Entbinden zu Corona Zeiten- Nachgefragt im Uniklinikum Dresden

Da ich selbst Mama einer Tochter bin weiß ich, wie wichtig es ist einen Ansprechpartner für alle Fragen während der Schwangerschaft zu haben. Natürlich ist die Entbindung und das Wochenbett da ein großes Thema. Ich hatte das Glück und konnte in einem Geburtshaus entbinden, sprich meine Ansprechpartnerin war immer meine Hebamme. Dennoch haben wir uns einige Krankenhäuser in Dresden angeschaut um für den anderen Fall der Entbindung gewappnet und informiert zu sein.

Doch zu Corona Zeiten ist das alles gar nicht so leicht. Entweder finden diese Termine nicht statt oder die Frauen trauen sich nicht in die Krankenhäuser zu gehen bzw. anzurufen.

Aus diesem Grund habe ich mich mit Herr Radloff, leitende Pflegedienstleitung der Kinder-& Frauenklinik, mit Frau Rings, leitende Hebamme im Kreißsaal des Uniklinikum Dresdens und den ärztlichen Leiter der Geburtshilfe Herr PD OA Dr. med. Birdir am UKD getroffen.


Über Instagram habe ich alle Fragen von werdenden Mama´s und Papa´s entgegen genommen und diese Frau Rings, Herr Radloff und Herr PD OA Dr. med. Birdir gestellt. In diesem Beitrag möchte ich diese beantworten und den ein oder anderen Frauen die Angst nehmen, zu Corona Zeiten zu entbinden.

Als Mama kann ich euch nur den einen Tipp mit auf dem Weg geben. Vertraut auf euch und eurer Baby, zusammen schafft ihr das große Abenteuer Geburt. Vergiss aber bitte nie, dass es für den Notfall den Ausgang Kaiserschnitt gibt. Das hat auch gar nichts mit Versagen zu tun, sondern mit Sicherheit für Mama und Kind.


Doch bevor ich eure Fragen beantworte, möchte ich euch noch einen kurzen allgemeinen Blick in die Geburtshilfe am UKD geben. Von vielen habe ich schon gehört, dass sie nicht im UKD entbinden möchten, da Ihnen alles zu „steril“ sei und zu medizinisch, das familiäre fehlt ihnen. Nach dem Termin heute kann ich euch sagen, dass sowohl eine vollkommen komplikationslose Geburt, ohne medizinischen Schnickschnack, als auch eine Geburt unter Notfallsituationen möglich ist. Natürlich gibt es gewisse Standards in der Klinik, die nicht zu vermeiden sind, weiter unten sind das Fragen nach einem intravenösen Zugang oder ob ein Arzt bei der Geburt dabei ist. Diese Fragen beantworte ich weiter unten dann ausführlich.

Auch eine vollkommen blande Geburt von Zwillingen auf natürlichem Wege ist möglich! Es muss also nicht immer eine Risikoschwangere im UKD entbinden, nein! Natürlich kann man auch im UKD entbinden wenn man eine komplikationslose Schwangerschaft hat und daher eine komplikationslose Entbindung erwartet. Aber sollte etwas sein, dann kann binnen Sekunden und Minuten gehandelt werden. Diese Informationen sind mir wichtig, euch mit auf den Weg zu geben.

Der Spagat zwischen einer normalen und komplikationslosen Geburt bis hin zu Notfällen ist am UKD groß, weil eben aufgrund der Position als Maximalversorger alles möglich ist. Ist es notwendig, dann sind Kinderärzte binnen Minuten vor Ort.

Auch ist die Aufstellung der Hebammen, anders als es den Medien zu entnehmen ist, ist am UKD sehr gut. Auch für die problemlose Nachsorge auf Station ist gesorgt. Viele Hebammen arbeiten seit vielen Jahren am Haus und haben einen hohen Erfahrungsschatz. Ebenfalls hat sich über die Jahre die Hebammen Ausbildung am Haus etabliert. So kommt ein positiver Mix im Team zusammen, von dem alle profitieren.


Weiter unten im Beitrag findest du nützliche Informationen und Links, beispielsweise wenn du noch eine Hebamme für die Schwangerschaft oder das Wochenbett suchst.


Muss die Frau während der Entbindung eine Maske tragen?

Nein, muss sie nicht!

Muss der werdende Papa/ die Begleitperson eine Maske tragen?

Ja.

Darf die Frau selbst entscheiden, wer sie begleitet oder darf nur der werdende Papa mit?

Es darf eine Begleitperson dabei sein, diese muss nicht der werdende Papa sein. Wichtig zu wissen, diese Person darf nicht wechseln. Es geht also nicht, dass Mama, Papa, der Partner und die beste Freundin draußen sitzen und dann abwechselnd zur werdenden Mama gehen.

Werden Mutter und Kind auf Corona getestet?

Nein, außer es liegen Symptome vor. Dann greift der klinikinterne Standard der vorgibt, was bei Corona Symptomen zu tun ist.

Liegt man mit Baby im Einzelzimmer oder im Doppelzimmer?

Ich habe diese Frage auf die Zeit im Wochenbett auf Station bezogen und sie daher auch so gestellt. Es sollte ja klar sein, dass die Frauen im Kreißsaal natürlich nicht mit anderen Frauen zusammen liegen. Um die Frage zu beantworten: Es gibt nach wie vor Doppelzimmer, heißt man kann mit seinem Kind auch mit einer anderen Mama samt Kind in einem Zimmer liegen.

Sind Kreißsaal Führungen möglich (Entbindung im August), wenn ja, was ist zu beachten, wer kann mitkommen?

Nein, Kreißsaal Führungen sind aktuell nicht möglich.

Was passiert, wenn der Kreißsaal voll ist? Wo wartet man als werdende Mama?

Jede Frau die mit Wehen kommt, bekommt auch einen Platz im Kreißsaal, sie wird nicht weggeschickt oder auf den „Gängen platziert“, wie man das in Horrorgeschichten hört. Das Team vom Kreißsaal organisiert dann freie Kapazitäten im Sinne eines Kreißbettes. Es wird geschaut, welche Frau sofort ein Zimmer im Kreißsaal braucht, welche vom Befund her noch nicht so weit ist, dass die Geburt los geht und es sich daher empfiehlt noch ein paar Runden zu drehen, damit sich der Muttermund öffnet und es wird geschaut, ob schon geborene Kinder samt Mama ggf. schon auf Station verlegt werden können. Natürlich kann es da mal zu kurzen Wartezeiten kommen, wenn z.B. das Zimmer noch geputzt wird, aber keine Frau mit Wehen wird allein gelassen!

Ab wann dürfen wenigstens die Väter nach der Geburt zu Besuch kommen?

Aktuell gar nicht, denn die allgemeine Besuchsregelung für Krankenhäuser untersagt das.

Gibt es aktuell noch Familienzimmer?

Nein.

Hört man andere Frauen während der Geburt?

Natürlich kann man das nicht ausschließen 🙂

Hat man einen festen Ansprechpartner während der Geburt oder wechselt dieser?

Natürlich hat man eine feste Hebamme während der Entbindung, angepasst an Ihren Dienst, denn es wird auch in Schichten gearbeitet. Ist absehbar, dass das Kind zeitnah kommt und es aber schon kurz vor Feierabend ist, dann wird keine Hebamme Tschüss sagen und gehen. Dann begleitet sie Frau und Kind bis zur Geburt.

Darf der Partner die ganze Zeit dabei sein?

Theoretisch ja! Wenn sich die Geburt aber über mehrere Tage zieht und es empfehlenswert ist, dass die Frau noch mal zur Ruhe kommt, schläft und Kraft tankt, dann wird empfohlen, den Partner heim zu schicken. Wenn die Frau aber besser zur Ruhe kommt, wenn der Partner dabei ist und die Frau es unbedingt will, dann wird auch ein zweites Bett mit ins Zimmer gefahren und der Partner darf da bleiben! Wichtig zu wissen: Der Partner muss sich selbst versorgen!!!

Was bedeutet Einleitung, was wird gemacht und wo ist man da?

Was eine Einleitung ist sollte sich denke ich vom Namen her erschließen. Die Geburt wird eingeleitet. Eine Einleitung findet überwiegend im Kreißsaal statt, eher selten auf Station. Was gemacht wird kann man pauschal nicht beantworten, denn es gibt verschiedenste Möglichkeiten und es kommt ganz auf die Gesamtsituation und die Indikation an. Nicht alle Medikamente können bei jeder Frau genutzt werden.

Werden Wünsche erfüllt/ berücksichtigt oder läuft alles nach einem festen Plan ab?

Eine Geburt ist immer eine Individuelle Sache und genauso läuft die Begleitung auch ab: Individuell! Soweit es möglich ist wird natürlich dem Wunsch der Frau nachgegangen.

Was ist, wenn mit dem Kind etwas ist? Darf der Partner da mit gehen?

Natürlich kann der Mann mit gehen, wenn sich im Kreißsaal herausstellt und etwas mit dem Kind ist. Problematischer ist es, wenn das Kind dann schon direkt in die KIK verlegt wurde. Dort ist nur ein Elternteil erlaubt, das ist dann meist die Mama schon allein wegen der Stillbeziehung! Natürlich bezieht sich das jetzt nur auf die Corona Situation! Sonst sind die Besuche nicht problematisch.

Bekommt man immer eine Flexüle (peripherer Venenzugang) gelegt?

Ja, das hängt mit klinikinternen Standards zusammen. Sowohl blande Geburten als auch Notfallgeburten gibt es im UKD. Aus jeder gut verlaufenden Geburt kann sich ein Ereignis entwickeln, welches einen Zugang bedarf. Und um dann in Notsituationen gleich handeln zu können, ist das ein Standard im UKD. Allerdings wird bei einer Frau, die pressend zur Tür rein kommt die Prioritäten anders gesetzt.

Ist immer ein Arzt dabei?

Ja, wenn der aber merkt, dass alles okay ist, dann geht er auch und lässt Frau und Hebamme dann allein.

Wie sieht eine ambulante Entbindung im UKD aus?

Die Frau kann jederzeit den Wunsch nach Entlassung äußern. Sinnvoll ist das nach 3-4h nach der Geburt, da es ja auch Nachuntersuchungen gibt. Man kann auch erst auf Station entscheiden, dass man doch lieber nach Hause möchte. Generell muss man diese Entscheidung nicht vor der Entbindung treffen, sondern kann das auch erst danach je nach Wohlbefinden entscheiden.

Welche Möglichkeiten der Schmerzbehandlung gibt es? Kann man selbst wählen, was man möchte?

Natürlich kann man selbst entscheiden, was man möchte und was nicht. Von Akkupunktur, Homöopathie über zu krampflösende Medikamente, „moderaten Schmerzmitteln“ bis hin zur PDA ist alles dabei. Empfehlungen seitens der Hebammen/ Ärzte werden ausgesprochen aber keiner wird zu irgendwas gezwungen! Bis auf Lachgas gibt es alle in der Geburtshilfe üblichen Schmerzmedikamente.

Fall Einleitung: Darf der Partner die ganze Zeit dabei bleiben, auch wenn es länger dauert?

Ja

Positionen zur Geburt, was ist machbar, gibt es etwas, was nicht machbar ist?

Machbar ist alles! Als Hebamme hat man die Erfahrung und die nötigen Tricks und Kniffe um dank Lagerungen doch noch eine spontane Geburt zu erreichen, wenn nichts mehr geht. Daher sollte man natürlich auf die Hebamme und deren Erfahrung vertrauen.


Wer sich vorab schon mal alles von zu Hause aus anschauen möchte, dem empfehle ich den virtuellen Rundgang. Dort bekommt man schon mal einen guten ersten Eindruck.


Wer noch die passende Hebamme für die Schwangerschaft oder das Wochenbett sucht, der kann sich in folgendem Flyer mal bei den Hebammen informieren und nachfragen, wie die Kapazitäten aussehen.

Telefonnummer vom Kreißsaal: 0351 458-2365


Beleghebamme

Hebammenpraxis „Unikum“

Goetheallee 21
01309 Dresden

Sabrina Milke, Sabine Scharsig, Ute Steinhäuser, Katja Zettl

Tel.: 0351 3122696

www.hebammenpraxis-unikum.de


Hebamme Andrea Kuska

Tel.: 03520880039 oder 01626756115

E-Mail: post@hebamme-andrea.org

www.hebamme-andrea.org


Für den Klinikaufenthalt nach der Entbindung empfiehlt das UKD folgende Dinge.

Folgende wichtige Dokumente:

  • Mutterpass
  • Versicherungsnachweis / Krankenkassen-Chip-Karte
  • Personalausweis
  • Familienstammbuch 

oder bei unverheirateten Müttern:

  • Geburtsurkunde von Mutter und Vater im Original
  • Vaterschaftsanerkennung / Sorgerechtserklärung falls vorhanden
  • evtl. Scheidungsurteil
  • Geburtsurkunden bereits geborener Kinder

In den Klinikkoffer gehören:

  • Bade- oder Morgenmantel
  • Hausschuhe
  • bequeme Sachen für ca. 3-5 Tage Krankenhausaufenthalt
  • Still-BHs
  • Handtücher
  • Waschzeug
  • Kleidung für den Weg nach Hause
  • Babysachen für den Nachhauseweg (Babyschale fürs Auto nicht vergessen)

Wichtig zu wissen wäre für alle Frauen, die schon entbunden haben auch die Info, dass sie sich jederzeit im Kreißsaal melden können. Ich hatte eine Anfrage, ob man denn im Nachgang herausfinden kann, wer die Hebamme war, um sich zu bedanken. JA! Einfach anrufen. Gleiches gilt auch für Frauen, die nochmal ein Bedarf an Gesprächen bezüglich der Geburt haben.

Pflegekräfte für die Infektionsstation am Uniklinikum Dresden gesucht

Covid-19 ist ja weltweit ein großes Thema. Ganz klar, dass auch das UKD sich darauf zeitnah vorbereiten musste und auch immer noch schauen muss, wie die Abläufe intern gesichert werden. Aus diesem Grund wurde im März 2020 eine Normalstation zur Versorgung COVID-19 erkrankter Patienten eröffnet.

Dieser Bereich sucht nun motivierte und teamfähige Pflegekräfte, die bereit sind, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Ein multiprofessionelles Team aus Pflegekräften, medizinischen Fachangestellten und Ärzten wurde extra dafür zusammengestellt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem UKD sind hier auf freiwilliger Basis zu einem neuen Team geworden, welches nun Unterstützung sucht.

Schutzmaßnahmen und die Einweisung des neuen Personals in diese steht an oberster Stelle. Die leitende Pflegekraft Roman Schmädig achtet darauf, dass der Umgang mit den Materialien vorher geübt wird, um das Pflegepersonal und Kolleginnen/ Kollegen zu schützen. Auch die Krankenhaushygiene und der Betriebsärztliche Dienst betreuuen das Personal kontinuierlich. Regelmäßige Testungen auf Covid 19 sind in der Mitarbeiterambulanz verpflichtend.

Carus Direkt hat mit Roman Schmädig gesprochen. Das Video gibt gut Aufschluss darauf, wie der Ablauf so ist, was beachtet werden muss und wie die Stimmung allgemein so ist.


Zum Aufgabengebiet gehören neben der patientenorientierten, allgemeinen und speziellen Pflege nach Standards auch die Vorbereitung, Assistenz und Nachsorge bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Um es mit den Worten einer Krankenschwester zu sagen „The Show must Go on“. Es klingt alles sehr kompliziert aber um ehrlich zu sein werden die Patienten wie jeder andere auch betreut und behandelt. Wichtig sind die Hygiene- & Schutzmaßnahmen, die beachtet werden müssen. In der Pflege gibt es immer mal wieder Isolationszimmer, meist aufgrund von Multiplen Keimen. Auch hier muss sich eine Schwester schützen. Ich möchte Covid 19 nicht verharmlosen, um Himmels Willen. Aber ich möchte euch die Angst nehmen, die Angst vor der Arbeit auf der Infektionsstation.


Darauf kommt es an:

  • erfolgreicher Berufsabschluss als Gesundheits- und KrankenpflegerIN oder Examinierte AltenpflegerIN
  • Du solltest dir deiner Verantwortung bewusst sein und es sollte dir gut möglich sein, dich und deine Arbeit selbst zu reflektieren.
  • Einsatzbereitschaft im Wechselschichtdienst, das heißt Früh-, Spät-& Nachtdienst.
  • sehr gutes Kommunikationsverhalten und soziale Kompetenz
  • Zuverlässigkeit und Engagement

Darauf kannst du dich verlassen:

  • Umsetzung von eigenen Ideen und der Arbeit in einem innovativen interdisziplinären Team. Du profitierst von dem Wissen der anderen, andersrum genauso. So funktioniert gute Teamarbeit und lebenslanges Lernen.
  • Vereinbarung von flexiblen Arbeitszeiten, um die Verbindung von Familie und Beruf in die Realität umzusetzen. Heißt, „Muttidienste“ sind möglich. 6.30 Uhr oder 7 Uhr Dienst ist nach Absprache kein Problem, das geht bei mir mit Absprache auf Intensivstation ebenfalls ohne Probleme.
  • Kinderbetreuung durch Partnerschaften mit Kindereinrichtungen in der Nähe des Universitätsklinikums. Es gibt 5 Einrichtungen, die UKD Belegplätze haben. Nähere Informationen gibt es im Familienbüro.
  • Nutzung von betrieblichen Präventionsangeboten, Kursen und Fitness im Gesundheitszentrum Carus Vital. Aktuell gibt es durch das Intranet (Virtuelles Gesundheitszentrum) sowie YouTube einige Videos zum zu Hause sporteln, da noch unklar ist, wie es mit der Öffnung weiter geht.
  • Teilnahme an berufsorientierten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Carus Akademie.
  • Vorsorge für die Zeit nach der aktiven Berufstätigkeit in Form einer betrieblich unterstützten Altersvorsorge.
  • Nutzung des Jobtickets für die Öffentlichen Verkehrsmittel in Dresden und Umland.

Wenn du jetzt Neugierig geworden bist, dann bewerbe dich gern unter Angabe der Kennziffer ZIM0120124 – am besten online. Dein Kontakt für Rückfragen ist Frau Katrin Mattern, Tel.: 0351-458-3385 oder via Mail: zim-bewerbung.psd@uniklinikum-dresden.de.

Frau Matterin ist übrigens eine sehr liebe PDL, ich habe auch schon als Schwester in Ihrem Bereich gearbeitet. Damit du mal ein Gesicht zu Ihr hast, hier ein Bild.

Handmade Masken für das Personal am Uniklinikum Dresden

Aus meiner Ursprungsidee ein paar handmade Masken für meine Kollegen am UKD zu organisieren ist ein Selbstläufer geworden. Doch bevor ich euch die ganze Geschichte dazu erzähle, eins noch vorab.


Es gab nie einen Notstand in der Klinik was medizinische Masken oder anderes Material angeht. Aber zu Zeiten von Corona wurde klinikintern zeitig beschlossen,  ressourcenschonend zu arbeiten. Das bedeutete konkret, dass Einmalmaterial in die Bereiche gegangen ist, die abzusehen Corona Patienten betreuen. Einfach um in Zeiten von Bestellschwierigkeiten und Lieferengpässen gewappnet zu sein. Dennoch gibt es natürlich Bereiche, die den Mundschutz aus anderen Gründen brauchen. In Rücksprache mit der Klinikhygiene hat sich die Klinik um selbst genähte Behelfsmasken gekümmert. Diese waren mit Gummizug und zu Beginn wurden die kritischen Bereiche klinikintern versorgt, die vorrangig Bedarf bei Ihrer täglichen Arbeit haben, unabhängig von Corona. Das waren die Notaufnahmen und auch die Intensivstationen. Irgendwann kam dann Corona auch nach Dresden. Durch die täglichen Updates mittels Podcast war und ist das Klinikpersonal jederzeit informiert worden. So ging es dann Schlag auf Schlag und das gesamte Klinikpersonal wurde mit Masken ausgestattet.

Stand 18.03.2020, seither hat sich einiges getan.

Diese Masken hatten für viele aus dem Klinikum ein Nachteil: der Gummizug drückte, viele bekamen Kopfschmerzen und bewerteten die Masken als unangenehm. Daher postete ich darüber am 17.03.2020 eine kleine Insta Story auf die aber so viele antworteten, dass ich zum Stand 07.04.2020 schon 831 handmade Behelfsmasken entgegen nehmen konnte. Aus ganz Deutschland!


Natürlich nähten Freiwillige nicht nur für „mein“ Projekt. Die Klinik erlebte und erlebt auch jetzt noch eine große Welle der Hilfsbereitschaft. So kommen täglich viele Masken im UKD an. Man mag bei der Menge meinen, es würde reichen, Nein, die Masken werden weiterhin gebraucht und die Kolleginnen und Kollegen freuen sich über die bunten und mit Liebe genähten Masken.

Auch Frau Luntz, Pflegedirektorin des UKD befürwortet das Projekt und die Hilfsbereitschaft sehr. Dazu wird es separat noch ein Video auf Instagram geben.

Sogar der medizinische Vorstand, Prof. Dr. Albrecht ist von dem Projekt überzeugt, trägt sogar eine Maske aus meinem Projekt.

Das bestärkt natürlich weiter zu machen, damit der Klinikalltag bequemer und bunter wird. Denn machen wir uns nichts vor, den ganzen Dienst über Mundschutz tragen ist für alle eine Herausforderung. Wie alles angefangen hat und welchen Lauf es genommen hat, das werde ich euch jetzt mal erzählen.


Wie oben schon erwähnt ging alles am 17.03.2020 mit meiner kleinen Insta Story los. Daraufhin meldete sich Romina Stawowy, Unternehmerin aus Dresden, die helfen wollte, weil all Ihre Projekte still liegen. Neben Romina meldeten sich dann viele Freiwillige aus ganze Deutschland aber auch aus Dresden. Pakete haben ich mittlerweile aus Bayern, NRW, Hessen und Berlin erhalten. In Dresden nähten und nähen viele Freiwillige aber auch Handmade Shops, die sonst Kinderkleidung nähen. So zum Beispiel Lubuschko, Handmade by Kattel oder Frau Smolla handmade. Ziemlich schnell bekamen auch Unternehmer und Firmen von meiner Aktion mit. So wurde eine Summe von 1400 Euro an oben genannte Handmade Shops gezahlt, damit diese Masken für uns nähen. Unternehmer wie Sebastian Mosch, ein Pflegedienst aus Dresden und die Firma „Malmichbunt“ wollten alle helfen. Das Geld ist nicht geflossen, damit die Shops das große Geschäft in Krisensituationen machen. Die Firmen/Unternehmer wollten meine Aktion unterstützen, können nicht nähen und ich war dafür, Handmade Shops aus Dresden zu unterstützen. Schließlich sind alle im Homeoffice, die Auftragslage ist nicht die Beste und warum mit der tollen Aktion nicht auch andere unterstützen, wenn uns im UKD auch geholfen wird. Wir haben uns auf eine faire Summe geeinigt, mit der Materialkosten definitiv gedeckt waren. Auch eine Privatperson hat sich beeidigt und eine kleine Summe investiert.

Sogar Calesco Couture, eigentlich an der Nähmaschine für Braut- & Festmode hat die Nähmaschinen für Behelfsmasken glühen lassen.


Das es so weit kommt und die ganze Sache einen solchen Lauf nimmt, das hätte ich nie gedacht und mir auch in meinen schönsten Träumen nicht ausmalen können. Für mich war immer wichtig, dass meine Kolleginnen und Kollegen eine möglichst bequeme Maske haben, damit der Klinikalltag unter aktueller Situation so erträglich wie möglich ist.  Irgendwann hat dann auch die Presse davon mitbekommen und auch hier kam danach nochmal eine große Welle an Anfragen. Anfragen von Menschen, die einfach nur helfen wollen und so nähen auch jetzt noch viele fleißige Bienchen fürs UKD Behelfsmasken.


Den Großteil der Behelfsmasken verteile ich an UKD Personal. Jeder, der sich bei mir meldet bekommt auch eine. Das sind von der Gesamtsumme über 600 Masken binnen der letzten 2 Wochen. Den Rest habe ich an die Pflegedirektorin gegeben. Diese Masken werden klinikintern über Herr Radloff, PDL, verteilt. Allerdings habe ich auch an meine Poolkollegen gedacht und meiner Chefin ein großes Paket mit Masken zukommen lassen.


Reinigen kann man die Masken übrigens in der internen Wechselstation (Beispielsweise Haus 27). Dann bekommt man einen neuen und sauberen ausgehändigt, allerdings ist das dann nicht der gleiche. Wer seine Maske behalten möchte, der kann sie entweder in die Kochwäsche der Waschmaschine geben (Wäschenetz empfohlen) oder er kocht sie 5 Minuten im Kochtopf aus. Wer Bedenken bezüglich der Hygiene hat: man kann sie auf Arbeit in die Desinfektionslösung legen, dann in einer Tüte verschlossen mit nach Hause nehmen und gleich in den Kochtopf geben. Wer mit dem Patienten nicht im Bett liegt oder kuschelt, der hat ohnehin nicht die Unmengen am Keimen an der Maske.
Einige Stationen haben übrigens auch direkt einen Kochtopf, wo man die Maske auskochen kann.


Warum können wir die Masken eigentlich nutzen, was bringen sie uns?

Ein großes Thema ist hier der Eigenschutz, da es eben auch andere Keime im Krankenhaus gibt, die eine Maske bedürfen. Natürlich sollte jedem klar sein, dass die Behelfsmasken nicht gegen Viren, somit auch nicht gegen Coronaviren wirken.

Es gibt aber auch viele Tätigkeiten einer Krankenschwester, die eine Behelfsmaske erforderlich machen. Beispielsweise das Absaugen eines Patienten, das Intubieren, eben alle Tätigkeiten, bei denen man mit potentiell infektiösem Material in Kontakt kommen könnte oder bei denen man mit infektiösem Material in Kontakt kommt.

Da wir auch im Klinikgelände die Masken tragen, schützen wir auch andere. Durch den Stoff vorm Mund werden nicht ganz so viele Tröpfchen beim Husten verteilt, da große Tröpfchen im Stoff hängen bleiben.

Welche Anforderungen muss der Stoff haben?

Dies wurde vor Veröffentlichung der Nähanleitung mit der Klinikhygiene, Herr Prof. Dr. Jatzwauk besprochen. Der Stoff muss aus dichter Baumwolle sein, kochbar bis 90 Grad und sollte keine elastischen Anteile aufweisen.


Neben den zahlreichen Paketen, die uns täglich erreichen, freuen wir uns vor allem auch über die liebevollen Karten, die fast jedem Paket beiliegen. Wir lesen jede Karte klinikintern und freuen uns jeden Tag aufs Neue über die liebevollen Karten und über die liebevoll genähten Masken.