation. Er hatte einen Krampfanfall, ist vom Notarzt intubiert worden, weil seine Atmung nicht suffizient war. Der Patient hatte eine Patientenverfügung, in der klar steht, er möchte nicht auf Intensivstation, wenn er aufgrund eines Hirnschadens , einer irreversiblen Erkrankung oder einer Demenz beatmet werden muss. Nun muss man aber sagen, dass ein Epileptischer Anfall reversibel und behandelbar ist und der Patient keine Schäden von sich trägt. Die Beatmung war zu seinem Schutz und überleben notwendig .
FAZIT: Der behandelnde Arzt hat sich nicht strafbar gemacht oder den Willen des Patienten ignoriert. Dieser hat ja nur für bestimmte Fälle eine Intensivstation/ Beatmung abgelehnt.

Das heißt, der Arzt muss unverzüglich prüfen, ob die WIRKSAMKEITSVORAUSSETZUNG gegeben ist. Das bedeutet, dass geklärt werden muss, ob die Festlegungen in der Verfügung auch auf die aktuelle Situation, in der sich der Patient befindet gültig sind. Daher ist es, wie oben genannt wichtig, so konkret wie möglich alles zu beschreiben.

Die Rechte der Patientinnen und Patienten sind in Deutschland hoch entwickelt und durch die Rechtsprechung umfangreich gesichert. Die Informationslage über die bestehenden Rechte ist und war unterschiedlich ausgeprägt und nicht immer zufriedenstellend. Mit dem  im Februar 2013 in Kraft getretenen „Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten“ (Patientenrechtegesetz) sollen transparente Regelungen geschaffen werden und Patienten wie auch Behandelnden, also auch Ärztinnen und Ärzten, die nötige Rechtssicherheit geben.

Bundesärztekammer

– Wo kann man sich zum Thema beraten lassen? Gibt es Einrichtungen, die beim ausfüllen helfen?

Informationen bekommst du beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Dort gibt es eine sehr gute und informative Broschüre. Hier auch gleich mit verlinkt.

Die Informationensquellen sollten fachkundig sein, daher ist es beispielsweise sinnvoll, sich an den Hausarzt zu wenden. Der behandelt einen in der Regel ja schon Jahre, kennt einen und mit ihm gemeinsam kann man eine solche Verfügung aufsetzen. Auch der Notar kann aufgesucht werden.

Was ist wichtig in der Formulierung?

Alle wichtigen Aspekte findest du oben in der Erklärung. Auf jeden Fall solltdst du sehr genau formulieren.

– Darf der Ehemann beispielsweise über seine Ehefrau entscheiden oder bedarf es einer extra Verfügung?

In der Tat ist es so, dass der Ehemann nicht einfach so über seine Frau entscheiden kann, wenn diese es nicht mehr tun kann. Auch hier bedarf es einer Patientenverfügung oder einer Betreuungsverfügung. Gibt es so etwas nicht, dann muss sich der Mann vom Gericht zum gesetzlichen Betreuer ernennen lassen. Dieser Antrag wird aber vom Gericht geprüft. Sinnvoll ist es allgemein gesehen, eine Patientenverfügung zu schreiben, den Ehemann einzutragen und auch eine Vorsorgevollmacht auszufüllen, die klar regelt, wer Entscheidungen treffen kann und auch über medizinische Behandlungen entscheidet. Gibt es weder eine gesetzliche Betreuung, noch die Verfügungen, dann wird der Arzt den Ehepartner natürlich mit einbeziehen bzw. befragen, um den mutmaßlichen Willen des Patienten heraus zu finden. Entscheiden wird der Ehemann aber nicht allein!

– Muss die Patientenverfügung notariell beglaubigt sein?

Nein, wenn oben genannte Kriterien bei der eigenen Patientenverfügung zur Formulierung umgesetzt wurden.

– Um was muss sich alles gekümmert werden?

Vor allem muss die Patientenverfügung genau ausgefüllt sein, alle oben genannten Textbausteine sollten beachtet werden. Auch ist es sinnvoll, eine Person drin stehen zu haben, die für die eigenen Wünsche einsteht, wenn man es selbst nicht kann. Man sollte sich Gedanken über eine Organspende machen und auch darüber, ob man sie selber haben möchte und das notieren. Sinnvoll ist auch ein Gesamtpaket an Verfügungen und Volmachten. Also eine eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung und eben die Patientenverfügung.

– Können behinderte Menschen eine Verfügung erstellen?

Ja, solange sie Einwilligungsfähig und Geschäftsfähig sind. Gegebenenfalls kann eine Bescheinigung zur Einwilligungsfähigkeit sinnvoll sein. Andernfalls muss der gesetzliche Betreuer für den mutmaßlichen Willen des Betroffenen einstehen.


Hier ist Dr. Barlinn leitender Oberarzt
Ein Zimmer auf der neurologischen ITS

Liegt keine Patientenverfügung vor oder sind die Festlegungen in einer Patientenverfügung zu unkonkret oder allgemein, entscheiden die Vertreterin oder der Vertreter gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt auf der Grundlage des mutmaßlichen Patientenwillens über die anstehende Behandlung. Können sich – bei besonders folgenschweren Entscheidungen – Vertreterin oder Vertreter und die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nicht darüber einigen, ob die beabsichtigte Entscheidung auch tatsächlich dem Willen der betroffenen Patientin oder des Patienten entspricht, muss die Vertreterin oder der Vertreter die Genehmigung des Betreuungsgerichts einholen.

Die gesetzliche Grundlage dafür hat der Deutsche Bundestag  am 18. Juni 2009 mit dem Paragraphen 1901a Bürgerlichen Gesetzbuchs beschlossen und damit die Rahmenbedingungen für den Umgang mit einer Patientenverfügung geregelt.

Bundesministerium für Gesundheit

Wichtig zu wissen ist aber, dass die Patientenverfügung jederzeit wiederufbar ist.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Patient hat in der Verfügung stehen, dass er bei einem großen Schlganfall keine weiteren Behandlungen haben möchte, keine Intubation/ Intensivstation. Dann kommt genau dieser Patient wegen einem Schlaganfall in die Klinik. Sagen wir, die rechte Hirnhälfte ist stark betroffen. Ohne OP würde der Patient sterben. Die Verfügung sagt aus, dass das der Wunsch des Patienten ist. Da aber die rechte Hirnhälfte betroffen ist, nicht die linke, ist es dem Patienten möglich, sich zu äußern. Der Arzt klärt also auf, was passieren würde, wenn er der OP nicht zustimmt. Da der Patient bei klarem Verstand ist, äußert er den Wunsch der OP, da er an seinem Leben hängt. Hier sticht der geäußerte Wille des Patienten den Willen, der in der Verfügung festgelegt wurde, wenn er einwilligungsfähig ist.


Noch ein Beispiel aus der Praxis um zu verstehen, warum es so wichtig ist, dass sich der Arzt mit dem Thema ganz genau auseinander setzt und jede Verfügung genau liest und prüft.

Ein Patient hat in der Patientenverfügung klar geäußert, dass sein Leben nicht lebensfähig ist, wenn für immer ans Bett gefesselt ist und er den Tod dann lieber in kauf nimmt. Dieser Patient hat sich nun das Bein gebrochen, müsste mit einem Fixateur externa (einem Haltesystem für Knochen, welches durch die Haut geht) für 3 Wochen im Bett liegen. Natürlich behandelt man den Patienten mit OP und allem, was für die adäquate Versorgung dazu gehört. Er wird ja nicht sein ganzes Leben ans Bett gefesselt sein, sondern „nur“ 3 Wochen.


Noch ein schönes Beispiel, warum ein Patient manchmal ein paar Tage auf ITS liegt und es für die Angehörigen so rüber kommt, als würde die Patientenverfügung ignoriert werden.

Oftmals gibt es ja Formulierungen wie „… wenn ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach im unmittelbaren Sterbeprozess befinde…“ oder „… wenn ich keine Prognose auf Heilung habe…“

Doch ob der Patient eine gute Prognose auf Heilung hat, das kann nicht immer sofort entschieden werden. Auch der Arzt muss den jeweiligen Patienten mit der Erkrankung kennenlernen. Manchmal merkt man erst über ein paar Tage hinweg, wie sich die Situation entwickelt. Der Patient kann zum Beispiel beatmet auf ITS kommen, hat einen kleinen Schlaganfall mit einer sehr guten Prognose auf ein beschwerdefreies Leben in ein paar Monaten. Keiner würde diesen Menschen sterben lassen!

Bei einem Patienten, der in seiner Patientenverfügung klar stehen hat „… wenn ich keine Prognose auf Heilung habe, dann möchte ich keine künstliche Lebensverlängerung…“ der nun aber mit einem massiv schweren Schlaganfall mit schlechter Prognose auf ITS kommt und seine Wünsche für die aktuelle Situaton klar definiert ist, würde man sich wohl gegen die Maßnahmen entscheiden und ihn sterben lassen, wie es der Wille war.


Für Außenstehende oder auch Pflegekräfte/ Assistenzärzte ist es leicht zu sagen „Na, ob er das wohl gewollt hätte…“ aber nie sollte man vergessen, dass es immer einen gibt, der die finale Entscheidung treffen muss! Aus dem Grund ist es eben so wichtig, die Patientenverfügungen sorgfältig zu prüfen.

Wenn etwas im Uniklinikum Dresden ganz widersprüchlich ist oder man zu keiner Entscheidungsfindung kommt, weil es zu viele Unklarheiten gibt, dann kann man auch immer die Ethikberatung am UKD (Klinische Ethikberatung) zu Rate ziehen. Zu diesem Komitee gehören Ärzte, Pflegende, Seelsorger, Klinische Ethiker und Sozialpädagogen.


Wer mir auf Instagram schon länger folgt der hat gesehen, dass ich mich kurz vor Corona mit dem Thema privat befasst habe. Mein Partner und ich haben uns für den notariellen Weg entschieden. Warum? Zum einen kennt er die wichtigen Formulierungen und schreibt nach unseren Wünschen alles auf. Zum anderen haben wir auch noch andere Dinge geklärt. Wer sich zum Beispiel um mich kümmern soll, wenn es mein Partner nicht tun kann, wer sich um unsere Tochter kümmern soll, wenn wir beide nicht in der Lage sind. Erbschaftsangelegenheiten, Betreuungsverfügungen, Vorsorgevollmachten und Generalvollmachten für Konto, Verträge und Co.

Wir wollten quasi alles in einem Aufwasch machen. Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch, dass alles im Zentralen Vorsorgeregister hinterlegt ist. Und anders als man denkt, ist das ganze gar nicht so teuer. Die Beträge dafür staffeln sich nach dem, was man an Besitz und Geld auf der hohen Kante hat. Daher empfiehlt es sich auch das ganze in jungen Jahren zu machen, da man in der Regel da noch kein hohes Vermögen hat. Ich habe für all das oben genannte ca. 180 Euro bezahlt und finde das absolut okay. Eine Klausel, dass ich gewisse Dinge ändern kann, da ich ja noch jung bin und sich im Leben so einiges ändern kann, hat der Notar auf seine Empfehlung mit eingepflegt.


Aus der Praxis kann ich sagen, dass das Thema Patientenverfügung oft ein Thema auf Station ist. Es wird auch darauf geachtet, was da drin steht und was der Wunsch des Patienten ist/war.


Natürlich darfst du den Beitrag gern teilen, schließlich ist es ein wichtiges Thema und es geht uns alle etwas an!

Nachgefragt im UKD- Ossilinchen trifft die KMT (Knochenmark Transplantationsstation)

Heute möchte ich dir Nadine vorstellen. Nadine war mal Patientin bei mir und hat es mit vollem Anlauf in mein Herz geschafft. Mit stolz kann ich sagen, dass sie nun eine sehr, sehr gute Freundin ist. Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren schon so einiges durch. Damals auf Station habe ich ihr teilweise sogar die Chemotherapie angehangen.

Doch dass es Nadine heute an meiner Seite gibt, das verdanken wir allen der MK1- S1 (meine ehemalige Station auf der ich fast 5 Jahre gearbeitet habe), der KMT (Knochenmark Transplantationsstation) und dem Spender, der über die DKMS (Deutsche Knochenmarksspenderdatei) gefunden wurde.

Hier habe ich Nadine samt Babygirl in Kreischa bei der Reha besucht.

Doch damit du die ganzen Hintergründe und auch fachlichen Details verstehst, darf ich dir mit Nadines Einverständnis ein Stück ihrer langen Geschichte im UKD erzählen.

 Meine Diagnsoe AML (Akut myeloische Leukämie) habe ich am 29.05.2014 erhalten. Ich bin dann Anfang Juni nach Dresden geflogen worden. Dort war ich zuerst auf der ITS 1. Auf der Station habe ich am 16.06.2014 Michael geheiratet. Dann ging es auf ITS 2. 

Am 23.06.2014 wurde ich auf die MK1-S1 verlegt. Dort haben wir uns dann auch kennen gelernt. Auf der S1 war ich bis kurz vor Weihnachten. Im Frühjahr 2015 hatte ich den 1. Rückfall. Im Juni 2015 fand die erste Tx (Stammzell Transplantation) auf der KMT statt mit einem Familienspender. Dann im Herbst der 2. Rückfall. Im Februar 2016 fand dann die zweite Tx statt, diesmal mit einem Fremdspender. Bei beiden Transplantationen hast du mich besucht und im Skipbo gegen mich verloren. 😉
Die Betreuung auf der S1 und besonders auch auf der KMT war sehr gut. Die Schwestern haben einem in der schwierigen Situation versucht, alle Wünsche zu erfüllen (siehe mein Frühstücksbild mit der Banane) und den Gemälden auf meinem ZVK (Zentraler Venenkatheter). Großes Lob an Herr Röllig, Herr Stölzel und das gesamte Team. 😉

Nadine

Nadine geht es heute glücklicherweise gut. Wir sehen uns in regelmäßigen Abständen, wenn auch nicht all zu oft, denn leider wohnt sie nicht in Dresden. Nadine hat einen harten Weg hinter sich, den sie dank Ihrer Familie und Ihren Freunden mit Bravour gemeistert hat. Doch ohne das Personal auf den jeweiligen Stationen wären die langen Tage auf Station wohl doch ein wenig langweilig, anstrengender und nervenaufreibender gewesen.

Das ganze klingt hier so leicht, ich glaube niemand kann sich ein Bild machen, wie hart der Weg wirklich ist, wenn man dazu keinen Bezug hat. Aus dem Grund möchte ich versuchen, dir das Fachgebiet heute etwas näher zu bringen.

Durch meine Arbeit als hämatologische Schwester weiß ich, wie wichtig und vor allem auch spannend die KMT ist. Da ich aber auch den privaten Bezug zur Station habe ist es mir um so wichtiger, dich heute in ein spannendes Fachgebiet mitzunehmen.


Natürlich habe ich all eure Fragen auch mitgenommen und werde sie euch hier wieder beantworten. Damit ich diese aber auch fachlich korrekt beantworten kann, habe ich mich mit Bianca Böhm, der Stationsleitung der KMT getroffen.


– Warum wird bei fast 70 Jährigen die Spende untersagt trotz eineiiger Zwillingsschwester?

Da es sich um den Zwilling handelt, ist dieser im hohen Alter, also auch 70. Man sagt, je jünger der Spender, desto besser das Transplantat und desto höher die Heilungschance. Wichtig ist eben auch, dass der Spender gesund ist. In diesem Fall wäre wahrscheinlich eine Fremdspender Suche geeigneter. Was das ist, das erkläre ich weiter unten.

70 Jahre zu sein ist kein Ausschlusskriterium für eine Transplantation. Der älteste Patienten im letzten Jahr war 75 Jahre, der jüngste auf der KMT übrigens 11 Jahre.

– Werden hier auf Station auch Kinder Stammzelltransplantiert?

Ja, allerdings erst ab einem Alter von ca. 7 bis 8 Jahren. Die kleineren werden auf KIK ITS transplantiert. Eine Begleitperson ist auch dabei, auch zu Corona Zeiten war das so.

Das ist der Tresen vor den Kinder Zimmern. Wenn keine Kinder auf Station sind, dann liegen hier auch Erwachsene.
Das besondere ist hier, dass die Infusiomaten draußen sind, sodass das Kind daran nicht rum stellen kann. Dementsprechend lange Leitungen gibt es natürlich, damit sich das Kind im Zimmer frei bewegen kann.

– Wie sieht ein Patientenzimmer aus? Wie sieht ein Isolationszimmer aus?

So sieht der Bettplatz aus.
Hier siehst du die komplette Ansicht eines Zimmers. Natürlich gibt es im Zimmer noch ein Bad.
Das ist ein „Schleusenzimmer“ bzw. ein „Isolationszimmer. Innen ist alles identisch zu den „normalen “ Zimmern. Lediglich die kleine Schleuse davor ist der Unterschied. Hier gibt es ein Waschbecken, Wäschesäcke, Desinfektionsmittel, Handschuhe, Masken und Kittel.

Ein Isolationszimmer ist vor allem dann wichtig, wenn der Patient in einer Umkehrisolation ist. Heißt: Man muss den Patienten vor all dem schützen, was außerhalb der Tür an Keimen auf ihn wartet. Wichtig ist dieser Schutz, weil das Immunsystem durch die Therapie quasi auf Null runter gefahren wurde und der Patient sich nicht selbst schützen kann. Das können aber auch Keime sein, die man beispielsweise von draußen mit rein bringen kann. Daher ist der Kittel, die Handschuhe, die Maske und auch die Hygiene so wichtig. Jeder kleinste Keim kann tödlich sein!

– Was ist der Unterschied zwischen einer allogenen und einer autologen Stammzelltransplantation? Wie ist die Verträglichkeit bei beiden Formen?

Das ganze vertiefend zu beantworten wäre etwas zu weit über das Ziel hinaus geschossen, dafür muss man wirklich in der Materie arbeiten. Aber ich werde das ganze mal etwas einfacher und verständlich erklären.

Autologe Transplantation:   Der Patient bekommt seine eigenen Zellen gespendet. Dazu werden vor Beginn der Therapie seine Stammzellen abgesammelt und aufbewahrt. Danach gibt es eine sehr starke Chemotherapie die zur Folge hat, dass das Immunsystem nahezu bei Null ist. Um sich von dieser starken Therapie zu erholen, braucht es teilweise bis zu mehrere Wochen. Die Gefahr, dass der Patient in der Zeit an anderen Dingen wie beispielsweise einem Infekt stirbt ist sehr hoch. Um das Immunsystem zu unterstützen werden die vorher abgesammelten Stammzellen zurück gegeben. Allerdings geht das nicht bei jeder Erkrankung, da man ja die Krebszellen nicht wieder in den Körper zurück bringen will. Manche Krebszellen sitzen , um es einfach zu sagen, mit im „System“ drin.

Allogene Transplantation: Die Stammzellen oder das Knochenmark kommt hier von einem fremden Spender. Man setzt vor allem auf das gesunde Immunsystem des Spenders und auf die wahrscheinlich eintretende Abstoßungsreaktion beim Patienten, wenn er das Transplantat erhalten hat. Diese Mischung soll für die bestmögliche Heilung sorgen. Dafür ist es wichtig, dass es ein möglichst identischer Spender ist, von den Merkmalen in der Genetik ausgegangen. Man muss auch nicht die gleiche Blutgruppe haben, entscheidend sind hier wirklich die genetischen Merkmale. Der Fakt, dass auf das gesunde Immunsystem des Spenders gebaut wird ist auch ein Grund, warum ein jüngerer Spender das beste Transplantat „hergibt“. Dieser Fremdspender wird in der DKMS gesucht. Diese hat auch den weltweiten Zugriff auf alle vorhandenen Spender. Leider kann es dennoch vorkommen, dass weltweit KEIN passender Spender gefunden wird. Desto mehr Menschen also registriert sind, desto höher ist die Chance, dass man seinem genetischen Zwilling helfen kann. Sollte wirklich kein Spender gefunden werden, so wird in der Familie geschaut. Da beginnt man bei den Eltern, geht über zu den Geschwistern und schaut dann bei den Cousinen. Natürlich ist da kein 100%iges Match dabei aber man hofft darauf, dass es genetische Merkmale gibt,  die man nicht messen kann, die aber zu einem Erfolg bei der Tx führen.

So sieht ein Transplantat aus.

Zur Verträglichkeit kann man keine genaue Antwort geben. Das ist natürlich auch abhängig vom Patienten. Ein 100% passender Fremdspender ist natürlich erstmal „besser“ aber die Abstoßungsreaktion (GvHD) ist in der Regel geringer. Diese braucht man aber in einem gewissen Maß bei der Therapie. Es ist also eine schmale Gradwanderung herauszufinden, wer der geeignete Spender ist und auch die GvHD so gering wie möglich zu halten. Darum gibt es einmal in der Woche eine große Besprechung mit Frau Füssel von der DKMS , den Ärzten und der Pflege um den möglichst besten Spender für den Patienten zu finden.

– Wie lange bleibt ein Spender auf Station?

Hier sollte man erst einmal wissen, dass man nicht immer auf Station sein muss, um Stammzellen zu spenden. Spendet man diese über das Knochenmark (Knochenmarksspende), dann ist dies eine OP und man verbleibt ca. 1 bis 2 Tage auf Station und ist danach noch krank geschrieben. Heutzutage ist das die seltenere Variante. Knochenmark braucht in der Regel länger zum anwachsen beim Patienten, als die Stammzellen direkt.

Bei der Stammzellapherese bekommt man über mehrere Tage ein Medikament (Granozyte) ins Bauchfettgewebe gespritzt, welches dafür sorgt, dass die Stammzellen ins periphere Blut wandern. Mittels der Apherese werden diese Stammzellen dann isoliert und raus „gefiltert“. Das geschieht ambulant in ein bis zwei Tagen.

– Wenn man selbst generell von einer Spende ausgeschlossen ist, gibt es andere Möglichkeiten zu helfen?

Vor allem kann man auf das Thema aufmerksam machen und sensibilisieren sich bei der DKMS registrieren zu lassen. Ich bin auch registriert, wurde allerdings noch nie angeschrieben.

Bei Nadines Spendersuche damals habe ich mich auch total hilflos gefühlt, wusste nicht, wie ich helfen kann. Letztendlich gab es eine große Registrierungsaktion, organisiert mit der DKMS. Dort habe ich ehrenamtlich Blut abgenommen. Man kann solche Aktionen zum Beispiel auch mit der DKMS planen und organisieren. Allerdings nur, wenn es da um jemanden aus dem Umfeld geht. Aber Möglichkeiten zum helfen gibt es in der Tat.

Vor allem kann man aber auch Geld spenden. Die Typisierung zahlt keine Krankenkasse. Die DKMS ist eine gemeinnützige Organisation, die sich unter anderem von Spenden finanziert. Mit dem Geld können dann neue potentielle Spender typisiert und registriert werden.    

Aus welchem Grund kommt es überhaupt zur Stammzelltransplantation?

Auch das kann man nicht so pauschal beantworten. Für die Behandlung gibt es Leitlinien. Diese kann man bei der DGHO nachlesen. In diesen Leitlinien ist dann festgelegt, wie behandelt wird. Grob gesagt kann man das am Beispiel Leukämie erklären. Bei der Leukämie gibt es viele Unterformen, die man sehr gut spezifizieren kann. In diesen Formen gibt es dann die Unterteilung 1. hohes Risiko 2. niedriges Risiko und 3. Standard Risiko. Beim hohen Risiko sagt man, dass die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls nach Ende der Therapie hoch ist. Eine Tx wird empfohlen. Beim niedrigen Risiko wird es eher nicht empfohlen und man greift auf die Chemotherapie als einige Therapie zurück.

Um mal einige Krankheitsbilder zu nennen, die häufig transplantiert werden: Leukämie, teilweise Lymphome, Multiple Myelome oder auch Immundefekte. Aber das entscheidet immer der Arzt zusammen mit dem Patienten.

– Kommt man auch als Azubi hier auf diese Station?

Ja. Eher selten aber es gibt zum Beispiel auch Prüfungsschüler. Wer also gern mal hier arbeiten möchte, der sollte diesen Wunsch vielleicht an die Berufsschule geben.


Man muss auf Station keine Angst haben, dass man gänzlich isoliert ist. Es gibt nur ganz wenige Patienten, die ihre Zimmer nicht verlassen dürfen. Alle anderen können zum Beispiel die Terrasse nutzen.

Auch das Angebot der Physiotherapie gibt es immer. Ein Fahrradergometer steht in jedem Zimmer. Ein Laufband, Therabänder, ein Stepper, kleine Hanteln, ein Pezziball und einiges mehr gibt es in der Physio Ecke. Sport bzw. Bewegung ist wichtig. Muskeln bauen sich schnell ab und Bewegung aber auch eine gewisse Fitness sind wichtig für den Genesungsprozess.

Ebenfalls gibt es ein Angebot der Kunst Therpaie. Hier muss nicht nur gemalt werden. Es können auch Basteleien angefertigt werden oder Körbe geflochten werden.


Die Aromatherapie stellt auch ein großes Feld in der Behandlung dar. Natürlich bekommen die Patienten viele, viele Medikamente aber dennoch wird versucht manch kleinen Problemchen mit Aromatherapie entgegen zu wirken. So kann Lavendel beispielsweise bei Einschlafproblemen helfen.


Auf ein wichtiges Thema möchte ich noch hinweisen, die Blutspende. Vor allem auch in den Bereichen Onkologie und Stammzelltransplantation sind Blutkonserven aber auch Blutprodukte wie Thrombozytenkonzentrate sehr wichtig, überlebens notwendig!!! Warum das so ist, das erklärt dir Bianca Böhm.

Die Blutbildende Funktion vom Knochenmark ist durch die Therapie stark eingeschränkt bis nicht vorhanden. Die eigene Bildung von Blutbestandteilen ist somit nicht möglich. Das dauert nach der Therapie auch noch eine Weile, bis die Produktion wieder in Gange kommt. So kann es sein, dass mehrere Wochen mit Spenderblut überbrückt werden müssen.

Bei fehlendem Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff verspürt der Patient Schwäche, Müdigkeit, Schwindel. Er kann Herzrasen bekommen, da das vorhandene Blut ja schneller durch den Körper gepumpt werden muss. Auch kann es zu Problemen bei der Temperierung kommen.

Bei fehlenden Thrombozyten hat der Patient ein sehr hohes Blutungsrisiko. Kleine Hämatome, wenn man sich irgendwo stößt sind da das harmloseste Problem.

Thrombozytenkonzentrate (TBK´s)


Unter anderem hier kann man Blutspenden gehen.

Eine Blutspende kann wirklich Leben retten und ist nicht nur für die Onkologie, sondern auch für das gesamte UKD und somit für die Patienten von großer Bedeutung. Denkt man zum Beispiel an akut blutende Patienten, Menschen nach einem Autounfall, Menschen, die verschiedenste Erkrankungen haben, die eine Transfusion notwendig machen…

Ich bedanke mich auch nochmal herzlich bei der Transfusionsmedizin, dass ich so spontan vorbei kommen durfte, um Bilder zu machen.

Das folgende Bild wurde mir von der KMT geschickt. Hier sieht man mal, welchen Bedarf allein 3 Patienten am Tag haben. TBK`s oder andere Blutprodukte sind hier nicht mit auf dem Bild. Die Station hat 14 Betten!


Falls ich dich jetzt neugierig gemacht habe, dann möchte ich dich gern auf die aktuelle Stellenanzeige aufmerksam machen. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt werden

Pflegekräfte/Fachpflegekräfte

für Innere Medizin, Onkologie/Hämatologie/Knochenmarktransplantation, Neurologie und Strahlentherapie

in Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung gesucht. Der Einsatz erfolgt nach dem üblichen Arbeitszeitmodell der Klinik. Dies bedeutet, dass du wissen solltest, dass ein 3 Schichtsystem auf dich zu kommt. Frühdienste, Spätdienste und auch Nachtdienste.

Der Einsatz kann in Übereinstimmung mit Deinen Wünschen und den Erfordernissen der Klinik in den Medizinischen Kliniken 1 und 3, der Neurologie, in der Nuklearmedizin, der Konservativen Notaufnahme, in der Strahlenklinik oder dem UniversitätsKrebsCentrum erfolgen.

Natürlich habe ich im Team der KMT mal rumgefragt, um euch wirklich auch mal einen Einblick gewähren zu können. Das Team ist ein sehr nettes und gemischtes aus jungen und älteren Kollegen. Ich weiß aus meiner Zeit noch, dass die Kolleginnen und Kollegen wirklich sehr nett sind und jeder Hilfe bekommt, wenn er Hilfe braucht. Ich finde das immer einen sehr wichtigen Aspekt. Wichtig zu wissen ist, dass die KMT sehr nah einer ITS ist. Es ist keiner beatmet aber es kann von jetzt auf gleich zu einem Notfall kommen. Dessen muss man sich einfach bewusst sein. Man sollte vor allem keine Angst haben und mit sich im reinen sein. Das Fachgebiet ist anspruchsvoll und nicht jeder Patient kann gerettet werden, dennoch empfinde ich das arbeiten in diesem Bereich als wundervoll und lehrreich.

Darauf kommt es an:

  • erfolgreicher Berufsabschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger*In , gern mit Fachweiterbildungen Geriatrie, Onkologie, Neurologie, Nephrologie oder Notfallpflege.
  • Fähigkeit zur Selbstreflektion und ein hohes Maß an Verantwortungsbereitschaft. Sprich: Du solltest wissen, was du kannst und das natürlich auch einsetzen können. Allerdings ist es genauso wichtig zu wissen, an welchem Punkt man Hilfe der Kolleginnen und Kollegen braucht.
  • sehr gutes Kommunikationsverhalten und soziale Kompetenz. Gerade der Onkologische Bereich setzt viel Fingerspitzengefühl und Empathie voraus. In jedem Zimmer wartet ein anderes Schicksal auf einen, ich habe die Arbeit sehr geliebt, ich mochte auch den Austausch mit den Patienten. Allerdings muss man selbst einschätzen können, wann der Patient etwas weit über das medizinische hinaus braucht, Gespräche oder Ablenkung wie beispielsweise auch einfach mal über das sinnlose TV Programm reden oder Karten spielen. Auch das ist ein wichtiger Aspekt in der Onkologie. Die psychosoziale Komponente.
  • Zuverlässigkeit und Engagement

Darauf kannst du dich verlassen:

  • Bei uns erwartet Dich ein interdisziplinäres Team in einem hochspezialisierten Arbeitsumfeld, in dem Du dich bei vielseitigen und verantwortungsvollen Tätigkeit mit deinen Ideen und deinem Engagement einbringen kannst.
  • Du kannst das hauseigene „Fitnessstudio“ Carus Vital für einen kleinen Obolus nutzen und bei Fragen zur Kinderbetreuung durch Einrichtungen in direkter Nähe unterstützt dich das Familienbüro.
  • Die Teilnahme an berufsorientierten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Carus Akademie oder mit externen Anbietern werden unterstützt.
  • Die Nutzung des Jobtickets für die Öffentlichen Verkehrsmittel in Dresden und Umland ist nach der Probezeit möglich.

Habe ich dein Interesse geweckt? Dann nutze deine Chance und Schreibe deine Bewerbung unter Angabe der Kennziffer ZIM0120950 – am besten online. Dein Kontakt für Rückfragen: Frau Katrin Mattern, Tel.: 0351-458- 13385 oder Frau Gabriele Reinhardt , Tel.: 0351-458-12414 oder via Mail: zim-bewerbung.psd@uniklinikum-dresden.de.
Den Link zum direkten Bewerbungsformular habe ich dir beim Wörtchen „online“ mit verlinkt. Gern darfst du erwähnen, dass du über mich, Sarah Küttner/ Ossilinchen, aufmerksam geworden bist.

Nachgefragt im UKD – Ossilinchen trifft die KIK ITS

Am 22.09.2019 um ca. 2:00 waren die Wehen nicht mehr zu stoppen. Sie mussten jetzt per Kaiserschnitt geholt werden. So erblickte Till um 2:33 mit 580 Gramm und 30 cm Länge das Licht der Welt. Exakt um 2:34 Uhr kam Paul mit 490 Gramm und 30 cm zur Welt. Nach gerade mal 24 Wochen und 3 Tagen. Über 15 Wochen zu früh. Unsere Kinder kamen schwerkrank und extrem unreif zur Welt.

Luisa

Als ich auf Instagram gepostet habe, dass ich die KIK ITS gern mal besuchen möchte, kamen binnen kurzer Zeit wirklich viele Nachrichten von euch.  Eure Geschichten zur KIK ITS und somit auch die Lebensgeschichten eurer Kinder haben mich bewegt. Doch auch diejenigen, die keine direkte Verbindung zur KIK ITS haben, wollten mehr über diese Station erfahren. Grund genug, um selbst mal vor Ort vorbei zu schauen,  die Station kennenzulernen und Sie euch vorzustellen.

Eure Fragen, die Ihr mir auf Instagram geschrieben habt, habe ich natürlich alle mitgenommen und möchte sie in diesem Beitrag weiter unten auch beantworten. Dafür habe ich mich mit Frau Sommerfeld (Stationsleitung KIK ITS) , Schwester Anja Klein (Kinderkrankenschwester) und Herrn Radloff (PDL Frauen- & Kinderklinik) getroffen.


Doch kurz zurück zu Luisas Geschichte und Ihren Zwillingen. Ich habe von ihr auch die Erlaubnis bekommen, euch Bilder zu zeigen.

Unser Paul wurde am 8. Lebenstag mit etwas über 400 Gramm am Darm operiert. Er hatte dann einen künstlichen Darmausgang bekommen. Der bereits nach 1,5 Monaten zurück verlegt werden konnte. Beide hatten extreme Hautprobleme mit Verdacht auf eine seltene Hautkrankheit. Till hatte ganz lange mit seinem offenen Ductus zu kämpfen, der sich nicht verschließen wollte. Durch das FFTS (Fetofetales Transfusionssyndrom bei eineiigen Zwillingen -einer unter-der andere überversorgt) der beiden im Mutterleib hatte Till noch einen verdickten Herzmuskel, ebenso hatte er eine kleine Hirnblutung. Wir haben Kreislauf Zusammenbrüche, Bluttransfusionen, Infektionen und Ähnliches überstanden. Es ging immer kurz bergauf, um dann wieder ganz schnell bergab zugehen. Seit dem ersten Tag haben uns die Schwestern und Pfleger und natürlich auch die Ärzte immer wieder motiviert für unsere Kinder stark zu sein und uns immer wieder die Hoffnung gegeben nicht aufzugeben. Die Schwestern gestalten die Bettchen für die Kinder immer so schön farbenfroh.[…] Es sind nur Farben im Brutkasten, aber für die Eltern bedeutet das die Welt. 

Luisa
Mittlerweile sind Luisas Söhne prächtig entwickelt.
Nach 97 Tagen und bei 38+1, also 14 Tage vor dem eigentlichen Entbindungstermin durften sie das UKD verlassen. Mit zwei gesunden Babys.

Auch mit Schwester Sarah von KIK ITS habe ich gesprochen. Sie hat mir erzählt, was die Arbeit für eine Schwester so spannend und abwechslungsreich gestaltet.

Dieser Bereich ist sehr vielseitig. Zum einen sind es die sehr kleinen Frühgeborenen ab der 24. SSW, zum Teil nur mit einem Geburtsgewicht von 450 g, bis zum großen 18-jährigen, der auch mal locker über 80 Kilo wiegen kann. Bei den Krankheitsbildern ist von A bis Z alles dabei, sowohl chirurgische, unfallchirurgische, postoperative (nach einer OP) und eben alle internistischen Erkrankungen. Als Level 1 der Maximalversorgung natürlich auch in der Art die einzige Station in ganz Dresden. Es gibt auch mal onkologische Patienten, Diabetes Erstmanifestation, Suizide bei Jugendlichen, Verbrennungen, Ertrinkungen, neurolog. Erkrankungen, einfach alles. Zudem übernehmen wir die Erstversorgung kranker Früh- und Neugeborenen nach einem Kaiserschnitt, oder komplizierten Geburten. D.h. wir gehen auch mit in den Kreißsaal oder fahren mit dem Baby Notarztwagen in andere kleinere Krankenhäuser, sowie Geburtshäuser und auch in die Häuslichkeit, wenn es dort einem Neugeborenen schlecht geht. Wir versorgen und transportieren es zu uns auf Station. In kritischen Situationen fliegen wir auch mit dem Hubschrauber oder aber auch wenn hier ein Kind mit Herzfehler geboren wird und ins Herzzentrum Leipzig verlegt werden muss. Ansonsten sind wir Brandverletzten Zentrum für Kinder und haben zwei Brandverletzten Zimmer und das Brandverletzten Bad mit großer Badewanne. Und wir haben das Rea Telefon für den Rearuf in der Kinder- und Frauenklinik im Haus 21.

Um ehrlich zu sein waren in den Infos von Sarah auch für mich neue Perspektiven dabei. Mir war nicht bewusst, wie viel die KIK ITS abdeckt und an Versorgung übernimmt. Man darf auch nicht vergessen, dass nicht nur die Kinder betreut werden „müssen“, sondern auch die Eltern. Dass dieser Spagat mehr als gelingt, das zeigen mir eure Nachrichten.


Leonie wurde per Notsectio bei 27+6 geholt, mit 550 g / 31 cm. Die versorgenden Gefäße am Mutterkuchen waren zu.

Das Personal war das Beste, unser Hafen in all dieser Hilflosigkeit. Sie hatten immer ein Ohr für unsere Ängste und Sorgen. […]

Unsere Tochter bekommt jede Woche eine einzigartige Therapie auf dieser Station. […]

Die KIK ITS ist wirklich eine tolle Station, die einzigartige Schwestern und Ärzte zu bieten hat. Seit nunmehr 2 Jahren sind wir dort Dauergast und fühlen uns immer sehr wohl. […]

Ich arbeite selbst im UKD…

Mein Sohn kam 2010 nachdem ich 10 Wochen auf der Gyn verbrachte, 5 Wochen zu zeitig auf die Welt… Seine Herztöne sind stark abgefallen unter der Geburt und die nachfolgende Gelbsucht hat sich nicht gleich erholt.

Die Schwestern haben sich in der Zeit rührend um ihn und mich gekümmert, mir gezeigt, auf was ich in der Anfangszeit achten muss und mit gute Tipps gegeben. Durch die ITS Schwestern haben wir beispielsweise Olivenöl zum wickeln bei der Reinigung genommen und dadurch nieee einen Wunden Po gehabt…[…]

Heute ist er 10 Jahre und in der 4. Klasse. und wir warten gerade auf die Zusage fürs Gymnasium. Er ist ehrgeizig , wissbegierig und hatte seinen kleinen Nachteil schon im 2. Lebensjahr ausgeglichen.


KIK ITS, wunderbares Team. Habe mich über den Beitrag über die Entbindungsstation gefreut. Unsere 2 Kinder sind da zur Welt gekommen. Milan als Extremfrühchen in der 25. Woche….ist dann 13 Tage später auf der Kik Its verstorben…habe , wenn man das so sagen kann, nur gute Erinnerungen und bin den Ärzten und Schwestern so dankbar, dass sie uns die 13 Tage mit ihm geschenkt haben. Und an die Gyn, die in der Folge SS jede meiner Ängste ernst genommen haben, wenn ich fast jede Woche vor angst dort aufgeschlagen bin.

Mein Sohn lag als spätes Frühchen auf der ITS (das war 2009, als es die Perinatalstation noch nicht gab). Ich fand es wirklich beeindruckend, wie sorgsam die Pflegekräfte mit den Würmchen umgegangen sind, aber was es eben auch für eine unglaublich nervenaufreibende Arbeit ist. Ich könnte das nicht. Die Schicksale und von den piependen Maschinen mal ganz abgesehen. Ich ziehe den Hut vor der Leistung, die die Pflegekräfte jeden Tag bringen!!!


Nun möchte ich aber zu euren Fragen kommen:

Wie sieht ein Inkubator aus und was kann dieser alles?

Hier ist wichtig zu wissen, dass es nicht nur einen Inkubator gibt. Da gibt es Unterschiede. Der Inkubator selbst kann anwärmen und anfeuchten. 5 Stück auf Station können auch wiegen.

Das ist ein Inkubator

Dann gibt es noch die sogenannte „Giraffe“. Diese kann ebenfalls anwärmen und anfeuchten hat aber noch eine sogenannte Wärmevorhangfunktion. Wenn quasi die Luken am Rand für Tätigkeiten am Kind geöffnet sind, liegt es nicht in der Zugluft und kann auch nicht auskühlen. Gerade bei den ganz kleinen Frühchen sehr wichtig. Zudem kann man auch die obere Haube hochfahren, daher der Name Giraffe, da das ganze dann wie ein Giraffenhals aussieht. Vorteil hier: Die Eltern können sich auf ihrer Höhe an das Kind ankuscheln und auch das raus geben ist einfacher.

Das ist die Giraffe

Da es thematisch an der Stelle gut rein passt, möchte ich dir auch kurz noch das Equipment für den Transport eines Frühchens zeigen:

Dann gibt es noch einen Babytherm für die „größeren“ Kids ab der 30. SSW. Diese können mit Wärmeunterstützung arbeiten, müssen aber nicht immer Wärme abgeben. Das hängt von der Einstellung und den Bedürfnissen des Kindes ab. Die Haube oben kann offen sein. Die jeweilige Funktion wird eben von Pflege und/oder Arzt entschieden.

Wie groß ist das Team der KIK ITS?

Zählt man Pflege und Funktionsdienst zusammen, dann sind es über 80 Mitarbeiter.

Wie geht das Team mit dem Tod eines Kindes um?

Zuerst sollte man wissen, dass die KIK ITS in 2 Bereiche unterteilt ist. Die Pädiatrische Seite und die Neonatologische Seite. Bei den Neo´s (also den ganz, ganz kleinen Frühchen) kann es leider schnell passieren, dass die Kinder sterben. Dies kündigt sich auch nicht immer an. Natürlich fühlt das Personal da genauso mit, allerdings sind manchmal die Kleinen gerade erst aus dem Kreißsaal gekommen, nur wenige Stunden da, da baut sich nicht das große Verhältnis zu Eltern und Kind auf. Tragisch ist es immer, wenn ein Kind stirbt. Kündigt sich das Versterben eines Kindes an, dann ist es wichtig Eltern und Kind gut zu begleiten, das gelingt auf der Neo Seite ebenfalls so gut, wie auf der Pädiatrischen Seite. Hier ist es oftmals so, dass sowohl zum Kind, als auch zu den Eltern eine Bindung entsteht, da die kleinen doch auch länger da sind. Gerade hier nutzt das Personal auch gern das Angebot der Eltern, zur Beisetzung des Kindes zu kommen.

Sollte beispielsweise ein Kind unter Reanimation kommen oder es nach akuten Situationen sterben, dann gibt es sofort eine Nachbesprechung, um all die Dinge loszuwerden, die gerade akut auf der Seele liegen. Später gibt es dann nochmal einen Termin, bei dem Fragen gestellt werden können und alles nochmal in Ruhe besprochen wird.

Doch bei diesem schweren Thema sollte man auch die Eltern nicht vergessen. Diesen wird natürlich die Verabschiedung des Kindes möglich gemacht. Ebenfalls das Angebot eines Sternchenfotografen kann in Anspruch genommen werden. Damit die Eltern noch Erinnerungsfotos Ihres Kindes haben. Die Versorgung der verstorbenen Kinder beinhaltet immer die Körperpflege. Entweder durch die Eltern oder gemeinsam mit den Eltern und der Pflegekraft oder auch manchmal nur durch die Pflegekraft. Das obliegt den Eltern.

Vom Team gibt es immer Hand und Fußabdrücke der verstorbenen Kinder und auch ein kleines „Präsent“. Dieses beinhaltet dann einen Schmetterling oder einen Engel. Jeweils im Paar. Eine Figur geht mit zum Kind (ins Grab) und eine Figur bleibt bei den Eltern. Auch gibt es einen Stern, den man falten kann und im Seelsorgezentrum an die Wand pinnen kann.

Nachgespräche auch etwas später sind für die Eltern immer möglich.

– Was war der einprägsamste Fall auf KIK ITS?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Jeder empfindet „einprägsam“ auch anders. Daher kann die Frage leider nicht beantwortet werden.

– Wo genau ist die KIK ITS?

Du findest die KIK ITS im Haus 21 in der 1. Etage.

Haus 21 befindet sich im grünen Bereich B.

– Bis zu welchem Alter kommen die Patienten auf Station?

Alle bis zum 18. Lebensjahr. Ausnahmen gibt es bei Alkohol intoxikierten Kindern, die dann schon ziemlich schwer und groß sind, die können auch mal auf die Innere ITS gehen.

– Wie viele Kinder betreut eine Schwester pro Dienst?

Maximal 3 Patienten. Wenn ein Kind eine 1 zu 1 Betreuung braucht, dann wird da drauf geachtet, dass man das im Dienst umsetzen kann.

– Ist Corona ein Thema auf Station?

Natürlich ist auch auf KIK ITS Corona ein Thema. Eben wie in jedem Bereich im UKD. Die Vorbereitungen waren sehr gut, es wurden Betten für eventuell kommende Corona Patienten freigehalten. Es gab ein spezielles Reanimationstraining für an Covid 19 erkrankten Patienten und auch das An- & Auskleiden der Schutzmaterialien wurde geübt. Glücklicherweise wurde kein Kind mit Corona eingeliefert und die Betten können wieder normal belegt werden.

Vor allem die Besuchsverbote waren für die Eltern aber auch Geschwisterkinder eine große Herausforderung. Da waren viele Gespräche nötig, damit die Eltern ihren Kindern so nah wie möglich sein können. In Ausnahmefällen durfte wenigstens die Mama auf Station, allerdings wurden eben die Papas gänzlich außen vor gelassen.

Seit 25.05.2020 ist das ganze glücklicherweise auch wieder gelockert.

Was ich ganz spannend fand war die Info, dass auch Geschwisterkinder (außerhalb der Corona Zeit) prinzipiell die Möglichkeit haben zu Besuch zu kommen. Hier schaut der Kinderarzt, ob die Kids auch gesund sind und dann dürfen sie wenigstens mal mit ins Zimmer. Kuscheln oder anfassen ist aber (vor allem bei den Frühchen) verboten.

– Wird man während der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester am UKD auch auf KIK ITS eingesetzt?

Im Rahmen des Wunscheinsatzes ist dies prinzipiell möglich. Allerdings entscheidet das die Schule.

– Gibt es feste Ansprechpartner für Schüler auf Station?

Ja! Genauso wie neue Mitarbeiter, bekommen auch Azubis einen Mentor.


Generell muss man sagen, dass das Portfolio auf Station enorm groß ist. Alles, was bei den Erwachsenen in einzelne Station gegliedert ist, ist geballt auf KIK ITS zu finden. Besonders gefallen hat mir auch, dass das Thema Stillberatung ein großes ist. Zertifizierte Stillberater begleiten die Mamas , damit sie irgendwann ihre Kinder auch voll stillen können. Auch abgepumpte Milch bekommen die Kinder.

Auch gefällt mir das Angebot des FamilieNetz. Sicherlich ist der Start für Familien, deren Neugeborenen auf KIK ITS liegen nicht der leichteste. Gemeinsam mit dem FamileNetz soll Sicherheit aufgebaut werden, Vertrauen und darauf hingearbeitet werden, dass das Kind zu Hause von den Eltern betreut werden kann. Das genau dieses Angebot Gold wert ist, das zeigen mir eure Nachrichten.


Wenn du nun neugierig geworden bist und dich bewerben möchtest, dann habe ich gute Nachrichten. Aktuell gibt es freie Stellen auf  KIK ITS. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt werden

Pflegekräfte/Fachpflegekräfte für die neonatologische und pädiatrische Intensivmedizin

in Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung. Der Einsatz erfolgt nach dem üblichen Arbeitszeitmodell der Klinik. Hiermit ist das 3 Schichtsystem, also Früh-, Spät-, und Nachtdienst gemeint. Ich kann aber aus Erfahrung sagen, dass man wirklich versucht Lösungen gerade für Familien zu finden. Natürlich kann man nicht täglich von 8 bis 16.30 Uhr arbeiten aber die zuständigen Stationsleitungen bemühen sich wirklich sehr, jedem entgegen zu kommen, damit man Familie und Beruf unter einen Hut bekommt.

Mit Schwester Anja von der KIK ITS habe ich ebenfalls gesprochen, damit du dir einen kleinen Einblick verschaffen kannst. Dich erwartet auf KIK ITS ein offenes und herzliches Team, welches untereinander auch im reinen ist. Du lernst nie aus, lernst quasi jeden Tag neues dazu und arbeitest vielfältig. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ist sehr wichtig, schließlich sollen und müssen sie in jede Handlung an Ihrem Kind einbezogen werden.

Darauf kommt es an:

  • erfolgreicher Berufsabschluss als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*in, gern mit Fachweiterbildung für Anästhesiologie und Intensivmedizin
  • Fähigkeit zur Selbstreflektion und ein hohes Maß an Verantwortungsbereitschaft-> heißt: Man sollte seine Fähigkeiten und Kompetenzen schon abschätzen können und auch Wissen, an welchem Punkt man sich Hilfe holen sollte. Das hat auch gar nichts mit Versagen zu tun. Nicht jeder kann alles Wissen, dafür arbeitet man im Team zusammen.
  • Einsatzbereitschaft, angemessenes Kommunikationsverhalten, soziale Kompetenz.

Darauf  kannst Du dich verlassen:

  • Bei uns erwartet Dich ein interdisziplinäres Team in einem hochspezialisierten Arbeitsumfeld, in dem Du dich bei vielseitigen und verantwortungsvollen Tätigkeiten mit Ideen und Engagement einbringen kannst. Teamarbeit lebt von jedem einzelnen. Und jeder kann von jedem etwas lernen, genau das macht es ja auch aus  und so spannend.
  • Du kannst das Carus Vital nutzen, um dich fit zu halten. Dieses befindet sich im UKD Gelände und ist nur für Mitarbeiter*innen gedacht. Bei Fragen zur Kinderbetreuung durch Partnerschaften mit Einrichtungen in direkter Nähe des UKD steht dir das Familienbüro zur Seite.
  • Die Teilnahme an berufsorientierten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Carus Akademie oder mit externen Anbietern werden durchs UKD unterstützt. Hier wendest du dich einfach an deine Stationsleitung und deine PDL.
  • Die Nutzung des Jobtickets für die Öffentlichen Verkehrsmittel in Dresden und Umland ist möglich, allerdings erst nach der Probezeit.

Hab ich dein Interesse geweckt? Dann nutze doch gern deine Chance und bewerbe dich unter Angabe der Kennziffer UKF0120957 – am besten online. Dein Kontakt für Rückfragen: Herr Mirko Radloff, Tel.: 0351-458-12364 oder via Mail: ukf-bewerbung.psd@uniklinikum-dresden.de.

Bei dem Wörtchen „online“ habe ich dir das direkte Online- Bewerbungsformular verlinkt. Gern darfst du erwähnen, dass du über mich, Sarah Küttner/ Ossilinchen, aufmerksam geworden bist.


Zum Abschluss möchte ich dir noch ein Zimmer von der Pädiatrischen Seite der KIK ITS zeigen.